In Vorfeld stand die diesjährige Satans Convention in der Gempthalle in Lengerich dank der kurzfristigen Absage von Six Feet Under und die gegenseitige Schuldzuweisung von Band und Veranstalter, und keinem gutem Stern. Dennoch hatten die rund 900 Besucher ihren Spaß.


Der Tag begann überraschend pünktlich mit Triosphere aus Norwegen. Deren progressiv angehauchter Heavy/Power Metal passte zwar nicht wirklich ins Programm, dennoch gaben die drei Männer und die zierliche Bassistin/Sängerin alles um das Publikum anzuheizen, und ein paar Headbanger starteten ihre Aufwärmübungen. Besonders hervorzuheben ist die angenehme Stimme von Sängerin/Bassistin Ida Haukland, die, entgegen dem Klischee, nicht im geringsten versuchte wie ein Nightwish-Klon zu klingen, sondern einfach sang ohne einen auf Oper zu machen, Daumen hoch dafür!

Nach einem kurzen Soundcheck finden die Amis von Abigail Williams an. Die Band spielt irgendetwas zwischen Black Metal, Metalcore und Dimmu Borgir. Irgendetwas trifft es ganz gut, an meinem Platz im Publikum war mehr Soundmatsch als Musik zu hören, und auch die Band war nicht gerade die Bewegegungsfreude in Person, deshalb begab ich mich lieber nach draußen, wo mittlerweile gefühlte minus 20°C herrschten um mir das eine oder andere Pilsbier zu gönnen.

Aufgrund dessen verpasste ich auch den Anfang von Unlight, die aber auf der Bühne eine wesentlich bessere Figur machten als die Vorgänger, und die mit ihrem Old School blackened Thrash auch wesentlich besser beim Publikum ankamen. Spätestens mit ihrer Version von Sodoms “,„Der Wachtum” hatten die Freiburger das Publikum auf ihrer Seite. Zwar war auch hier der Sound nicht optimal, aber die Lichtshow untermalte das bitterböse Auftreten der Band perfekt. Leider war nach dem Wachturm auch schon Schluss, und Deströyer 666 enterten die Bühne um mit ihrem noch oldschooligerem blackened Thrash noch einen oben drauf zu setzen. Leider war auch hier der Sound sehr muffig und dumpf, dies besserte sich aber im Verlauf des Auftrittes. Auch wenn ich persönlich mit der Musik von Deströyer 666 nichts anfangen kann, muss ich ihnen einen sehr guten Auftritt bescheinigen.

Weiter gings nach einigen Pausenbieren mit den niederländischen Death Metal-Urgesteinen God Dethroned, und schon gabs den ersten Moshpit. Geboten wurden überwiegend Songs der aktuellen Scheibe “Passiondale”. Die Band mag vielleicht nicht unbedingt aussehen wie eine typische Death Metal-Band, doch sie zeigte eindeutig, dass sie zu den ganz großen im Genre gehören. Untermalt wurde das Ganze mit stimmiger Lichtshow und überwiegend gutem Sound, toller Auftritt!

Sah man God Dethroned noch an, dass sie ordentlich Spaß an der Sache hatten, so wurde die Stimmung bei Taake gleich ganz “anders”. Eigentlich war die Band um Mastermind Hoest so gut wie rehabilitiert, allerdings soll der Norweger dank Schmier von Destruction eine schmerzhafte Begegnung mit der Tischplatte gemacht haben, da die Band die ganze Zeit mit Nazi-Parolen um sich geworfen habe. Anscheinend also ein klarer Fall von Wasser predigen und Wein saufen. Auch auf der Bühne wirkte die Band alles andere als nett, was natürlich zum Image gehört. Aber ist es auch Black Metal brennende Zigaretten ins Publikum zu werfen? Ansonsten verlief das Konzert so, wie vermutlich jeder Taake-Auftritt seit dem Hakenkreuz-Vorfall, die Fans genossen die, an sich wirklich gute, Band, und die Hasser hassten.

Weiter im bunten Reigen gings nun mit Destruction bei denen es, erstmals(!) an diesem Abend einen richtigen Pit gab, was Frontmann Schmier annerkennend lobte und auch gleich dreimal fragte wer denn Destruction und Motörhead vor 15 Jahren in Münster gesehen hätte. Außer “Eternal Ban” fehlte auch keiner der großen Songs in der Setlist, sogar “Cracked Brain” von Neo-Destruction hatte das badische Urgestein im Gepäck. Nach ca. 70 Minuten ausrasten war das Publikum bei Arch Enemy auch recht schwer zu motivieren, doch die Band gab, trotz erkälteter Frontfrau ihr bestes, und wurde zu Recht abgefeiert. Die in ein einheitliches Outfit gekleidete Band lieferte eine großartige Bühnenshow ab, bei der keiner der Hits außen vor gelassen wurde, doch im Mittelpunkt standen die alten Songs, die die Band mit dem aktuellem Album “The Root Of All Evil” neu einspielte.

Insgesamt also ein überaus gelungener Abend, und auch die Gempthalle erwies sich als gut geeignet für eine solche Veranstaltung. Lediglich der Sound war nicht immer gut, und anscheinend haben viele Raucher nicht verstanden was ein Schild mit einer durchgestrichenen Zigarette drauf bedeutet…

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