Man mag es kaum glauben, aber trotz derzeit nasskalter Temperaturen kündigt sich die Open-Air-Saison 2017 an! „Angegrillt“ wird für Freunde metallischer Rockklänge wie gewohnt auf dem Rock Hard Festival, das im Vorjahr restlos ausverkauft war. Kein Wunder, dass der Vorverkauf bereits auf Hochtouren läuft…

ROCK HARD Festival 2017 – (Freitag, 2. Juni bis Sonntag, 4. Juni)

ROCK HARD Festival 2017 im Amphitheater in Gelsenkirchen

ROCK HARD Festival 2017 im Amphitheater in Gelsenkirchen

Ganz druckfrisch auf den Postern steht die schwedische Kultband OPETH, deren phantasievolle Klangwelten mit Ausflügen in Prog-, Folk- und Death Metal-Sphären ein immer größeres Publikum erreichen. Konsequenterweise wurde diese Einzigartigkeit von den Plattenkäufern in 2016 mit einer „Nummer 1“-Platzierung in den deutschen Charts belohnt. Damit nicht genug: Den diesjährigen Doppelschlag machen die Senkrechtstarter BLUES PILLS perfekt, die den Chart-Gipfel einige Monate vorher erklommen. Der Erfolg der Retrorocker (Einflüsse: Janis Joplin, Rory Gallagher, Led Zeppelin, Black Sabbath) ist eine kleine Sensation, wenn man bedenkt, dass hier ausnahmsweise unermüdliche Tourneen und musikalische Qualität ausschlaggebend waren und weniger das Marketing-Budget einer großen Plattenfirma.
Den musikalischen Gegenpol markieren die polnischen Black-Metaller BEHEMOTH um den charismatischen Frontmann Adam „Nergal“ Darski, die mit einer atemberaubenden Show dem Amphitheater einheizen werden.

Mit der US-Legende FATES WARNING gibt endlich die vielleicht wichtigste Progressive-Metal-Band wieder ihre Visitenkarte ab, während die dänischen Rocker D-A-D mit einem brandneuen Album zur ausschweifenden Party einladen. Von der kalifornischen Abrissbirne EXODUS und den schwedischen Doomstern CANDLEMASS erwarten die Fans Klassiker en masse. Die „Tulpenschlächter“ ASPHYX kommen mit „Incoming Death“ über die Grenze gedonnert. SKYCLAD haben für ihren Folk Metal garantiert eine Geige im Gepäck, während die Okkult-Rocker BLOOD CEREMONY in Kanada eine Flöte einchecken. Vom ehemaligen Manowar-Gitarristen ROSS THE BOSS behauptet man, dass er das gewaltige Songmaterial der True-Metal-Legende besser im Griff hat als seine ehemaligen Mitstreiter. THE DEAD DAISIES sind eine hochkarätig besetzte Rock ́n ́Roll-Maschine mit ehemaligen Whitesnake-, Thin Lizzy und Mötley Crüe- Mitgliedern, während der Gitarrist ROBERT PEHRSSON wiederum im schwedischen Underground bestens vernetzt ist. Und mit SECRETS OF THE MOON, KETZER, DUST BOLT und MANTAR treten vier deutsche Bands auf, die in den vergangenen Jahren die deutlichsten Fortschritte gemacht haben.
Wie immer also ein handverlesenes, originelles Programm der Rock-Hard-Redaktion mit exklusiven Auftritten und den heißesten Themen der Szene!

Nur 7.500 Karten werden für das mit Sicherheit bis auf den letzten Platz gefüllte Amphitheater verkauft, das mit seinen aufsteigenden Rängen für die perfekte Sicht aufs Bühnengeschehen sorgt. „Das vergleichsweise intime Ambiente ist nach wie vor der größte Pluspunkt der Veranstaltung“, betonen die Rock-Hard-Macher einmal mehr den stets familiären Charakter des Festivals, bei dem sich die Musiker gerne unter das Publikum mischen und die Fans mit Sprechchören die Security (!) feiern. Metal Market, Gitarren-Equipment zum Ausprobieren, ein multimediales Biergarten-Programm und eine Nacht-Disco im neuen Design runden das Programm ab.

