Auf den ersten Blick fällt das schlichte Cover kaum mit Besonderheiten auf, erst beim zweiten, etwas genaueren Hinsehen stellt sich der Hintergrund als Gitarrenbox heraus und das ist gleichwohl nichts als auch alles sagend. Dies steht dann auch symbolträchtig für die kommende halbe Stunde metallischer Beschallung. Nach einem kurzen Intro startet man direkt mit dem Stück „Inch Of Lead“ durch und man merkt sofort, dass die Jungs ihre Instrumente beherrschen. Es gibt ein wenig aus nahezu sämtlichen Spielarten der Metalszene und so wechselt man sich munter in Tempo und Gesang ab. Jeder Song ist für sich individuell, aber leider schafft es keiner so wirklich die letzte Zündung, das gewisse Etwas aufzubringen um dem Gesamtwerk einen hohen Wiedererkennungswert zu bescheren. Mal klingt man wie die eine Band und mal tendiert man wieder in eine andere Richtung. Besonders unterstrichen wird dies durch den Gesang, der im Gegensatz zur Gitarren-, Bass- und Drumarbeit, leider nicht so kräftig daher kommt. So rauscht die Platte mit ihren knapp 30 Minuten zwar donnernd an einem vorbei, aber wirklich viel bleibt nicht hängen. Es fehlt der rote Faden mit dem man sich an die Hörerschaft buchstäblich anbinden könnte: Für Thrasher ist der Anteil an Breakdowns zu hoch und es fehlt die dauerhafte Geschwindigkeit und Härte in Sound und Gesang. Das gilt sowohl für Old-School Fanatiker als auch für Jünger des modernen Thrash. Für Modern Metal-Anhänger ist es wohl noch zu altbacken. Besonders hervorzuheben ist allerdings das letzte Stück der EP, welches den Titel „Sounds From The Swamps“ trägt und ein reines Instrumental ist. Hier schaffen es Redestruction den Hörer in einen modrigen Sumpf der amerikanischen Südstaaten zu führen, was nicht zuletzt an einem Hauch Blues im Sound liegt. Aber ein Song alleine reicht nicht um in der Weite der heutigen Metallandschaft auf sich aufmerksam zu machen. Hierfür ist vielleicht ein wenig mehr Richtungseinschlag von Nöten.

Alles in allem ist die EP „Fuckin’ Metal“ genau das was Cover und Titel verheißen. Die einen werden den Titel ins negative drehen, die anderen werden es positiv auslegen. Ich hingegen werde mich der kleinen Minderheit zuordnen, die dem ganzen mit gemischten Gefühlen entgegensteht. Es gibt durchaus Bands und Debüts, die sich einem gewissen Stil fest zuordnen wollen, sei es Death, Thrash, Heavy oder sonst eine Spielart, die dann aber nicht das halten, was man sich aufgrund der Genrevorstellungen verspricht. Dieses Problem haben die jungen Ostfriesen dezent aus dem Weg geräumt, indem sie sagen, dass man sich an Mitteln aus allen Subgenres und Spielarten des (vornehmlich Thrash-) Metal bedient. Soweit ein cleverer Schachzug, allerdings verirrt man sich auf der anderen Seite in zuviel Abwechslung und bekommt musikalisch keinen festen Stand. Auch wenn es altmodisch und so gar nicht modern zu sein scheint, so ist ein wenig Schubladendenken in Sachen Metal durchaus angebracht. Daher gibt es von mir nur eine durchschnittliche Bewertung für das Debüt. Aber wer weiß was die Zukunft der Ostfriesen nicht alles bereit hält.

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