So ist es auch nicht verwunderlich, dass dieser Termin sich fast von selbst im Gedächtnis festsetzte..

Dies führte zu einer Erwartungshaltung, die sich jedoch erst einmal enttäuscht sah, als ich am Ort des Geschehens ankam. Abgesehen davon, dass ein Konzert bei herrlichstem Sommerwetter in einer Halle seine Schattenseiten hat – womit man allerdings den wetterbedingten Organisationsproblemen des Vorjahres Tribut zollte – wurden die Zuschauer aufs Herzlichste begrüßt.

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Leider hatte man dabei den Eindruck, dass das Moderatorenpärchen sich unbedingt reden hören musste. Ich weiß zwar nicht, warum die beiden dort auf die Bühne gestellt wurden, aber nervtötende und schlechte Witze sowie total unnötige und ausschweifende Erklärungen zu dem Wettbewerb und den Sponsoren (die uuuuunbedingt alle einzeln genannt werden müssen!) etc. werten ein derartiges Konzert eher ab. Tipp: Weniger ist hier oft mehr!

Doch nach geschätzten 15 Minuten räumten die beiden Entertainer die Bühne für Fast’n’Now, die Schulband des Gymnasiums in der Wüste – nicht, ohne ausgiebig darauf herumzureiten, dass diese nach ihrem Lehrer Herrn Fastenau benannt sind.

Die Formation selbst bestand aus 9 Musikern inklusive eines Sängers und drei Sängerinnen und coverte Pop-Rock auf hochklassigem Niveau, so z.B. Dusty Springfields „Son of a preacher man“. Optisch und akustisch aufgewertet wurde dies durch die Tatsache, dass mit drei (Hinter-)Grundsängerinnen der Gesang sehr gekonnt transportiert wurde.

Leider hatten die Schülerinnen und Schüler nur drei Stücke Zeit, um das Publikum wie die Jury zu überzeugen – ein Limit, das für jede Band galt. So sonnten sich die neun in ihrem wohlverdienten Applaus, der nicht nur von ihrer umfangreich anwesenden Fanschar ausging.

Nach einem Zwischenspiel der Moderatoren (wie wäre es statt dessen mit Pausenmusik gewesen?) folgten Less Velocity, drei Jungens, die sich im Schulzentrum Eversburg zusamengefunden hatten.

Im Rahmen ihrer Bühnenshow gewann ich den Eindruck, dass sie sich an Osnabrücker Musikerkollegen zumindest anlehnen.

Alternative-Indie-Rock soll es so ungefähr sein – dass sich stellenweise ein kleiner „-core“ – Akzent an das „Indie“ anklammert, hilft nicht bei der Einordnung. führt aber zu einer mächtig druckvollen und eingängigen Musik, die mich gelegentlich, genau wie das Stageacting, an die Osnabrücker Kollegen von Yours Sincerely erinnerte, die erst jüngst ihr Debutalbum herausbrachten. Dennoch wirkt die Musik von Less Velocity erstaunlich eigenständig – was nicht zuletzt zu einem Gutteil an Sänger Robert liegen kann, der, wie auch Backgroundsänger Karsten, sowohl Gitarre als auch Bass spielt. Überraschend nur, dass die beiden während des Auftrittes ihre Instrumente tauschen und weiterspielen, als sei nichts gewesen.

Obwohl mir diese Show ausnehmend gut gefiel, war auch hier nach drei Stücken Schluss. Es folgten, nach einer nicht erwähnenswerten Pause, fünf Musiker, die sich unter dem klangvollen Titel Iceberg*Titanic zusammengetan hatten.

Auch hier gab es Indie-Rock, der einige Freunde der Band zu lauten Begeisterungsschreien hinreißen ließ. Der größte Rest des Publikums verhielt sich allerdings höflich-reserviert. Und auch ich muss zugeben, dass mich weder Krativität noch Spielfreude der Gruppe besonders reizten.