Die 3-Tages-Tickets kosten 86,90 Euro inklusive aller Gebühren (Ticket + Camping: 108,40 Euro)
Ticketlink: http://shop.rockhard.de/rock-hard/rock-hard-festival.html

Aktuelle Informationen, Videos und Interviews der beteiligten Bands sowie Impressionen vom Gelände findet man auf den Festival-Pages: www.rockhardfestival.de www.facebook.com/rockhardfestival

Das bisherige Billing fürs ROCK HARD FESTIVAL 2017

OPETH
BEHEMOTH
BLUES PILLS
FATES WARNING
D-A-D
EXODUS
CANDLEMASS
ROSS THE BOSS
THE DEAD DAISIES
ASPHYX
SKYCLAD
SECRETS OF THE MOON
MANTAR
KETZER
BLOOD CEREMONY
ROBERT PEHRSSON‘S HUMBUCKER
DUST BOLT
NIGHT DEMON
Web: www.rockhard.de


Blood Ceremony – Living With The Ancients

Die Parallelen zu TDB? Einmal natürlich die musikalische Ausrichtung an sich und desweiteren die Tatsache, dass hier mit Alia O’Brien ebenfalls ein weibliches Wesen für die Leadvocals verantwortlich zeichnet. Dieses ist im Booklet sowie auf Promofotos erst mal immer eine tolle Sache, weil diese ganz und gar nicht hässliche Person schon mal ein Pfund ist, mit dem man aus Werbezwecken seitens der Plattenfirma wuchern kann.

Aber auch, wenn man mal die hormonellen Einflüsse bei der Bewertung der Musik versucht wegzulassen (was mir als Mann naturgemäß nicht so ganz leicht fällt) muss man konstatieren, dass Frau O’Brien eine wahrlich beeindruckende Stimme hat, welche über reichlich Volumen und Tiefe verfügt. Da man dies von Farida, der Sängerin der allmächtigen The Devil’s Blood, nicht uneingeschränkt behaupten kann, sind die Kanadier schon mal leicht im Vorteil.
Und die Songs? Tja, da kann ich nicht anders als ein lautes „Chapeau!“ zu krächzen!

Ich höre mir grade beim Verfassen dieser Zeilen zum geschätzt 25ten mal das Album an und hätte nicht gedacht, dass meine Begeisterung noch größer werden könnte, als sie es schon beim fünften Durchhören war.

Zu behaupten, dass The Devil’s Blood mit „Living With The Ancients“ vom Koch zum Kellner degradiert worden sind, ist wohl eine Aussage mit nicht grade geringem Wahrheitsgehalt. Hier stimmt einfach alles: Die Atmosphäre der Songs, deren Zusammenstellung und Reihenfolge auf dem Album, das vorhandene Hitpotenzial sowie die sehr lebendige Produktion von Sanford Parker.

Die Texte mit ihren wahrlich „okkulten“ Inhalten (Hexentänze und andere lustige Rituale) ergänzen die Musik perfekt, aber selbst wenn man kein Wort Englisch versteht, spürt man aufgrund der tranceartigen Wirkung der Lieder sofort, dass die Musik von geheimen und verbotenen Dingen handeln muss.

Als besonders effektiv erweist sich hier der Einsatz von Querflöte und Orgel, da diese Instrumente die Stimmung perfekt unterstreichen (und mir überaschenderweise nicht auf den Sack gehen) und dafür sorgen, dass man sich vorkommt wie ein Protagonist in „Rosemarys Baby“ bzw. „The Omen“.

Songs, die man gehört haben muss? Eigentlich alle, aber um mal ein wenig spezifischer zu werden:
„The Great God Pan“: Passt auch als Titel treffend, da dieser pelzige Bursche natürlich sofort mit Flöteninstrumenten in Verbindung gebracht wird (Panflöte anyone?).

Dann natürlich der rockigste Song des Albums, „My Demon Brother“, sowie „Night of Ogury“, welches durch den exzessiven Orgeleinsatz eine ganz besondere Stimmung entfaltet.

Ihr absolutes Meisterstück haben sich die Kanadier aber für den Schluss des Albums aufgehoben: Das zehnminütige „Daughter Of The Sun“ ist an Intensität kaum zu überbieten und liefert mit dem Break nach viereinhalb Minuten den geilsten Ausrastmoment der jüngeren musikalischen Vergangenheit!

Ich wäre in meinem momentanen Zustand eigentlich versucht, hier die Höchstnote zu zücken. Aber dieses Album auf eine Stufe zu stellen mit „Piece Of Mind“, „De Mysteriis Dom Sathanas“ oder „Seasons In The Abyss“ und es somit zu einem Jahrhundertklassiker zu adeln, traue ich mich dann doch nicht. Davor muss erst mal der Test Of Time bestanden werden und ich denke, mein endgültiges Urteil zu „Living With The Ancients“ werde ich Euch dann in 15-20 Jahren mitteilen können.

Bis dahin also!

Trackliste:
01. The Great God Pan
02. Coven Tree
03. The Hermit
04. My Demon Brother
05. Morning Of The Magicans
06. Oliver Haddo
07. Night Of The Ougury
08. The Witch's Dance
09. Daugher Of The Sun

Secrets Of The Moon – Antithesis

Voller freudiger Erwartung schob ich also den Silberling in den Player. Doch was da aus den Boxen kam war irgendwie ziemlich komisch, ja, fast schon langweilig. Das konnte doch nicht sein. Also nochmal das ganze. Beim zweiten Durchgang hörte sich das dann schon anders an und je mehr ich diese CD hörte, umso mehr gewann ich Freude an ihr.

