Queensrÿche haben seit der Veröffentlichung von „Promised Land“ (1994) nichts Vernünftiges mehr auf die Reihe bekommen. Kein Wunder, denn seit dem Ausstieg von Gitarrist Chris DeGarmo hat Sänger Geoff Tate die Songwriting-Fäden in der Hand gehabt und das ehemalige progressive Metal-Flaggschiff in seichte Poprock und Alternative Gewässer geführt. Selbst der zweite Teil des Konzeptalbums „Operation Mindcrime“ im Jahre 2006 war für jeden Metalhead ein Schlag mit der Faust ins Gesicht und hatte absolut nichts mehr von der Qualität des Meisterwerkes von 1988 gemeinsam. Man konnte über die Jahre mitverfolgen wie eine Musiklegende sich selber demontiert.

Im Sommer 2012 trennte sich die Band endgültig von ihrem Sänger Geoff Tate, nachdem dieser seine Bandkollegen während eines Queensrÿche-Konzertes auf der Bühne verachtend ins Gesicht spuckte, das Publikum beleidigte und es backstage zu Handgreiflichkeiten gekommen war. Die verbliebenen Musiker Michael Wilton, Scott Rockenfield, Eddie Jackson und Geoff Tates Ex-Schwiegersohn Parker Lundgren fanden schnell hochwertigen Ersatz in Sänger Todd La Torre (Crimson Glory). Im September 2012 gab Geoff Tate die Besetzung seiner eigenen Version von Queensrÿche unter dem Namen Queensrÿche – starring Geoff Tate the original Voice of Queensrÿche bekannt, und somit existieren momentan zwei Versionen unter dem gleichen Bandnamen.

Nun hat Geoff Tate mit seiner Version von Queensrÿche das erste Album „Frequency Unknown“ veröffentlicht. Es knüpft nahtlos an dem letzten Rohrkrepierer der Band „Dedicated to Chaos“ von 2011 an. Trotz prominenter neuer Mitstreiter auf dem Album wie zum Beispiel Ex-Gitarrist Kelly Gray, dem Bassisten Rudy Sarzo (Quiet Riot, Whitesnake), Drummer Simon Wright (Ex-AC/DC, DIO), inklusive Gastauftritte von K.K. Downing (Ex-Judas Priest), Chris Poland (Ex-Megadeth), Ty Tabor (King s X), Paul Bostaph (Slayer), Lita Ford, Brad Gillis (Night Ranger), Dave Meniketti (Y&T) und anderen, enttäuschen die zehn Kompositionen von „Frequency Unknown“ auf ganzer Linie.

Als Bonustracks gibt es noch vier neu eingespielte Stücke der Queensrÿche-Klassiker „I don`t believe in Love“, „Empire“, „Silent Lucidity“ und „Jet City Woman“, die kein Mensch braucht und mit den Originalversionen nicht mal Ansatzweise mithalten können.

Fazit: Finger weg von dieser Scheibe! Man wird hier nämlich einfach das Gefühl nicht los, dass Geoff Tate mit diesem Release nur eine schnelle Mark machen möchte. Und schaut man sich das Artwork von „Frequency Unknown“ an, wird man irgendwie das Gefühl nicht los, dass die Kürzel auf der Faust für „Fuck You“ stehen und an seine ehemaligen Mitstreiter gerichtet sind.

Wartet lieber auf die Veröffentlichung der wahren Queensrÿche um Todd La Torre, die schon im Juni in die Plattenläden kommt. Alle Metalheads, welche die Todd La Torre Version von Queensrÿche dieses Jahr live auf dem Rock Hard Open-Air gesehen haben, wissen genau, wovon ich spreche, denn sie verkörpern die alten Queensrÿche.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass bei dem Gerichtstermin im Oktober 2013 die wahren Queensrÿche ausschließlich den Bandnamen zugesprochen bekommen und Geoff Tate mit seiner üblen Version endlich in der Versenkung verschwindet.

Tracklist:

  • 01. Cold
  • 02. Dare
  • 03. Give It to You
  • 04. Slave
  • 05. In the Hands of God
  • 06. Running Backwards
  • 07. Life Without You
  • 08. Everything
  • 09. Fallen
  • 10. The Weight of the World
  • 11. I Don’t Believe in Love (Re-Recorded)
  • 12. Empire (Re-Recorded)
  • 13. Jet City Woman (Re-Recorded)
  • 14. Silent Lucidity (Re-Recorded)

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