Wertung: 10 von 10

Anno 2005 hatten die mittelhessischen Rebellion ein ehrgeiziges Projekt gestartet: Auf drei Alben wollten sie die komplette Geschichte der Wikinger musikalisch darstellen.


Der erste Teil ”Sagas Of Iceland” war damals ein voller Erfolg und nachdem uns im Dezember mit der Single ”Miklagard” schon der erste Vorbote erreicht hatte, kündigt sich auch nun die zweite historische Abhandlung an, die ebenfalls auf den Namen ”Miklagard” hört.

Nachdem der letzte Silberling die Wikinger Islands und Dänemarks behandelt hatte geht es dieses Mal thematisch um die Normänner aus Schweden und Russland. Zudem hat sich auch in Bezug auf die Bandbesetzung etwas getan. Nachdem Björn Eilen aus gesundheitlichen Gründen schon die Tour im Jahr 2005 nicht mitspielen konnte scheint er jetzt völlig raus zu sein. Ersetzt wird er von Simone Wenzel, die ihn schon damals würdig vertreten hatte.

Musikalisch tut sich natürlich auch einiges auf der Scheibe. Rebellion standen schon immer für frischen und schnörkellosen Heavy Metal. Und so ist es auch dieses Mal. Rhythmik die zum Bangen anregt, eingängige Riffs und die phänomenale Power in der Stimme von Michael Seifert sind die Zutaten, die dieses Album zu einem Kracher machen. Dazu kommt noch ein Schuss Epik, der auch schon auf der letzten Veröffentlichung vorhanden war. Somit wird die musikalische Mixtur auch dem historischen Anspruch gerecht. Das Ganze haben die vier Musiker und eine Musikerin in ein abwechslungsreiches Gewand verpackt: Es gibt krachende Up-Tempo Nummern wie „Aifur“ oder „Ulfberth“, die mit fulminanten Riffs und Doublebass-Geballer aufwarten, ebenso wie Mid-Tempo Stampfer der Marke „Free“ oder „Miklagard“. Lediglich auf eine waschechte Ballade wartet man hier vergebens. Das Album hat einfach Power und rockt von vorne nach hinten ordentlich durch.

Zu diesem Eindruck trägt sicherlich auch die blitzsaubere Produktion bei. Der Sound kommt zu jeder Zeit frisch und druckvoll aus den Boxen. Auch das Artwork ist, wie schon bei den “Sagas Of Iceland“ stimmig und passt zum historischen Kontext. Überragende Größen mag ich in diesem Line-Up indessen nicht zu erkennen. Alle tun ihr möglichstes, um den Liedern und somit auch dem Gesamtkonzept zu Geltung zu verhelfen. Und das machen sie wirklich gut, so dass am Ende ein Album steht, das zu den besten gehören wird, die in der Metal-Szene 2007 veröffentlicht werden.

Wer jetzt denkt, das sei eine gewagte Prognose, der sollte sich das Album am besten einmal selber anhören. Es ist eigentlich ein Wunder, dass Metal gleichzeitig so schörkellos und eingängig und doch frisch und unverbraucht klingen kann.

Kraft, Ausdruck und Power sind die herausragendsten Merkmale von “Miklagard“. Und wer dann immer noch einen Kaufgrund suchen muss, dem sei gesagt, dass Charles Rytkönen von Morgana Lefay das Intro „Vi Seglar Mot Miklagard“ gesungen hat. Das besondere daran: Es handelt sich um seinen Song in seiner schwedischen Muttersprache. Und wen das immer noch nicht überzeugt hat, dem ist nicht zu helfen.