Wertung: 7 von 10

Auf den Tag genau 22 Wochen nach dem letzten Doppelrelease von Samsas Traum und Weena Morloch veröffentlichte Alexander Kaschte, Sänger und Begründer beider Projekte, am 2.12.2011 bereits erneut ein Doppelalbum: „Käfer.Maden.Würmer.Spinnen“ nennt sich die mit 35 Songs und 150 Minuten Laufzeit vollgepackte Platte, die eine Verschmelzung beider Projekte noch offensichtlicher werden lässt.


Nach den Erfolgen im Sommer mit den beiden Alben „Anleitung zum totsein“ (Samsas Traum) und „Amok“ (Weena Morloch) sowie der anschließenden Clubtour ließ es Alexander Kaschte sich nicht nehmen seine beiden Alben neu interpretieren zu lassen. Darüber hinaus findet man auch ältere Stücke in neuem Gewand auf dieser Doppel-CD sowie unveröffentlichte Songs und Livemitschnitte.

Die erste CD beginnt mit zwei zuvor unveröffentlichten Songs von Samsas Traum: „All die toten Spiegel“, welchen man bereits auf der Tour und auf einigen Festivals im Sommer zu hören bekam, sowie „Leb´ Wohl, geliebter Sohn“, ein sehr ruhiges und intensives Stück, welches von Streichern getragen wird. Allerdings können beide Lieder nicht so sehr überzeugen wie des Album „Anleitung zum totsein“. Es folgen zwei Instrumentaldemos sowie zwei Livemitschnitte von „Endstation Eden“ und „Mr. Misanthropia“, bevor man zum eigentlichen Kern des Albums gelangt, den Remixen und Neuinterpretationen. Für diese hat sich Kaschte nicht lumpen lassen und gleich mehrere Interpreten internationalen Ranges beauftragt – darunter unter anderem Tony Wakeford (Solinvictus, Ex-Death in June), Chillheimer, Tying Tiffany, Fabrik C und einige andere. Positiv zu bewerten ist vor allem, dass es gelungen ist völlig neue Interpretationen zu liefern. Negativ ist jedoch, dass die Qualität der Stücke nicht gleichbleibend hoch ist, sondern durchaus schwankend. Mit am besten gelingt noch der Chillheimer–Remix von „Durch die Wand der Träume“, „Sysiphos“ von Digimortal und „Was danach kommt Spinnen“ von Waiting in Vain.

Die zweite CD bietet ausschließlich Songs von Weena Morloch und hat einen ähnlichen Aufbau wie die erste. Sie beginnt, im Unterschied zur ersten CD, mit einer Orchesta-Version von dem Lied „Amok“. Mit „Sonne wie Winter“ folgt ein unveröffentlichtes Stück, welches sich auf das gleichnamige Buch bezieht. Nach einem weiteren Instrumental-Demo („Ein Lied, um dich zu töten“) folgt mit „Hallo Verfassungsschutz“ eines der Highlights des Albums. Es handelt sich dabei um ein Cover der Band Mono für Alle, welche musikalisch eigentlich völlig andere Wege beschreiten als Alexander Kaschte selbst. Mit „Akku und Bachyt“ folgt noch ein dritter, bis dato unveröffentlichter Song, welcher Erinnerungen an die musikalischen Wurzeln von Weena Morloch und dem Album „Kunst-X“ erweckt. Mit den Remixen verhält es sich ähnlich wie bei der ersten CD des Doppelalbums: es sind einige dabei, die den Kauf des Albums durchaus lohnenswert machen, aber andere kann man wiederum getrost überspringen. Zu den Remix-Highlights zählen der Santa Hates You-Remix von dem Song „Kaputt“, die Müller of Death-Version von „Die Nacht der stumpfen Messer“ und der letzte Song, „Amok“, neu verarbeitet von Golgotcha.

Zusammenfassend ist dieser Release sicherlich ein Genuss für all diejenigen, die Kaschte´s Fable für Remixe teilen, ein Muss für alle Sammler und Hardcorefans, aber keine Empfehlung für diejenigen, die sich lieber der Musik von Samsas Traum und Weena Morloch selbst widmen möchten. Die Höhepunkte des Albums stellen vor allem die fünf zuvor unveröffentlichten Stücke dar – ob diese für den Erwerb des Albums ausreichen muss letztendlich der Käufer entscheiden.

CD 1 – SAMSAS TRAUM

  • 01. All die toten Spiegel
  • 02. Leb wohl, geliebter Sohn
  • 03. A – wie „Antarktika“ (Instrumental-Demo)
  • 04. Im Zeichen des Wurms (Instrumental-Demo)
  • 05. Endstation Eden (Live in Wien // 16.11.2009)
  • 06. Mr. Misanthropia (Live in Wien // 16.11.2009)

Remixe und Neu-Interpretationen

  • 07. Durch die Wand der Träume (Chillheimer-Remix)
  • 08. Das ist Liebe (Noktis-Remix)
  • 09. Den Wolken näher (Tying Tiffany-Remix)
  • 10. Ich sehe die Sterne bei Tag (Jovian Spin-Remix)
  • 11. Gott hat kein Gesicht (Lucidstatic-Remix)
  • 12. Satanshimmel voller Geigen (K Is For Kraken-Neu-Interpretation)
  • 13. Sisyphos (Digimortal-Neu-Interpretation)
  • 14. Betet für mich (Alter Der Ruine-Remix)
  • 15. Gott hat kein Gesicht (Fabrik C-Remix)
  • 16. Was danach kommt: Spinnen (Waiting In Vain-Remix)
  • 17. Das Lächeln eines Toten (Tony Wakeford-Neu-Interpretation

CD 2 – WEENA MORLOCH

  • 01. Amok (Orchester-Version)
  • 02. Sonne wie Winter
  • 03. Ein Lied, Dich zu töten (Instrumental-Demo)
  • 04. Hallo Verfassungsschutz (Mono Für Alle-Cover)
  • 05. Akku und Bachyt

Remixe

  • 06. Kaputt! (Santa Hates You-Remix)
  • 07. Die Nacht der stumpfen Messer (Mechanical Moth-Remix)
  • 08. Versprochen (Morpheus Lunae-Remix)
  • 09. Herz und Faust (Extize-Remix)
  • 10. Stammheim (Kampf) (Albin Sunlight Julius-Remix)
  • 11. Disko-Vampir (The Girl And The Robot-Remix)
  • 12. Alarm (Ptyl-Remix)
  • 13. Wenn ich einmal groß bin (Metallspürhunde-Remix)
  • 14. God(B)less America (Duck And Cover) (Deutsch Nepal-Remix)
  • 15. Herz und Faust (Valium Era-Remix)
  • 16. Versprochen (Merzbow-Remix)
  • 17. Die Nacht der stumpfen Messer (Müller Of Death-Remix)
  • 18. Amok (:Golgatha:-Remix)

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