Schon vor dem Einlegen der CD lässt das ungewöhnlich helle, klare Cover der aktuellen Rozencrantz-CD “Tears Black Reign” eine gewisse Evolution bei der Osnabrücker Band erahnen. Und nicht nur das Artwork der Band ist erwachsener geworden, so viel kann ich schon einmal vorweg nehmen.

Die ersten Minuten des Longplayers bestätigen den ersten Eindruck. Hier hat sich einiges getan, denn die Band klingt nicht mehr so verstaubt wie auf “Salvation” oder schlapp-poppig wie auf der EP “Romancer“. Die in der Zeit nach “Romancer” veröffentlichte DVD-Single “Chase the Dragon” zeigte seinerzeit schon, dass die Band beginnt, ihre Tendenzen zu kräftigem Pop-Rock auszuleben. Der Song hat auf der aktuellen CD ein neues Heim gefunden und ist im Kontext zwar keineswegs schlecht, aber doch bei weitem nicht der stärkste Song. Was hier geboten wird ist ausgewachsene, organisch klingende Rockmusik, die nicht tot produziert oder aufgesetzt wirkt.

Nach vier offenen, mitreissenden Rocknummern folgt als fünfter Track die Doom-Ballade mit dem Titel “Beyond Emptiness“, die sich überraschend mächtig entwickelt und dem Schwermut eine neue Hülle verpasst. Nach dem schon erwähnten “Chase the Dragon” wird mit “Killerbees” eine weitere Ballade nachgelegt, die aber schon fast diametral zur ersten steht. Auch wenn hier ein klein wenig Melancholie mitschwingt ist der Song doch voller warmer Hoffnung und leicht zugänglich.

Es folgt das wohl nicht ganz ernst gemeinte “NYEAH“, das an den Grunge der 90er Jahre anknüpft und durchaus in Verbindung mit dem durchgeknallten Video Sinn macht. Auch live entwickelt sich diese Nummer zur Mitgröhl- und Feierhymne.

Auf das Thema Video muss ich an dieser Stelle auch noch eingehen. Mittlerweile gibt es zu ganzen sechs Stücken der Platte Videoclips. Und ich meine damit nicht ein kleines Handy-Video, das im Proberaum aufgenommen wurde, sondern durchaus voll ausgereifte Produktionen, bei denen sich das Anschauen auf jeden Fall lohnt.

Unbedingt mal bei Youtube (www.youtube.com/rozencrantz2012) vorbeischauen!

Doch weiter im Text. An “NYEAH” reihen sich zwei angenehme Midtime-Rocksongs, bevor das Album mit “Show You The Moon” seinen besinnlichsten Punkt erreicht. Es handelt sich um eine ganz minimalistische Akustikgitarrennummer, bei der Sänger Skye wieder einmal den romantischen Nerv der Mädels unter euch erreichen wird.

Als der letzte Höhepunkt wartet nun der Titeltrack “Tears Black Reign“, der absolut bemerkenswert ist und der vielleicht die stärkste Nummer der CD darstellt. Auch hier unterstützt der Videoclip noch einmal sehr eindrucksvoll den druckvollen Charakter des Songs. Hier ist endlich auch einmal die Band ausführlich zu sehen.

Fazit: Rozencrantz haben sich auf ihrem fünften Longplayer deutlich weiterentwickelt und einen gewaltigen Sprung nach vorn gemacht. Die Band feiert dieses Jahr übrigens ihr zehnjähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass gibt es ab Mai auch eine Best Of-CD, auf der Songs aller Alben zu hören sein werden – auch vom erst im Herbst 2013 erscheinenden neuen Longplayer “Drunk on Revolution“.

In Osnabrück ist die Band am 14. Mai 2013 um 22 Uhr auf der Maiwoche zu sehen, bevor es dann im Herbst auf Tour, unter anderem auch in Großbritannien und in Russland, geht.

Tracklist:

  • 01. Calling Maidel
  • 02. Stay with you
  • 03. Born in the night
  • 04. Blood runs like wine
  • 05. Beyond emptiness
  • 06. Chase the dragon
  • 07. Killerbees
  • 08. Nyeah
  • 09. My love eternal
  • 10. Bury me
  • 11. Show you the moon
  • 12. Tears black reign

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