Wertung: 6 von 10

„Say 10“, ein ungewöhnlicher Titel für ein Metal Album. Sowas hätte ich eher in den HipHop-Charts erwartet. Umso beruhigter war ich, als mir nach dem Aufschlagen des professionell gestalteten Booklets die Gesichter von fünf Metalern entgegenblickten.


Zusammengerottet haben sich die osnabrücker Jungs von im Jahre 2003, einige von ihnen hatten bereits vorher Erfahrung in lokalen Bands wie „Draconis Sanguis“, „Pandämonium“ und „Laxative“ gesammelt. Bereits früh sind Sardonic aktiv geworden und haben viele Gigs hinter sich gebracht. Nicht nur in Deutschland, auch in der Slowakei und in Ungarn haben sie ihr Live-Können präsentiert.

Schon 2004 kam „Say 10“ als Debütalbum raus, eine Eigenproduktion die aber ganz und gar nicht nach Eigenproduktion klingt. Schwer donnern die zehn Songs aus den Boxen, es ist keine Spur von Amateurhaftigkeit zu finden. Die einzelnen Stücke sind nett aufgebaut, die meisten halten sich im Midtempo, es gibt aber auch Ballerpassagen wie bei „Alive At The Gallow“ und echt schleppende Parts wie bei „Acid Rain“. Einige hübsche Melodiebögen haben sich in dem einen oder anderen Song eingefunden, hin und wieder vernimmt man leichte Thrash Einschläge. Allerdings muss ich sagen dass sich mir keiner der Titel ins Hirn gebrannt hat. Alle Songs sind auf gutem Niveau, jedoch sticht kein einziger wirklich hinaus. Ein kleiner Kritikpunkt ist die Gesangsstimme des Sängers (ja ihr habt richtig gelesen: Gesang). Jojo heißt der Mann, der mal grunzt, mal keift und dann und wann mal tatsächlich singt. Im Opener „Abulia“ kommt das gut bei mir an, immerhin wird hier nur ein einzelnes Wort melodisch vorgetragen. Klingt kreativ und passt top in den Song. Doch wo mir der kurze Gesang im Opener gefällt, wirkt er auf mich in den anderen Songs irgendwie befremdlich. Sobald Jojo mehr als ein Wort clean vorträgt hört man einige Schwächen heraus. Zudem klingt der Gesang an mehreren Stellen irgendwie deplatziert – ich frage mich warum er nicht grundsätzlich beim Grunzen und Keifen bleibt, das beherrscht er wesentlich besser.

Trotzdem ein gelungenes Debüt-Album, ich bin gespannt in welche Richtung sich Sardonic entwickeln werden. Auf der überaus schicken Homepage werden übrigens zwei Songs von „Say 10 „(Abulia und Bloodrooted) zum Download angeboten, zudem kann man von dort aus das Gesamtwerk für lockere acht Euraner erstehen. Ein mehr als fairer Preis.

Anspieltipps:

– Abulia

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