Wer heute -egal, ob im Hobby- oder Profibereich- nach einem (oder mehreren) passenden Mikrofonen sucht, bemerkt schnell, dass es DAS klassische Mikrofon nicht gibt. Vielmehr unterteilt sich das zur Verfügung stehende Sortiment in viele kleinere Unterkategorien. So werden neben den Groß- und Kleinmembranmikrofonen unter anderem auch Stereomikrofone, Instrumentenmikrofone, Bändchen- und Grenzflächenmikrofone, sowie Messmikrofone angeboten.

Weiterhin haben Interessenten die Möglichkeit, ihr Equipment durch viel Zubehör in dem Bereich aufzustocken und mit kleinen „Extras“ so gegebenenfalls die Klangqualität weiter zu erhöhen.

Welches Mikrofon die richtige Wahl darstellt, ist im Wesentlichen selbstverständlich vom jeweiligen Einsatzbereich abhängig. Im Folgenden sollen die Charakteristika der verschiedenen Modelle vorgestellt werden.

Klein- und Großmembran-Mikrofone

Recording: Mikrofone / Bild: Thomann

Recording: Mikrofone / Bild: Thomann

Die Entscheidung, ob ein Klein- oder ein Großmembranmikrofon genutzt werden sollte, ist für viele Musiker davon abhängig, ob Gesang und Sprache bzw. Instrumentensound aufgenommen werden soll. Als Faustregel gilt hier für viele: Gesang und Sprache sind ein Fall für das Großmembranmikrofon, Instrumente sollten in das Kleinmembranmikrofon gespielt werden. Die Erfahrung im Musikeralltag zeigt jedoch, dass die Grenzen im Laufe der letzten Jahre hier durchaus fließender geworden sind. Gerade in professionellen Studios im Rahmen der entsprechenden Aufzeichnungen werden immer öfter Kleinmembranmikros verwendet, auch im Zusammenhang mit Gesang und Sprache.

In den Bereich der Großmembranmikrofone zählen Geräte, die mit einem Durchmesser von circa 25mm daherkommen. Der Vorteil: die Großmembran-Variante bietet dem Nutzer in der Regel ein etwas stärkeres Signal und einen ansprechenderen Rauschabstand.

Jedoch sollten auch Kleinmembranmikrofone im Zusammenhang mit hochwertigen Studioaufnahmen nicht unterschätzt werden. Sie überzeugen durch ein Richtverhalten unabhängig von der Frequenz. Zudem ist der lineare Übertragungsbereich weiter als bei der Kleinmembran-Variante. Auch der allgemeine Klangeindruck ist in der Regel besser.

Wie immer gibt es jedoch gerade im Bereich der Groß- und Kleinmembranmikrofone Unterschiede, so dass es sich lohnt, die entsprechenden Modelle direkt zueinander in Bezug zu setzen und zu überlegen, welche Erwartungen (zum Beispiel ein akkurater Klang oder ein beeindruckender Sound) im Fokus stehen.

Stereomikrofone

Stereomikrofone kommen heutzutage in den unterschiedlichsten Bereichen, unter anderem auch bei Interviews im Freien, zum Einsatz. Sie eignen sich beispielsweise gut dazu, eine spezifische Atmosphäre, beispielsweise in einer Menschenmenge, aufzunehmen, da sie die Umgebungsgeräusche mitaufnehmen und damit den Einsatz mehrerer Mikros ersetzen.

Die meisten Stereomikrofone arbeiten auf der Basis von Versorgungsspannung bzw. Batterien und Akkus und lassen sich damit besonders komfortabel auch spontan und mobil, zum Beispiel an einem bestimmten Drehort im Freien nutzen.
Im Studio kommen Stereomikrofone auch, jedoch etwas seltener, zum Einsatz. Fazit: wer Tonaufnahmen draußen tätigen möchte und möglichst unkompliziert eine besondere Stimmung (inklusive Hintergrundgeräusche und Atmosphäre) aufnehmen möchte, ist mit einem Stereomikrofon auf der sicheren Seite. Für Aufnahmen im Studio bieten sich andere Varianten eher an.

Instrumentenmikrofone

Wie der Name schon sagt, werden Instrumentenmikrofone genutzt, um den Klang der Instrumente aufzuzeichnen. Doch Stopp! Nicht jede Instrumentenart braucht auch ein separates Instrumentenmikrofon! So ist das entsprechende Mikrofonieren von elektrischen Pianos oder Keyboards beispielsweise wenig verbreitet, da diese Instrumente ohnehin mit einem Audioausgang ausgestattet sind.

Eine wichtige Rolle für das Aufnehmen über ein Instrumentenmikrofon spielt zudem auch die Position des Gerätes. Wird dieses zum Beispiel besonders nah am entsprechenden Instrument platziert, wird weniger Hall aufgenommen. Im Gegenzug: befindet sich das Instrumentenmikrofon weiter von der Quelle entfernt, hat der Klang „mehr Platz“, sich im Raum auszubreiten und wird später aufgefangen. Das Ergebnis: mehr Hall und Echos.

Bändchenmikrofone

Bei den Bändchenmikrofonen handelt es sich um dynamische Mikrofone, deren Membran aus einem dünnen Aluminiumstreifen besteht. Die meisten Musiker nutzen Bändchenmikrofone, wenn es darum geht, besonders weiche Klänge (vor allem im Vergleich zum Kondensatormikrofon) zu erzielen. Mit Hilfe der entsprechenden Gerätschaften lassen sich besonders weiche Töne realisieren. Zudem erweist sich der Sound -je nach Modell- auch klarer und höhenreicher als bei anderen Mikrofonarten.

Viele moderne Bändchenmikrofone verfügen über eine integrierte, aktive Elektronik und unterstützen damit eine Vorverstärkung.

Grenzflächenmikrofone

Grenzflächenmikrofone sind auch für den Laien schnell an ihrer besonders charakteristischen Form zu erkennen. Die Kapsel wurde hier in eine flache Platte eingelassen. Das Gerät selbst wird auf einer größeren Fläche aufgelegt, die den Schall reflektiert. Somit wird nicht nur der Frequenzgang ausgewogener, auch der akustische Raumeindruck wird maßgeblich verbessert. Die Vorteile des Grenzflächenmikros liegen unter anderem damit darin, dass es im Bereich von größeren Flächen zu keinen Reflexionen kommen kann und Raumsignale -im Vergleich zum Direktsignal- wirkungsvoll abgedämpft werden. Ob dementsprechend ein größerer oder ein kleinerer Abstand zwischen Schallquelle und Mikrofon besteht, ist beim Grenzflächenmikrofon weitestgehend unerheblich für das Endergebnis.


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Messmikrofone

Messmikrofone basieren auf einer Kugel-Richtcharakteristik und einem integrierten Kondensator. Der so entstehende breite, lineare Frequenzgang eignet sich hervorragend, um Messungen durchzuführen und den Klang damit zu optimieren. Mögliche Anwendungsideen ist beispielsweise das Messen von PA-Anlagen. Zudem ist es möglich, Schalldrücke mit Hilfe der Messmikrofone noch weiter zu analysieren und gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen.

Während der Einsatz der Messmikrofone in vielen Bereichen, beispielsweise auch im Bereich der Akustik bei der Erstellung von Hörgeräten, mittlerweile zum absoluten Standard geworden ist, gibt es für die Aufnahmen von Instrumenten und Gesang weitaus passendere Lösungen am Markt.

Zubehör für Mikrofone

Um den Nutzerkomfort im Alltag und die Klangqualität zu erhöhen, haben Musiker, Techniker und Co. die Möglichkeit, ihre Mikrofone mit allerlei Zubehör auszustatten. Die Optionen sind hierbei extrem vielseitig.

Ein Windschutz ist beispielsweise vor allem für Outdoor-Aufnahmen empfehlenswert, während ein längeres Kabel die Flexibilität mitunter deutlich erhöht. „Nice to have“ sind zudem Artikel wie Taschen, Ersatzkörbe und Schalter, die den Nutzerkomfort deutlich erhöhen können.

Wie so oft gilt es natürlich dann auch hierbei, sich über die eigenen Ansprüche im Klaren zu sein und auch zu überlegen, inwieweit Vorverstärker, Klemmen und Befestigungen und Adapter als zusätzliches Zubehör in Frage kommen.

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Autorin: Conny


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