Als Musiker hat man es in den heutigen Zeiten nicht einfach: Neben dem eigentlichen Proben, Komponieren und Aufnehmen gibt es auch noch Social Media, digitale Vertriebswege, Crowdfunding und vieles mehr. Diese digitalen Möglichkeiten können ganz schön erschlagend sein.

Mit den heutigen Möglichkeiten hast du aber auch die Chance, mit ganz wenig Geld deine eigene Platte aufzunehmen, zu gestalten und zu vertreiben.

Das Thema heute ist das gestalten deines Platten- oder CD Covers. Welche Möglichkeiten für die Gestaltung hast du, welche Maltechniken gibt es und wie digitalisierst du das Ganze?

CD Cover selber gestalten – Die Basics

Schallplatten- oder CD Cover selber zeichnen und malen

Schallplatten- oder CD Cover selber zeichnen und malen

Ein Hardcase Album besteht in der Regel aus den folgenden zu gestaltenden Komponenten:

Cover: Das Cover ist die Vorderseite der CD-Hülle. Meist ist das Cover Bestandteil des Booklets, also die vorderste Seite. Das Cover ist das wichtigste Element, da es die Identifikation deines Endproduktes ist und häufig auch über Kauf oder Nichtkauf entscheidet. Neben deinem Band- oder Künstlernamen beinhaltet es häufig auch noch den Albumnamen und natürlich ein aussagekräftiges Bild.

Inlay: Das Inlay ist die Hinterseite des CD Hardcases. Es wird hinter die eigentliche Aufnahme der CD platziert und beinhaltet die Nummerierung und Tracknamen sowie Copyrights und Labelcode. Wenn du ein transparentes Tray für die Aufnahme der CD wählst, kannst du auch die Innenseite des Inlays gestalten und dein Endprodukt so noch individueller gestalten.

Booklet: Das Booklet besteht normalerweise auf der ersten Seite aus dem Cover und geht auf den folgenden Seiten auf die einzelnen Songs ein. Häufig werden dort die Lyrics, also Liedtexte eingefügt. Das Booklet kann in verschiedenen Seitenzahlen gefertigt werden, kann also dicker oder dünner sein. Die letzte Seite des Booklets ist nach dem Öffnen der CD Hülle ersichtlich, sollte also auch spezielle Aufmerksamkeit beim Gestalten bekommen.

Auch für den digitalen Vertrieb ist ein CD-Cover nach wie vor vonnöten, ein Booklet ist meistens nach wie vor im PDF Format vorhanden.

Möglichkeiten für die Gestaltung deines CD-Covers

Es gibt verschiedene Ansätze für die Gestaltung eines Covers:

Du malst und zeichnest dein Cover mit einer oder verschiedenen Maltechniken
Du setzt ein Online-Gestaltungstool ein
Du gestaltest dein Cover in einem Grafikprogramm

Viele der heutigen Plattencover sind nicht mehr handgemalt, sondern werden teilweise ziemlich lieblos und steril am PC zusammenkopiert. Um dich optisch abzusetzen, kannst du als dein Cover selber malen und dieses danach digitalisieren und wenn du magst mit einem Grafikprogramm weiterbearbeiten.

Du bist ziemlich talentfrei was das Zeichnen und Malen anbelangt? Dann probiere es trotzdem, denn das Malen lernen ist gar nicht so schwer wie du glaubst und ergänzt sich sehr gut mit anderen kreativen Hobbies wie dem Musizieren.

Die folgenden Maltechniken sind einfach zu lernen und ermöglichen dir, relativ schnell ein individuelles CD- oder Plattencover zu gestalten:

Acrylmalerei

Schallplatten- oder CD Cover selber zeichnen und malen

Schallplatten- oder CD Cover selber zeichnen und malen

Das Malen mit Acryl ist wohl die verbreitetste Maltechnik überhaupt. Dies liegt vor allem an der einfachen Verarbeitung von Acrylfarben. Zudem kann man mit Acrylfarben fast alles malen. Von transparenten Farbaufträgen, deckenden Schichten bis hin zu dick aufgetragenen Schichten mit der Spachteltechnik ist alles möglich.
Acrylfarben lassen sich zudem auch ganz einfach mittels Wasser verdünnen. Getrocknet ist Acrylfarbe wasserfest. Wenn der Malgrund korrekt vorbereitet ist, haftet sie auf jeglichen Oberflächen. Die Trocknungszeit liegt bei wenigen Stunden, was für das Übermalen perfekt ist, jedoch auch eine schnelle Arbeitsweise voraussetzt.

