Wertung: 8 von 10

Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass sich Rebellion auf ihrem neuesten Output „Arminius: Furor Teutonicus“ wieder einem historischen Thema widmen. Ex-Totengräber Tomi Göttlich hat einfach ein Faible für sagenumwobene Schlachten und Heldenlieder. Nach der opulenten Wikinger-Trilogie „The History of the Vikings“ sind es nun die Germanen und Römer und im speziellen die Schlacht im Teutoburger Wald, die mit einem musikalischen Werk bedacht werden.


Im Mittelpunkt der Geschichte stehen natürlich der Cheruskerfürst Arminius und sein römischer Gegenspieler Varus. Nachdem das Album ungewöhnlicherweise mit seinem Tod beginnt wird danach der Aufstieg und Fall des Arminius‘ beschrieben. Als Sohn eines Stammeshäuptlings, als Kind nach Rom gebracht und dort aufgezogen, reist der Held als Mann und angesehener römischer Ritter in seine Heimat zurück. Dort sieht er das Leid seiner Landsleute und beschließt daraufhin, sie von der Tyrannei der Römer zu befreien. Göttlich hält sich bei seiner Erzählung nur lose an die vorhandenen Quellen und interpretiert die Geschichte relativ frei. Wer also eine detailgetreue Nachzeichnung der Schlacht im Teutoburger Wald erwartet, der wird enttäuscht werden.

Nach dem sehr ruhigen und dramatischen „Rest in Peace“, welches vom Tod Arminius‘ handelt, drücken Rebellion bei „Ala Germanica“ erst einmal ganz gut aufs Gaspedal. Hier wird astreiner Teutonenstahl geboten, wie ihn auch Accept nicht hätten besser machen können. Weiter geht es mit heftig stampfenden Nummern wie „Prince of the Cheruscer“ oder „Breeding Hate“, die vornehmlich im Midtempo durchlaufen und mit schön groovenden Gitarrenriffs gespickt sind. Dazu kommt der raue Gesang unseres local heroe Michi Seifert. Etwas melodischer und eingängiger wird es dann im Mittelteil mit „The tribes united“, das mit einer schönen Hookline und ein paar netten Soli aufwarten kann. Die eigentliche Schlacht im Teutoburger Wald wird dann in „Furor Teutonicus“ erzählt. Hier wird die Geschichte aus der Sicht des Varus‘ erzählt und zeigt die Verzweiflung der Römer aufgrund der düsteren Stimmung des Liedes auf eindrucksvolle Weise. „Vae Victis“ zeigt danach dann wieder die siegreiche Seite der Germanen, was auch musikalisch spürbar ist. Ganz besonders wird dies im sehr melodiös gehaltenen Refrain deutlich. Das Album schließt mit dem sehr ruhigen „Requiem“, in welchem Arminius andächtig und teils depressiv noch einmal auf sein Leben zurückblickt.

Mit diesem Album haben sich die Hessen ein ambitioniertes Stück deutscher, beziehungsweise germanischer Geschichte vorgenommen. Und sie haben ihre Sache gut gemacht! Die Tatsache, dass an vielen Stellen frei interpretiert wurde und auch vollkommen fiktionale Teile eingebaut wurden machen „Arminius, Furor Teutonicus“ angenehm frisch und locker. Musikalisch gibt es hier wenig zu meckern. Die Gitarren kommen knallhart, aber dennoch variantenreich aus den Boxen und das Schlagzeug ist auf den Punkt genau gespielt. Und dann noch der allzu passende raue und zugleich griffige Gesang. Hier und da hätte man sicherlich zur Unterstützung der Dramaturgie noch ein paar Tempowechsel einbauen können, aber das ist wohl Makulatur. Auf jeden Fall ein Album, das sein Geld wert ist.

Tracklist:

  • 01.Rest in peace
  • 02.Ala Germanica
  • 03.Prince of the Cheruscer
  • 04.Dusk awaiting Dawn
  • 05.Breeding Hate
  • 06.The Seeress` Tower
  • 07.Varus
  • 08.The tribes united
  • 09.Ghost of Freedom
  • 10.Furor Teutonicus
  • 11.Vae Victis
  • 12.Requiem

Und hier noch was zum Reinschnuppern:

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