Bilanz von Rise after the Storm:

Sechs Bands, knapp 500 zahlende Gäste, viel Bier, noch mehr gute Stimmung, ein in der Wiese festgefahrener LKW, ein leicht übernächtigtes Team von OsnaMetal und ein Erlös von ca. 3000 Euro..

Stellt man diese Bilanzen gegenüber, wird klar, dass nicht allein der finanzielle Aspekt im Vordergrund des Benefiz-Konzertes stehen konnte.

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OsnaMetal.de demonstrierte den Willen zur Hilfe in unmittelbarer Nachbarschaft des OsnaMetal.de-Büros – und bewies damit, dass auch ein Franziskanerinnenkloster und ein Magazin für meist jugendliche Subkulturen solidaritätsfähig sind. Verstärkt wurde dieser Eindruck durch den Schulterschluss mit dem bekannten Rock-Versandhaus EMP und dem Osnabrücker Headshop Shirt’n’leaf.

Die Anspannung stand dem gesamten Team am 02. Juni ins Gesicht geschrieben. Obwohl durch zahlreiche Sponsoren im Vorfeld alle Unkosten des Festivals bereits getilgt werden konnten, war der Erfolgsdruck immens. Daran mag die mediale Begleitung dieses Ereignisses im Vorfeld nicht ganz unschuldig sein – Hauptursache war jedoch der Wunsch, bei all den vorherigen Anstrengungen mehr als nur einen Achtungserfolg aufweisen zu können.

Um dies zu erreichen, traten zuerst die Jungens von Senomor an. Die Georgsmarienhütter Band war nicht zufällig ausgewählt worden – sind die Musiker zum Teil doch selber Schüler des Marienheims und damit unmittelbar betroffen.

Das tat der Spielfreude keinen Abbruch, und am Anfang punkteten sie auch mit Covern von Die Toten Hosen, Ramones und Metallica. Es war jedoch allein der große Name, der für Gefallen sorgte – spielerisch handelte es sich um eine Nachwuchsband, die ihr Talent noch nicht voll entfaltet haben mag. Dies wurde deutlich an den folgenden, eigenen Stücken, die zwar alle recht passabel klangen, das Publikum jedoch nur bedingt anheizten. Dennoch zeigten sie ihr Bestes und vermittelten – mir zumindest – blendende Laune.

Es folgten No Grace, die mit deutschsprachigem Crossover ein wenig mehr Professionalität vermittelten. Obgleich vom Publikum – mittlerweile waren fast 250 Gäste anwesend – nur zögerlich angenommen, lässt sich an dem leicht metallastigen Sound des Trios nur schwer etwas aussetzen. Allenfalls die Texte, von der Band als „poetisch“ umschrieben, mögen nicht jedermanns Gustus entsprechen – aber auch dies ist Geschmackssache. Von daher war der Gig von No Grace als ein solider Auftritt zu werten, dem die erhoffte (und verdiente) Publikumsresonanz leider versagt blieb.

Dies änderte sich nur geringfügig bei Strange Behavior. Auch von dieser Combo sind Mitglieder „hauptberuflich“ als Schüler des Marienheims tätig. Positiverweise waren hier auch einige Fans mit angereist, so dass doch ein wenig Leben vor der Bühne herrschte.

Dies verwundert nicht: Musikalisch schon etwas reifer, überzeugte die Gruppe vor allem mit der eindringlichen Stimme von Sängerin Atti, die man mit der besten Bedeutung des Wortes als „Rockröhre“ bezeichnen möchte. Stimmige Arrangements taten ihr Übriges, um das Publikum Stück für Stück warmzukochen.

Beste Voraussetzungen also für Die Millionäre aus Dortmund. Mit frischem, deutschsprachigen und durchaus fröhlichem Highschool-Rock, oftmals mit mehr als nur einem zwinkerndem Auge versehen, begann jetzt endlich die richtige Konzertstimmung.

Mittlerweile zeichnete sich der Erfolg des Abends ab. Der Zähler an der Kasse zeigte beinahe 400 Leute, die Menge, die sich vor der Bühne und um Pizza-, Met- oder Bierstand versammelt hatte, zeigte gute Laune und der Himmel zeigte wolkenlose Bläue, die sich uhrzeitbedingt jedoch langsam verdunkelte. Vereinzelt wurde eine Schwester erblickt, die sich am Headbangen versuchte.

Dazu animiert wurde sie von den lokalen Headlinern Third Cucumber, die sich in den letzten Jahren zu einer bekannten Größe in der Osnabrücker Musikszene heraufmusiziert haben. Mit ihrem Stil, der immer noch starke Parallelen zu bekannten Amipunkbands wie Blink 182 aufweist, schafften sie es auch ohne weiteres, das Publikum vor der Bühne zu ausgelassenen Tanzeinlage zu animieren.

Trotz häufiger Kritik: Bei Third Cucumber wurde deutlich, dass es nun einmal um Gute-Laune-Musik geht. Das sah auch Daniel von Indoor so, der sich spontan zu einem kleinen Gastauftritt hinreißen ließ und zusammen mit Band und Publikum abfeierte.

Die Erwartung war anschließend groß, als Kind im Magen? gegen 22.45 auf die Bühne traten. Viel hatte ich bereits über sie gehört, aber noch nichts von ihnen – da war ich gespannt, ob sie ihrer Rolle als Headliner gerecht werden würden.

Und das taten sie wahrlich! Mit poppigem Deutschrock, der wohl als Mischung aus Die Toten Hosen und Sportfreunde Stiller einigermaßen umschrieben werden kann.

Eine Mischung, die begeisterte. Ebenso wie Third Cucumber wurden Kind im Magen? begeistert gefeiert und ebenso wie jene machten sie den Eindruck, dass nicht allein das Publikum Spaß an der Sache hatte. Dazu mag beigetragen haben, dass sie – dem Anlass entsprechend – auch ihre Single „Stadt der Winde“ mit im Gepäck hatten.

Fazit des Abends? Am besten brachte es Benny von Schaumschlag, der Schlagzeuger von Kind im Magen?, gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung auf den Punkt: „Für einen guten Zweck prallen hier zwei Welten aufeinander. Das ist super!“

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