Die „Finale In Black-Tour“ sollte die letzte Satyricon-Tour vor einer mehrjährigen Kreativpause sein. Eigentlich erwartet man bei einem solchen Einlass ja volles Haus.

Doch als selbst beim Headliner höchstens 150 Leute vor der Bühne standen (Der Tourschnitt soll bei 500 bis 600 gelegen haben…) fragte man sich echt woran dies gelegen haben könne. An der Qualität der Bands und dem Preis zumindest nicht, vielleicht lag es hauptsächlich am Termin mitten in der Woche.

Wie auch immer, jetzt ist es eh zu spät drüber nachzudenken. Den Anfang des schwarzmetallischen Abends machten Posthum aus Nannestad in Norwegegen (Aus welchem Land soll eine Black Metal-Band auch sonst herkommen?), die mit ihrem Avantgardistisch angehauchtem und im Midtempo gehaltenem Black Metal auf der Bühne noch eine recht unsichere Figur machten. Wenigstens warne die Vier perfekt aufeinander eingespielt, da sah man auch über das Black Metal-untypische Aussehen der meisten Bandmitglieder gerne hinweg. Die Band hat vor kurzen ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlicht, in welches Black Metal-Fans unbedingt reinhören sollten.

Als nächste enterten Dark Fortress die Bühne, was zugegebenermaßen leicht komisch wirkte, da die Musiker durch das Publikum auf die Bühne gehen mussten, was nunmal bei Corpsepaint und dem, an eine Rüstung erinnerndem, Bühnenoutfit eher unböse wirkt. Nichtsdestotrotz ließ sich die Band nicht lumpen und spielte sogar einen Song aus dem am 25. Februar erscheindendem Album „Ylem“. Leider wirkte der Sound während des gesamten Gigs leicht matschig, doch der Raum vor der Bühne war schon wesentlich besser gefüllt – wenn man das bei ca.80 Leuten sagen kann.

Viel mehr als ein wenig Kopfnicken ging bei den meisten auch nicht als Shining ihr Set begannen. Frontmann Niklas „Kvarforth“ Olsson gab sich durch rumknutschen mit seinem Bassisten und dem permanenten ausdrücken von Zigaretten auf seinem, oder dem Körper eines Fans zwar redlich Mühe, irgendwie zu schockieren, doch die meisten straften die Band mit gelangweiltem rumstehen. Negativ fiel außerdem auf, dass einer der Gitarristen die meisten Songs nicht zu kennen schien und sich dauernd verspielte. Wenigstens der Sound war gut, und „Kvarforth“ bewies, dass er viel saufen kann, toll, oder?

Satyricon nutzten als Headliner ihre eigene Backline, die Vorbands mussten sich eine teilen, die zum Glück schon vorher aufgebaut war, sodass die Umbaupause stark verkürzt wurde. Auch hier musste sich die Band einen erst den Weg durch Publikum bahnen, um dann direkt mit klarem und sehr lautem Sound und genialer Lichtshow loszulegen. Man merkte der Band zwar an, dass sie sonst größere Bühnen mit mehr Zuschauern gewohnt ist, aber dennoch ließ sich die fünf Männer und eine Frau nicht lumpen, und die Musiker machten den Eindruck als ob sie nach zurückgelegter Laufstrecke bezahlt würden. Zwar fehlten einigen Old School-Fans Songs wie „Possessed“ und „Repined Bastard Nation“, doch das Gros der Fans wurde mit Granaten wie „Black Crow On A Tombstone“ bestens bedient. Schade, dass man diese wirklich großartige Liveband die nächsten Jahre wohl nicht zu Gesicht bekommen wird.

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