Die Assoziationen zu den genannten Bands verwundern aber nicht unbedingt, denn der neue Sänger Lawrence Mackrory schrie damals das „Rusted Angel“ Debüt von Darkane ein und Produzent Daniel Bergstrand veredelte schon so manche Scheibe von Meshuggah. Ganz grob könnte man Scarve durchaus in die Ecke der schwedischen Kollegen schieben (die die Band mal persönlich als Tour-Support auswählte), denn ihr druckvoll produzierter Thrash Metal ist nur so gespickt von technischen Finessen, komplexen Gitarrenläufen und variationsreichem Songwriting. Aber im Gegensatz zu Meshuggah oder manchen Mathcore-Kapellen besitzen Scarve einen deutlich geringeren „Streßfaktor“. Bereits nach zwei- oder dreimaligem (intensiverem) Anhören findet man einen ersten Zugang zur Musik, ein Abnutzungseffekt tritt dann aber auch nach unzähligen Durchläufen nicht auf, da man in der vielschichtigen Musik immer noch neue Details zu entdecken vermag. Dabei reicht die Spanne von Knoten-im-Hirn-verursachenden Gitarrenwahnsinn, über nackenbrecherischen Moshparts, bis hin zu atmosphärischen Passagen, die an eine heftige Variante eines Pink Floyd Stückes erinnern. Der Gesang zeigt sich dabei ebenfalls von seiner abwechslungsreichen Seite, denn neben dem für dies Genre so typischen Schreigesang, gibt es sowohl cleane und melodiöse Vocals als auch tiefe Growls.“The Undercurrent“ gesellt sich dadurch mit Leichtigkeit zu der Reihe grandioser Scheiben von Bands aus den europäischen Nachbarstaaten, wie z.B. Textures (Niederlande), Gojira, Hacride (beide Frankreich) oder Kruger (Schweiz). Langsam wird man das Gefühl nicht los, dass dort mehr innovative und wagemutigere Bands unterwegs sind, als in den bisherigen Schwerpunktsländern wie Amerika oder den skandinavien Staaten. Das Jahr 2007 ist jedenfalls gespickt mit solchen Perlen und „The Undercurrent“ setzt da ein weiteres Ausrufezeichen!