Wertung: 9 von 10

Die Jungs von Rootwater wollen es wissen! Mit 1.000 Promos der aktuellen LP „Visionism“, hinausgeschickt in die weite Welt, möchten die Polen raus aus der Heimat und weg von der Marke System Of A Down-Nachmacher. Denn Rootwater sind mehr. Wesentlich mehr!!


Seit dem Gründungsjahr 2002 wurden schon drei Longplayer und eine EP veröffentlicht. „Visionism“ ist somit das vierte Album und das erste unter den Fittichen von Mystic Production.

Nach den 14 bombastischen Songs von „Visionism“ ist man erstmal halb erschlagen, doch gleichzeitig begeistert. So bietet die Musik Einflüsse aus Nu Metal, Thrash Metal, Hardcore und Folk und findet unterm‘ Strich doch einen eigenen Sound. Während die älteren Songs noch wesentlich folkiger angehaucht waren und teilweise in anderen Sprachen, wie polnisch, eingesungen waren, wurde auf „Visionism“ der Folk-Anteil etwas zurückgeschraubt, stellenweise aber doch gekonnt, dezent eingesetzt. Zum Beweis eine kleine, etwas genauere Betrachtung von „Visionism“:

„Intro“: Mit einer perfekten Länge von zweieinhalb Minuten wird erst mal eine kleine Hans-Zimmer-würdige Atmosphäre aufgebaut. Bis dann nahtlos in den ersten Knüller übergegangen wird.

„Venture“ beginnt mit Doublebass und einem grandiosem Befreiungsschrei des Sängers Maciej Taff, klingt dann wie ein Bastard aus Slipknot und System Of A Down (Eine Stimmgewalt wie Corey Taylor hat er allemal!) und bietet dann einen perfekten Refrain mit schmutzig, rockigem Clean Gesang. Allein dieser Song ist so vielseitig (zwischendurch gibt es zudem noch kleine Rap-Einlagen), dass es schwer sein wird, diese Niveau überhaupt halten zu können.

„Living In The Cage“ ist die erste Single Auskopplung, zu der auch ein Video gedreht wurde s.u. Überzeugt euch selber. Auch hier sticht die wahnsinnige Stimme des Sängers heraus. So vielseitig einsetzbar, dass man fast denkt, es muss sich um mehrere Sänger handeln, gibt es selten. Allein dafür fünf Gitarren.

„Closer“: Die erste Spur von Folk. Ein orientalisch klingendes Violinenspiel als Betonung des sonst, tiefgestimmten, Hardcore-ig angehauchten, Song. Klingt abgefahren, ist aber so. Wer ein klein wenig mehr Hardcore mag, wird das 38 Sekunden lange „Freedom“ lieben. „The Ministry“ gibt nochmal richtig Gas. Hier kommt der Name Sepultura ins Gedächtnis, was stellenweise schon mal an der Oberfläche gekratzt hat. Der Song ist schnell, aggressiv und knüppelt sich befreiend, voller Wut in die Anspieltipp-Reihe. Erwähnenswert sind noch die kleinen Trompetenklänge, die zwischendurch zu hören sind, keine Angst, es passt hervorragend und klingt in keinster Weise nach Ska.

Als letztes muss man noch unbedingt „Haydamaka“ nennen. Der Bonustrack lässt zum ersten Mal die Wurzeln der Band erkennen: Polen. Die Musik könnte ein polnisches Volkslied sein, ist aber geradezu genial mit Metalriffs und einem heiteren Gesang unermalt worden. Das Gute-Laune Lied schlechthin. Dagegen sehen Korpiklaani alt aus.

Weitere Anspieltipps sind „Steiner“, „Living In The Cage“, „Alive“ und der Rest des Albums.

Fazit: Rootwater bieten auf „Visionism“ sehr viel. Der Gesang ist bemerkenswert vielseitig und zeigt keine Schwächen, wobei die Stimme in einer Liga mit Amorphis– Sänger Tomi Joutsen spielt und die System Of A Down Sänger locker in den Schatten stellt. Die Songs sind vielseitig, unterhaltsam, durchgeknallt und verrückt, weisen wahre Songwriting-Talente auf und lassen den Hörer nur noch erschlagen und glücklich zurück. Bis auf kleine Hänger wie in „Follow The Spirit“ gibt es wenig zu mäkeln. Diese Band muss live der Hammer sein und es ist klar, dass diese CD nicht in den Unterwelten meines Schrankes verschwinden wird.

Eine kleine Kostprobe gibt es hier, das offizielle Video zu „Living In The Cage“.

Tracklist:

  • 01. Intro
  • 02. Venture
  • 03. Living In The Cage
  • 04. Closer
  • 05. Frozenthal
  • 07. Timeless
  • 08. Realize
  • 09. Follow The Spirit
  • 10. Alive
  • 11. The Ministry
  • 12. Steiner
  • 13. Under The Mask
  • 14. Visionism
  • 15. Haydamaka

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen