Gegründet im Jahr 2007 von Drummer Dom Mura und Sänger/Gitarrist Michel Gambini, war das erste Lebenszeichen der Jungs eine EP mit dem Titel „Imprint Forever“, die 2008 noch in Eigenregie veröffentlicht wurde. Nach mehreren Festivalauftritten in den Niederlanden, Belgien, Deutschland und auch in Südkorea wurde nun das erste Studioalbum unter der Leitung von Daniel Bergstrand und Rickard Sporrong, die bereits mit Bands wie Behemoth, Meshuggah, In Flames und Dimmu Borgir gearbeitet haben, aufgenommen. Der Auftritt, den das Quartett im Bastard Club hinlegen sollte, war dann mehr als Grund genug, sich genauer mit der Musik auseinander zu setzen.

Schon der Opener „The Awakening“ zeigt, welchen musikalischen Weg Seita eingeschlagen haben: Aggressiver Thrash mit einer gehörigen Portion Death Metal. Sänger Michel grölt und kreischt sich förmlich die Seele aus dem Leib, das Riffing und das aggressive Schlagzeugspiel gehen energiegeladen nach vorne. Hier werden keine Gefangenen gemacht. Ohne den Fuß vom Gas zu nehmen geht es weiter mit dem Song „Godlike“: Pfeilschnelles Riffing, Doublebass vom Feinsten und über allem schallt der wütende Gesang. Mit dem Song „Know Your Enemies“ kommen wir zur ersten Singleauskopplung, zu der auch ein Musikvideo gedreht wurde. Es wird weiterhin gnadenlos und ohne Rücksicht auf Verluste nach vorne geprescht. Der Refrain lädt mit seiner sich wiederholenden Parole zum lautstarken Mitschreien ein und der rasende Sound machen Lust auf einen Besuch im nächstbesten Mosh-Pit. Nach einer kurzen langsamer gespielten Pause begeben sich Seita wieder auf die Überholspur, um dem Hörer ein letztes Mal den Refrain entgegen zu schmettern. Der Text ist inspiriert von der Gewalt in den Slums brasilianischer Großstädte und wird durch den aggressiven, fast bösartigen Gesang Gambinis sehr authentisch rüber gebracht. Mit anhaltender Härte prügelt man sich weiter durch die folgenden Songs, die allesamt durch die Umstände und Probleme inspiriert sind, mit denen man im Heimatland Seitas zu kämpfen hat.

Ein besonderes Highlight stellt der Song „Baptism“ dar. Mit seinem nackenbrechenden Riffing und Lyrics, die sich direkt ins Gedächtnis stanzen, besitzt dieses Stück wahrlich Hitcharakter.

Auch die letzten drei Songs gehen keinen anderen als den bisher beschriebenen Weg. Hierdurch klingt das Album in sich sehr ähnlich, jedoch kommt durch den gekonnten Einsatz von kurzen, langsameren Parts und Soli nie Langeweile auf. Seita erspielen sich so einen ordentlichen Wiedererkennungswert, der vor allem durch den prägnanten Gesang von Michel Gambini unterstrichen wird. Seine Shouts und auch die hoch geschrienen Parts kommen nie hohl oder kraftlos daher, sondern strotzen nur so vor Energie. Eine weitere Besonderheit des Albums sind die Texte, die einen gewissen politischen Unterton haben, diesen aber zu keiner Zeit in den Vordergrundgrund rücken oder gar dem Hörer den sprichwörtlich erhobenen Zeigefinger entgegenstrecken. Vielmehr ist es ein ausgestreckter Mittelfinger zu den Umständen im Heimatland der 4 Jungs.

Unterm Strich liefern Seita mit „Asymmetric Warfare“ ein überaus gelungenes Debüt ab, bei dem man nach dem ersten Höreindruck direkt die Play-Taste erneut betätigt. Die Energie, die die Band auf der Bühne freisetzt, wurde gekonnt im Studio eingefangen und fest auf das Album gebannt. Besonders Fans der frühen Sepultura und Sarcófago dürften mit dieser Platte ihren Spaß haben. Alles in allem ist es ein wohlgeformter, aggressiver Klumpen Thrash/Death, mit dem man auf jeden Fall auch auf lange Sicht seinen Spaß hat und man darf durchaus auf kommende Ereignisse aus dem Hause Seita gespannt sein.

Tracklist:

  • 1. The Awakening
  • 2. Godlike
  • 3. Know Your Enemies
  • 4. The Riot Starter Inside Everyone
  • 5. Reborn On Fire
  • 6. What Cures
  • 7. Baptism
  • 8. Oppressive Redemption
  • 9. No One But Me
  • 10. Ditadura