Leider zum letzten Mal fand am 09.10.2010 das von OsnaMetal.de organisierte Mini-Underground Festival „Rock the night” statt. Zu Grabe getragen wurde das Festival von den Bands: Dominator, Intöxicated, Lunarsphere, Bitter Piece und Dawn Of Disease.


Von Begräbnis-Stimmung ist allerdings nichts zu spüren, als Dominator die Bühne des gut gefüllten neuen Bastard Clubs betreten. Das Publikum ist hungrig nach geiler Musik, guter Stimmung und jeder Menge Spaß. Und so verwundert es auch nicht, dass Dominator mit ihrer Mischung aus kreischigem Gesang und groovigen Thrash Attacken der Marke Kreator leichtes Spiel haben, die feierwütige Meute zu begeistern. Auch wenn die Jungs auf der Bühne manchmal ein wenig steif wirken, kann man von einer soliden Leistung sprechen. Der Sound ist ok, ganz besonders das Schlagzeug leistet einen ordentlichen Beitrag zu dem durchweg satten Klang. Als besonderes Schmankerl präsentieren Dominator zum Ende des Sets ihre eigene Version des Sodom Klassikers “Agent Orange” und locken damit die ersten Headbanger vor die Bühne.

Nach kurzer Umbaupause kommen die agil und spielfreudig wirkenden Intöxicated auf die Bühne. Zumindest alle, bis auf den Drummer, für den die Umbaupause wohl doch etwas zu kurz war. Insider aus dem Backstageraum berichten von hektisch wummerndem Klopfen aus dem WC und einem blitzschnell auf die Bühne stürmenden Drummer. Rechtzeitig zum Ende des Intros sind dann alle Mitglieder der Band auf der Bühne und rocken richtig ab. Die Gitarrenarbeit ist lobenswert und dem Schlagzeuger merkt man an, dass er richtig Spaß hat, die Felle zu vertrimmen. Beim Publikum kommt die Musik, die ein bisschen wie Motörhead auf Speed klingt, sehr gut an. Die Mischung aus Thrash Metal, rotzigem Rock und einer gewissen Tankard-Attitüde sorgt beim Publikum für einen ordentlichen Moshpit und diverse Circle pits. Es macht wirklich Spaß, dieser Band zuzusehen.

Melodic Death Metal alter Schule präsentieren uns danach Lunarsphere. Leider hat die Band etwas mit dem Sound zu kämpfen. Die Gitarren krächzen in den höheren Lagen ziemlich derbe. Ganz besonders, wenn man direkt vor den an der Decke hängenden Boxen steht. Die Leute vor der Bühne scheint das allerdings wenig zu stören, die Stimmung ist von Anfang an auf dem Höhepunkt. Sänger Zwiebel heizt das Publikum ordentlich an und animiert durch seine ausgiebigen Ausflüge ins Publikum zu ausgelassenem Feiern. Technisch gehört diese Band sicherlich zu den stärksten des Abends. Der Wechsel zwischen Kreischen, Grunzen und cleanem Gesang macht die Musik sehr interessant. Richtig gut an kommt das In Flames Cover “Episode 666”, zu welchem dann noch ein Gast auf die Bühne geholt wird.

Mit bretthartem und straigthem Death Metal ohne viel Geschnörkel begeistern uns die Jungs von Bitter Piece. Die Osnabrücker Lokalmatadore profitieren sicherlich ein Stück weit von den durchweg guten Bands vor ihnen, die die Meute ordentlich angeheizt haben. So reicht dem Sänger heute Abend ein schlichtes „Oooooosnaaaaaa“ und schon reißen die Leute vor der Bühne ihre Pommesgabeln in die Luft und zelebrieren einige derbe Moshpits. Aber auch die sehr variabel agierenden Gitarren und das abwechslungsreich gespielte Schlagzeug machen den Auftritt von Bitte Piece zu einem echten Hörvergnügen. Der Gesang ähnelt mal ein wenig dem von Danni Filth (Cradle Of Filth) und mal ein wenig dem von Johann Haeg (Amon Amarth). Zum Abschluss ihres Auftritts holen Bitter Piece dann noch Veranstalter Marc Wiesenberg auf die Bühne, um zusammen zu rocken. Marc macht seine Sache gut und grölt ordentlich mit.

Den etwas undankbaren Job, als letzte Band auf die Bühne zu müssen, haben heute Dawn Of Disease. Mit ihrer düsteren Mischung aus Black- und Death Metal haben sie es auch nicht leicht, das Publikum zu begeistern. Nach und nach füllt sich der Saal allerdings noch einmal und die Leute feiern auch Dawn Of Disease standesgemäß ab. Die Band ist sehr agil auf der Bühne und zum ersten Mal an diesem Abend kann man auch Propeller Banging auf der Bühne sehen. Die Stücke sind abwechslungsreich von düster groovend bis hin zu schnell und aggressiv. Überzeugend sind vor allem die gute Gitarrenarbeit und die sauber gespielten Soli.

Gegen Mitternacht ist das Requiem dann vorbei und neben dem kleinen Wermutstropfen, dass es die letzte Rock the night war, bleibt die Erinnerung an eine wirklich gute Festivalreihe, die heute Abend ihren würdigen Abschluss gefunden hat. Der neue Bastard Club hat sich als Konzertlocation sehr gut bewährt und auch die Resonanz beim Osnabrücker Publikum kann sich sehen lassen. Knapp 250 Gäste waren heute anwesend und haben richtig geil abgefeiert. Bis zum Schluss war die Stimmung einfach nur genial und auch auf der abschließenden After Show Party war noch so einiges los.

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