Daher fand ich die später folgende Bewertung der Jury durchaus berechtigt – auch im Sinne des Fair play. Dies bestätigt sich, wenn eine Band, die im Nachhinein mit Sprüchen wie „Das is besser als son schnödes Juryurteil, vorallem, wenn ne Gurke mit drin sitzt.“ nicht nur die Orthografie, sondern auch einzelne Jurymitglieder ziemlich unfair angreift.

Da überzeugte die nachfolgende Band mit einem besseren Verständnis von einem Contest. Laut, spielstark und vor allem spielfreudig gaben sich Therapiezentrum die Ehre, die wie auch Fast’n’Now bereits im letzten Jahr dabei waren.

Mittlerweile ist das Quartett um Frontfrau Gianna komplett auf eigene Stücke umgestiegen, die als „Crossover“ bezeichnet werden. Ich würde den Begriff „Deutschrock in vielen Facetten“ vorziehen. Punk, Emo, Rock sind immer irgendwie dabei. Zusammen ergibt das eine frische und junge Mischung, die erstmals die Menge zum Tanzen…öh, zum Pogen brachte. Was nicht zuletzt daran lag, dass die angereisten Fans der Band deutlich engagierter waren als die der übrigen Bands – zahlreiche Banner und Plakate belegten dies.

Es folgten Noiseless Tweet. Und ich muss gestehen, auch ich konnte mir das Schmunzeln eingangs nicht so ganz verkneifen. Angekündigt als „Die Mädchenband des Ostbunkers“ spazierten da vier Mädels auf die Bühne, die den Altersdurchschnitt gewaltig nach unten senkten.

Doch frohgemut fingen sie an zu trällern, wenn auch mit anfangs noch etwas unsicherem Stimmchen. Dennoch kann man ein gewisses Potential nicht absprechen, wenn auch bei einem Cover von Avril Lavigne die Stimme arg ins Wanken geriet. Und es mag auch der Jugend geschuldet sein, dass die Bühnenpräsenz eher statisch und angespannt wirkte.

Daher kann man getrost sagen, dass jede Nachwuchsband die Chance haben soll, aufzusteigen. Und wer früh damit beginnt…

Als sechste und letzte Band folgten as he walked past. Irritierenderweise schien es zu Anfang so, als hätten sie kaum Fanbase mitgebracht – oder diese übte sich in vornehmer Zurückhaltung. Scheinbar wusste keiner, was da auf ihn zukam.

Als das Set begann, war die Überraschung jedoch groß: Alternative-Rock vom Feinsten umschmeichelte die Gehörgänge im Stil von Maximo Park, Mando Diao oder die unzähligen „The-Bands“, die in den letzten Jahren die Bühnen dieser Welt regieren.

Dennoch klang as he walked past ganz und gar nicht wie eine der vielen – ganz im Gegenteil: perfekt arrangierte Instrumente eröffneten einfach tanzbaren, eingängigen Rock. Dies ließ sogar die zeitweise etwas linkisch wirkende Bühnenshow vergessen machen und bescherte der Band einen begeisterten Abschlussapplaus.

Nach der Ankündigung, dass die Jury Zeit für die Beratung bräuchte und man sich in zwanzig Minuten wieder einzufinden hätte, verließ ich die gastliche Stätte.

Die Jury, die in dieser Zeit die Entscheidung fällte, bestand aus Lukas Odenthal von Third Cucumber, der Siegerband des letzen Jahres, sowie dem Blues-Musiker „Mr. Mo“. Darüber hinaus waren es Vertreter der Veranstalter und Initiatoren des „Schools on rock“, die die Aufgabe hatten, drei der sechs angetretenen Bands für das Finale zu nominieren.

Dies waren letztendlich Therapiezentrum, as he walked past sowie die Combo Fast’n’Now – allesamt hochkarätige Bands, die auch mich überzeugt hatten. Auf ein Wiedersehen mit ihnen freue ich mich im Rahmen des Finales auf dem Hasestraßenfest am 19. Mai!

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