Der „Sturm aufs Paradies“ begann bereits vor gut einem Jahr und bekommt jetzt noch einen Nachschlag. Nach der extrem erfolgreichen Tour im Frühjahr dieses Jahres und den Festival-Auftritten im Sommer gehen die Spielleute von Saltatio Mortis also noch einmal auf Tour, um ihre Fans mit fantastischen Songs und einer atemberaubenden Show zu begeistern. Und der Auftakt zu dieser Tour findet heute im gut besuchten Osnabrücker Hyde Park statt.


Doch bevor der Totentanz so richtig beginnt, werden die Zuschauer vom Duo Das Niveau aus Berlin beehrt. Die zwei liefern mit Akustikklampfe und Gesang eine interessante Mischung aus Comedy, Popsongs und Lagerfeuerromantik ab. Die Jungs wirken gut aufgelegt und die Performance kommt ehrlich und authentisch rüber. Das Songwriting erinnert ein wenig an die Monsters Of Liedermaching oder Die Angefahrenen Schulkinder. Musikalisch lassen sich Ähnlichkeiten zu den Wise Guys nicht ganz ausschließen. Stilistisch also nicht ganz das, was man auf einem Mittelalter-Rock-Konzert erwarten würde, aber soweit ganz nett. Viel länger als eine halbe Stunde hält man Das Niveau auf der Bühne aber kaum aus.

Glücklicherweise muss man das auch nicht, denn nach kurzer Umbaupause verdunkelt sich die Bühne und das Intro zu „Ode an die Feindschaft“ beginnt. Das Publikum ist von Anfang an Feuer und Flamme und feiert die Band richtig ab. Auch der Sound ist bombig. Und so feuern Saltatio Mortis erst einmal vier, fünf Songs in die Menge damit die sich ordentlich abreagieren kann. Erst als Mastermind und Schlagzeuger Lastberbalk der Lästerliche bei „Prometheus“ verkündet, dass das heutige Konzert aufgrund des Abschieds von Klampfer Samoel ein ganz besonderes sei, wird es etwas ruhiger. Bei Songs wie „Hochzeitstanz“, „Koma“ oder „Nachtigall und Rose“ beweist Sänger Alea einmal mehr wie gut sich seine Stimme entwickelt hat. Kraftvoll und doch sensibel intoniert er die Songs sehr gut. Störend ist nur das zwischenzeitliche Brummen des Basses. Aber auch das haben die Sound-Menschen schnell wieder im Griff.

Insgesamt wirkt die Band während des ersten Teils des Konzertes sehr routiniert und abgeklärt und geht nur wenig in Interaktion mit den Fans vor der Bühne. Vereinzelt wird zum Springen und Klatschen animiert, doch die Ansagen halten sich in Grenzen. Der Stimmung tut das allerdings keinen Abbruch und die Halle bebt. Erst gegen Mitte des Gigs scheinen die Jungs aufzutauen und beginnen mit der Meute zu feiern. „Worte“, „Manus Manum Lavat“ und „Spiel mit dem Feuer“ fegen über das Publikum hinweg und der Mob kocht. Außerdem werden der neue Keyboarder Tambour und der neue Gitarrist Till Promill vorgestellt. Und natürlich darf auch eine kleine Geschichte über den scheidenden Samoel nicht fehlen. Es wird erzählt, wie er nach einem Konzert in bester Rockstar-Manier einen Fernseher aus dem Hotelzimmer geschmissen habe und die gesamte Band danach rausgeworfen wurde. Abgeschlossen wird das Konzert dann mit dem hämisch lächelnden „Eulenspiegel“, das so herrlich neckisch über die Verbissenheit und Spießigkeit der Welt herzieht.

Nach der kurzen Pause erscheint die Band zur ersten Zugabe deutlich lockerer und entspannter. Die Musiker witzeln herum und berichten unter anderem auch, dass Till Promill seinen Spitznamen bereits nach der ersten gemeinsamen Nacht im Nightliner erhalten habe, weil er so nach und nach die gesamte Band unter den Tisch getrunken habe. Insgesamt ist das alles sehr lustig und amüsant. Mit „Früher war alles besser“ wird dann auch noch ein extrem punkiger Song vom neuen Album „Das schwarze Einmaleins“ zum Besten gegeben. Der Song klingt ein wenig nach Deutschrock und geht tierisch ab.

Im zweiten Zugabenblock wird Gitarrist Samoel dann endgültig verabschiedet und das Konzert mit den obligatorischen Songs „Falsche Freunde“ und „Spielmannsschwur“ beendet. Und auch die Crowd-Surfing-Einlage von Sänger Alea fehlt nicht. Heute dreht er sogar zwei Runden über die Menge bevor er sich zur Bühne zurückgeben lässt.

Nach etwa zwei Stunden Saltatio-Show neigt sich dann ein toller Konzertabend dem Ende zu. Ein Abend, an dem es so gut wie nichts zu meckern gab. Sowohl das Musikalische, wie auch das Organisatorische und die Stimmung waren bestens. Das hat sich gelohnt.

Setlist:

  • 1.Ode an die Feindschaft
  • 2.Habgier und Tod
  • 3.Tod und Teufel
  • 4.Prometheus
  • 5.Orpheus
  • 6.Hochzeitstanz
  • 7.Wirf den ersten Stein
  • 8.Koma
  • 9.Nachtigall und Rose
  • 10.Letzte Worte
  • 11.Manus Manum Lavat
  • 12.Worte
  • 13.Sündenfall
  • 14.Nach Jahr und Tag
  • 15.Spiel mit dem Feuer
  • 16.Eulenspiegel

Zugabe 1

  • 17.Rastlos
  • 18.Früher war alles besser
  • 19.Uns gehört die Welt

Zugabe 2

  • 20.Falsche Freunde
  • 21.Spielmannsschwur

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