Denn Secrets of the Moon spielen alles andere als klischeebeladenen Black Metal. Sie kreieren mit ihrem Album einen ganz besonderen Stil, der absolut aus der Menge heraussticht. Songs voller Düsternis und Magie, teilweise schon fast episch daherkommend. Einerseits sehr druckvoll mit stampfenden Drumparts und treibenden Gitarren, welche wunderbar disharmonisch rüberkommen (was zu der Atmosphäre der einzelnen Tracks hervorragend passt), andererseits verliert man sich in den durchaus mitreißenden ruhigen Passagen des Albums. Allerdings sind auch diese sehr Besitz ergreifend was das Gehör anbelangt. Diese Mischung, gepaart mit der Stimme des Sängers sG, die verdammt druckvoll und aggressiv aus den Boxen schallt, zieht den geneigten Hörer sofort in den Bann von Secrets of the Moon.Man muss dazu sagen, dass dieses Album keines ist, was beim ersten mal Hören runtergeht wie Öl. Es ist so facettenreich, dass man sich hier nicht auf den ersten Höreindruck verlassen sollte, sondern unbedingt die Endlosschleife anschalten sollte, denn mit jedem zusätzlichen Hören frisst sich diese Scheibe zunehmender in die Gehörgänge. Das spricht absolut für das Können der Band. Die Bandmitglieder zelebrieren ein wundervolles Zusammenspiel. Nur der Sound könnte noch etwas klarer rüberkommen.

Die Lyrics sind gut gewählt und werden vom Sänger mit voller Härte rübergebracht. Einziges Manko an dieser Stelle ist, dass manche Strophen bis zu vier mal in einem Lied wiederholt werden. Daran hätte man etwas arbeiten können. Das hätte dem ohnehin schon sehr guten Album noch mehr Individualität beschert.Als Fazit sei gesagt, dass sich jeder, der offen für etwas Innovatives im BM-Bereich ist (und in diesem Bereich ist wirkliche Innovation nun doch eher selten), sich diese Scheibe unbedingt zulegen sollte. Allerdings muss hier auch darauf hingewiesen werden, dass dieses Album nicht wie viele andere mit mehrmaligem Hören langweilig wird, sondern hier das Gegenteil der Fall ist. Je mehr man sich auf diese Band einlässt, umso interessanter wird sie. Die CD ist am Anfang noch sehr sperrig was das Hörvergnügen anbelangt, sie wird aber immer „runder“, je öfter sie gespielt wird.

Hier noch meine Anspieltips: Seraphim is dead, Lucifer speaks.

Fates Warning – Live in Athens (DVD)

Nach über 20 Jahren des Musikerdaseins stellt sich einem doch glatt die Frage: Rocken die denn in dem Alter überhaupt noch auf der Bühne? Diese lässt sich anhand des am 20.02.2005 im „Gagarin“ in Athen auf Video konservierten Konzertes ganz leicht beantworten: Ja! Frontmann Ray Rider geht immer noch ab wie Schmidts Katze und auch seine Mitstreiter liefern ebenfalls eine 1-A Performance ab.

Die Songsauswahl kann man nur als allererste Sahne bezeichnen. Sie ist quasi ein Querschnitt durch die Höhepunkte des gesamten Werdegangs der Band und zeigt klar und deutlich auf, weshalb Fates Warning nicht umsonst eine der besten Progressive Metal Bands ist. Die Kameraführung lässt sich als ordentlich beschreiben. Sie stellt zwar keine neuen Maßstäbe dar, lässt jedoch auch beim Fan, der zuhause bleiben musste oder gerade keine Zeit hatte, die Show in Athen vor Ort mitzuerleben, ebenfalls Konzertstimmung aufkommen. Besonders gut gefällt mir der Sound, der immer sauber und druckvoll ist und so das präzise Zusammenspiel von Nick D’Virgilio (seines Zeichens Drummer bei der Progressive Rock Legende Spock ́s Beard) und Konsorten klar hörbar macht.

Zu dem Athen-Konzert gibt es noch einige Backstagszenen und zwei Songs vom „Halland Headway Festival“ 2005 mit Mike Portney als Verstärkung. Im Großem und Ganzen kann man „Live in Athens“ als sehr ordentliche Live DVD beschreiben, die sich jeder Fates Warning Anhänger ruhigen Gewissens ins heimische DVD Regal stellen darf. Daumen hoch!

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Autor: ArchiVader


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