Kurz danach stieß Don Schiff zu ihnen, der mit dem NS/Stick ein acht-saitiges Instrument in die Band einbrachte, das dem Bass ähnelt. 1995 brachten die drei gemeinsam ihr zweites Album “Brutale Architecture” in die Plattenläden, und tourten mit Sessiondrummer Tommy Amato durch Amerika und Europa. Dabei nahmen sie das 1997 erschienene Live-Album “Earth Below and Sky Above: Live in Europe and America“ auf, worauf 1999 das letzte Album „Oblivion Days“ erschien. Seit damals sind nun rund sieben Jahre vergangen, in denen sich wohl so einiges an Songideen bei Norlander angesammelt hat, die nun auf dem neuen Album „Revolution Road“ ihren Ausdruck fanden.Neben einigen Veränderungen im LineUp (Gregg Bissonette (u.a. David Lee Roth) hat Amato an den Drums ersetzt und David McBee hat die Vocals übernommen) zeugt die Platte vor allem von einem deutlichen Stilwechsel bei den Rocket Scientists. Die aus dem vorhergehenden Album noch bekannten kräftigen Hard Rock- und Metalanteile sind deutlich zurückgegangen, wenn auch nicht ganz verschwunden. Was man stattdessen bekommt ist eine sehr seichte Variante des Prog Rock, der bereits Loft-tauglich dahinplätschert. Gerade vor dem Hintergrund, dass McBee in die Band gekommen ist, der ein wirklich kraftvolles Organ besitzt, ist diese deutlich langsamere und weichere Gangart der Band nicht zu verstehen. Auch das McBee von den beachtlichen 18 Titeln mit über 100 Minuten Spiellänge nur fünf Songs einsingen darf, ist da für mich nicht verständlich. Einzig bei „Dream in Red“ wird ein wenig mehr Gas gegeben, und alte Hard Rock Laute sind zu vernehmen, bei denen man eher gewillt wäre, sich aus dem Sessel zu erheben.Lässt man sich auf das veränderte Spiel auf „Revolution Road“ ein, so erkennt man dennoch klar die musikalischen Talente der Größen die hinter Rocket Scientists stecken, und auch ihre kompositorischen Leistungen sind hinter den weichen Tönen deutlich auszumachen. Vor allem der erste Silberling hält viele Überraschungen und ungewohnte Ausflüge in den Bereich der Akustikgitarren und den Kampf zwischen Gitarre und Keyboard bereit (z.B. in „Revolution Road“). „Better View“ bietet zudem eingehende Refrains, die allerdings schon fast Kaminfeuerstimmung aufkommen lassen, und mir eindeutig zu weich werden.Deutlich schlechter sind allerdings die Werke auf der zweiten CD, die mit alltäglichen Baselines und schon fast langweilig-bekannten Hooks aufwarten. Ein Durchhören fiel deutlich schwerer als bei der ersten Scheibe, und so überrascht es leider auch nicht, das der finale Track „After the Revolution“ mit zwar über 13 Minuten Laufzeit einen lange davon abhält die CD zu wechseln, aber doch als Abschluss der Doppel-CD versagt.Fazit: Die erste CD wartet in so gut wie jedem Track mit vibrato Keyboardeinlagen auf, und bietet nur wenig Hard Rock taugliche Aspekte. Dennoch ist sie für seichte Hintergrundmusik a lá Besuch in Szenebars oder für einen geselligen Redeabend geeignet. Erik Norland-Fans sollten hier einmal hineinlauschen. Die zweite Scheibe kann leider so gar nicht überzeugen.Anspieltipps: „Dream in Red“, „Gypsy“

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