Wertung: 8 von 10

Als Rhapsody Of Fire im August 2011 bekannt gab, dass die beiden Gründungsmitglieder Luca Turilli und Alex Staropoli von nun an getrennte musikalische Wege gehen würden, bedeutete das das Ende einer Ära. Gab es doch von nun an also zwei Kapellen, die sich Rhapsody nennen. Zum einen Luca Turilli’s Rhapsody und zum anderen Rhapsody Of Fire. Zuletzt genannte Band veröffentlicht nun ihr opulentes Live-Album „Live – From Chaos to Eternity“ welches auf der Europa-Tour im Frühjahr 2012 aufgenommen wurde.


Auf zwei CDs wird der Zuhörer während der knapp zwei Stunden Spielzeit auf eine musikalische Zeitreise entführt. Die Songauswahl ist verdammt gut getroffen. So wurden sowohl Songs der ganz frühen Alben wie zum Beispiel „Land of Immortals“, aber auch aktuelle Stücke wie „From Chaos to Eternity“ mit in die Setlist aufgenommen. Zwischen den Songs hört man immer wieder die düstere, geheimnisvolle Erzählstimme von Christopher Lee. Das schafft einen wunderschönen Spannungsbogen und lässt einem das Album schon fast wie ein Studio-Album vorkommen. Hinzu kommen die gezielt eingesetzten Ansagen Sänger Fabio Liones, mit welchen die Band eine gute Interaktion mit dem Publikum erreicht.

Keyboarder Alex Staropoli betont, dass wirklich alles komplett live gespielt wurde. Ob das wirklich zu hundert Prozent stimmt, möchte ich an dieser Stelle einmal bezweifeln. Dafür klingt der Sound einfach zu sauber und schon fast etwas klinisch. Außerdem klingen die Reaktionen im Publikum teilweise doch etwas gekünstelt. Aber sei`s drum. Auf jeden Fall ist die Produktion überwältigend. Der Mix ist einwandfrei und alles kommt druckvoll aus den Boxen. Gerade bei den ruhigeren Stücken beispielsweise ist der Gesang glasklar zu hören. Insgesamt wirkt Fabio Lione stimmlich sehr stark und bleibt ohne Fehler. Er schafft es immer wieder jedem einzelnen Stück seinen ganz besonderen Charakter zu verleihen. Sehr schön unter Beweis stellt er das bei „Lost in cold dreams“ vom 2010er Album „The Frozen Tears of Angels“.

Aber auch schnellere Stücke wie „Unholy Warcry“, „Dawn of Victory“ oder „Holy Thunderforce“ werden gesanglich bestens intoniert. Das treibende Schlagzeug ist äußerst präzise und sicher gespielt, und die restlichen Instrumente fügen sich eindrucksvoll in das Gesamtgefüge ein. Die Rollen sind klar beschrieben und niemand tanzt aus der Reihe. Alles läuft bestens nach Drehbuch zusammen. Hier wird der Begriff „episch“ neu definiert. Und wie es in jedem guten Drehbuch so vorgesehen ist, kommt es auch hier am Ende zum großen Showdown. Nachdem noch einmal alte Klassiker wie „Knightrider of Doom“ und „Emerald Sword“ zum Besten gegeben werden schließt die Show mit dem letzten Teil des „Heroes of the Waterfall’s Kingdom“-Epos „The Splendour of Angels’ Glory (A final revelation)” vom 2011er Album “From Chaos to Eternity”. Happy End.

Fazit: „Live – From Chaos to Eternity“ überzeugt vor allem wegen seiner guten Songauswahl. Das macht die Scheibe gerade für Neu-Fans interessant. Aber auch die Die-Hard-Fans werde ihre Freude an dem Album haben. Die vermittelte Atmosphäre ist packend und mitreißend. Das Einzige, das man unseren italienischen Freunden vorwerfen könnte, wäre die etwas glattgebügelte und fehlerfreie Produktion. Wie bereits weiter oben erwähnt klingt das Album eher nach Studio-Aufnahme als nach Live-Produktion. Aber letzten Endes passt das wohl einfach zum Image dieses Genres. Daher wohl nichts für Genre-Fremde.

Tracklist:

CD 1:

  • 01. Dark Mystic Vision
  • 02. Ad Infinitum
  • 03. From Chaos to Eternity
  • 04. Triumph or Agony
  • 05. I belong to the stars
  • 06. The Dark secret
  • 07. Unholy Warcry
  • 08. Lost in cold dreams
  • 09. Land of Immortals
  • 10. Aeons of raging darkness
  • 11. Drum Solo

CD 2:

  • 01. The March of the Swordmaster
  • 02. Dawn of Victory
  • 03. Toccata on bass
  • 04. The village of dwarves
  • 05. The Magic of the wizard’s dream
  • 06. Holy Thunderforce
  • 07. Reign of Terror
  • 08. Knightrider of Doom
  • 09. Epicus Furor
  • 10. Emerald Sword
  • 11. Erian’s lost secrets
  • 12. The Splendour of Angels’ Glory (A final revelation)
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