Ölmalerei

Die Ölmalerei existiert schon viele hundert Jahre und war bis zur Entwicklung der Acrylfarben das meistgenutzte Farbmedium. Die Ölfarben bieten den Vorteil, dass sich mit ihnen sehr natürlich Farbtöne mischen lassen. Deshalb werden sie auch heute noch bevorzugt für Portraits oder natürliche Landschaftsbilder verwendet.
Die Nachteile überwiegen für die meisten Anwendungen jedoch deutlich: So riecht sie relativ streng nach Lösungsmittel. Darüber hinaus hinterlässt Ölfarbe hartnäckige Flecken und ist sehr schmierig. Ölfarbe lässt sich nicht so ohne weiteres übermalen, falsch angewendet können die Farbschichten während oder nach der Trocknung reissen. Die Trocknungszeit von Ölfarbe kann je nach Hersteller und Zusammensetzung mehrere Monate dauern.
Wegen den genannten Gründen gilt die Ölmalerei nicht umsonst als Königsdisziplin unter den verschiedenen Maltechniken.

Aquarell malen

Aquarellfarben bestehen aus harten Blöcken, die aus Farbpigmenten und Bindemittel bestehen. Diese Blöcke werden mit Wasser angelöst und die so freigesetzten Farbpigmente können ganz einfach aufgemalt werden.

Die Aquarellmalerei eignet sich vor allem, wenn du leuchtende Farben erzielen möchtest. Eher weniger gut geeignet sind sie für düstere Motive.

Die Aquarellfarbe trocknet innert Minuten und ist eher lasierend als deckend. Du kannst mehrere Farbschichten übereinander malen und so spannende Farbübergänge erzielen. Du kannst diese Maltechnik auch ohne Probleme mit anderen Farbmedien verbinden, und so zum Beispiel mit Aquarellfarbe leuchtende Akzente setzen und für die düsteren Elemente deines Covers mit Ölfarben arbeiten.

Pastellmalerei

Das Malen mit Pastell ermöglicht es dir, einen unverwechselbaren Stil zu finden. Du malst hierbei mit Pastellkreiden oder Pastellstiften. Auch diese sind trocken gebunden und werden durch die Reibung direkt auf das Zeichenpapier übertragen. Idealerweise benutzt du deshalb ein raues Papier, damit die Pigmente schön auf dem Malgrund haften.
Anschliessend kannst du die so aufgetragene Farbe mit deinem Finger oder anderen Hilfsmittel verwischen, was wieder interessante Effekte erlaubt. Insbesondere weiche Farbübergänge sind möglich. Die Farbintensität wird aber nie so gut sein wie mit anderen Maltechniken. Auch die Haltbarkeit der so erstellten Bilder sind nicht optimal – für das Einscannen zum Digitalisieren als Cover jedoch ausreichend.

Acrylmalerei

Acrylfarbe ist das wohl verbreitetste Malmedium auf der ganzen Welt. Es ist sehr günstig in der Anschaffung, einfach zu verarbeiten und sehr breit einsetzbar. Vor allem wenn du abstrakte Cover malen möchtest, hast du mit den Acrylfarben die perfekte Grundlage für deine Kunstwerke.
Acrylfarbe gibt es in unendlich vielen Farbtönen, die sich ganz einfach untereinander mischen lassen.
Wenn du ganz harmonische und natürlich wirkende Cover malen möchtest, ist die Acrylfarbe nicht die erste Wahl, denn hier ist die Ölfarbe aufgrund ihrer natürlich Farbtöne besser geeignet.

Ölmalerei

Die Ölmalerei ist die Königsdisziplin aller Maltechniken. Ölfarbe ist nicht gerade einfach zu vermalen, stinkt und hinterlässt bleibende Flecken. Die Trocknungszeiten können schon mal bis zu einem Monat dauern und die richtige Vorbereitung des Malgrundes muss korrekt durchgeführt werden.
Mit der Ölmalerei kannst du jedoch realistisch anmutende Cover malen, welche durch extrem realistische und warme Farbtöne hervorstechen. Vor allem Portraits oder Landschaften bieten sich mit Ölfarben an.
Nicht gerade etwas für absolute Anfänger, jedoch trotzdem ein Versuch wert für Interessierte.

Zeichnen / Illustrieren

Man sieht von Zeit zu Zeit auch immer wieder CD oder Plattencover, welche nur Schwarz/Weiss sind oder gar nur mit Bleistift gezeichnet wurden. Vor allem im Bereich von Post Hardcore gibt es solche Cover immer wieder zu sehen.
Du benötigst dafür nur einen Bleistift, einen Radierer und ein Blatt Papier und kannst sogleich loslegen. Das Faszinierende an dieser Technik ist, dass es mehr um Konturen, Punkte und Linien geht und man schon mit wenigen ausdruckstarken Linien ein spannendes Cover gestalten kann.
Wenn du dein Cover fertig gemalt oder gezeichnet hast, kannst du dieses anschliessend möglichst hochauflösend einscannen. Mit diesem digitalisierten Bild kannst du nun dein Cover gemäss den Massen des Printwerkes bereitstellen.

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Autor: Thomas F.


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