Wertung: 7.5 von 10

Eine halbe Dekade nach dem Erstling „Blackness and white light“ meldet sich Rusty Pacemaker wieder schwarz-romantisch von der anderen Seite der Alpen.

rusty-pacemaker-ruinsBereits seit 2011 machte sich der Lanzenkirchener daran ein weiteres Album (fast) im Alleingang (Gesang, Gitarre, Bass, Keys) einzuspielen, die Mühen fanden nun im bereits erschienenen „Ruins“ ihre Vollendung. Der Quorthon-Anhänger mischt erneut harte Gitarren mit zarten weiblichen Vocals und garniert das ganze mit verträumten Klavierpassagen.

Unterstützung erhält er lediglich von Lady K beim Gesang sowie an den Kesseln von Franz Löchinger, dem lediglich ein Tag ausreichte um seine Parts in den Udio Media Studios einzutrommeln. Um den kurzen Dienstweg weiter einzuhalten erscheint „Ruins“ auf Rustys eigenem Label Solanum Records, für den Feinschliff sorgte Markus Stock im Klangschmiede Studio E.

Eingeleitet wird die Romantik-Rille aus Österreich mit dem fast 8-minütigen Titeltrack, der langsam und episch die Facetten des Albums vorstellt. Direkt darauf folgen mit „Made of lies“ und „Ocean of life“ zwei potentielle Singles, wenn Rusty auf so etwas aus ist. Erstgenannter Song steigt flott ein und bildet damit einen netten Kontrast zum Opener. Bei „Ocean of life“ meldet sich erstmals Lady K stimmlich zu Wort, weitere Passagen liefert sie bei „Night angel“.

Eintönig ist das Album in keinster Weise, vom bereits erwähnten „Überlänge“-Song, über kurze rein akustische Intermezzi („Forever“) bis hin zu „härteren“ Tracks wie „Matter over mind“ oder „Pillow of silence“ wird eine stilistische Melange geboten. Auch Doomster dürften bei einem Song wie „Candlemass“ höllhörig [sic] werden, wenn sie Glocken-Sample, Solo und Drumpart hören.

Einziger Kritikpunkt ist Rustys Stimme, deren Potential subjektiv betrachtet nicht voll ausgenutzt wird und so stellenweise etwas monoton wird, obwohl die Referenzspanne sehr ausladend zwischen „Schinken-Glenn“ und Mambo Kurt liegt.

Mit „Ruins“ liefert Rusty Pacemaker erneut wieder einen kurzweiligen musikalischen Alleingang, der aber mit Sicherheit nicht auf der Jahreshauptversammlung des Sabaton Fanclub Niedercrinitz e.V. laufen wird. Genretreue Gefährt(inn)en, welche auch im August Ledermantel und 20-Loch-Springer tragen, können jedoch beherzt zugreifen, nicht nur weil das Album im schicken matten Digi-Sleeve im Regal stehen wird.

Siebeneinhalb Mozartkugeln aus der 10er Schachtel.

 

 

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