Leider keine Fotos.

Zur Location lässt sich vor allem ein Satz eines Gastes anführen, den er direkt beim Anblick des Konzertraumes von sich gegeben hat: „Mehr Untergrund geht nicht!“. Eine Bühne aus Spannplatten und Paletten zusammengezimmert, ein paar Sofas am Rand, Poster der ein oder anderen legendären Band an den Wänden und eine kleine, aber eindeutig als solche zu erkennende Theke Marke „Eigenbau“, sind alles, was der gemeine Metaller benötigt, um einen gelungenen Abend im Zeichen metallischer Musik zu verleben. Geboten wurden den Gästen zwei Bands: Sending Artax aus Australien, die mit ihrem schwer progressiven und technischen Death Metal daher donnerten und als Headliner die Bielefelder Jungspunde von Insane, die an diesem Abend ihre erste Demo veröffentlichten und das „Drum Hard“ mit einem bunten Mix aus allen möglichen gitarrenlastigen Spielarten beschallten.

Mit einer kleinen Verspätung von einer halben Stunde begann der Abend mit dem Auftritt der Australier Sending Artax, die den weiten Weg aus Down Under auf sich genommen haben, um hier in Europa ihre Musik zum Besten geben zu können. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass die Jungs sich unter den wachsamen Augen ihres Managers Andy Phelps von Gig zu Gig hangeln und im „Drum Hard“ sogar kurzweilig ihr Quartier bezogen haben. Selten hat eine Band diesen Mut, einfach auf gut Glück die Koffer zu packen und der Leidenschaft Musik auf diese Weise zu frönen.

Was jedem Anwesenden beim Beginn des Gigs auffiel, war das Fehlen von Drummer und Bassist, die aus familiären Gründen Australien nicht verlassen konnten. Ein weiterer Pluspunkt auf der Sympathieskala dafür, dass die verbliebenen drei Herren ihr Programm trotz dieses Umstands mit technischer Unterstützung durchzogen. Per Software wurden dann Gesang und die beiden Gitarren untermalt. Was an sich verstörend wirkte, das technische Niveau der Gitaristen jedoch zusätzlich hervorhob. Die Musik von Sending Artax lässt sich auch nur schwer in eine Schublade stecken. Das Ganze ist höchst technisch und es sind eine Vielzahl verschiedenster Einflüsse auszumachen. Ein eindeutiges Indiz für das Können war der Anblick der beiden 8-saitigen Gitarren, die mit feinstem Griffbrettgefrickel mit Leben gefüllt wurden und mir persönlich so auch noch nicht begegnet sind.

Leider gab es nach dem dritten Song ein paar technische Probleme mit der Software, und der Auftritt wurde unterbrochen und erst zehn Minuten später fortgesetzt. Alles in allem wirkte der Gig aufgrund der Umstände wie eine bessere Bandprobe, was aber trotzdem überzeugen konnte und Hunger auf mehr machte. Vor allem, wenn die Kombo in Komplettbesetzung aufspielen kann. Nach knapp einer Stunde Spielzeit war das Spektakel vorüber und die Australier konnten noch einige ihrer Alben absetzen. Wenn auch ein gewisser Teil des Publikums mit dem modernen, facettenreichen Gedresche nicht warm wurde, so überwiegte doch auf allen Seiten der Respekt vor den Umständen der Jungs aus Down Under.

Nach einer kurzen Umbaupause begaben sich die jungen Wilden von Insane auf die Bretter und bespaßten das Publikum mit eigenen Songs, jedoch vornehmlich mit einem bunten Mix aus Coverversionen unterschiedlichster Genres. Das gespielte erstreckte sich über Pop-Punk von Blink 182 bis hin zu Metal-Klassikern von Metallica und Anthrax. Die Jungs hatten sichtlich Spaß an ihrem Tun und wurden von den Anwesenden mit ordentlich Stimmung belohnt. Auch wenn es an der einen oder anderen Stelle noch ein wenig holprig klang und die Songauswahl für den gemeinen Untergrundmetaller etwas zu lasch gewesen schien, so überzeugten Insane dafür mit purer Spielfreude und Motivation aus dem Proberaum den Schritt „nach draußen“ zu vollziehen. Wobei es auch recht ironisch ist, wenn man hierfür nicht einmal das Gebäude wechseln muss. Im Gespräch mit dem Veranstalter ließ dieser durchblicken, dass es genau das ist was mit dem „Drum Hard“ erreicht werden soll. Ein Szeneanlaufpunkt, an dem es Partys und Konzerte von Fans für Fans geben soll und Bands einen Proberaum finden können. Wer sich selbst ein Bild des Abends machen möchte hat durchaus noch die Möglichkeit dazu, da die Bielefelder Newcomer ihren Auftritt aufgenommen haben, und ich gehe davon aus, dass über die Band-Homepage die ein oder anderen Bilder zu sehen sein werden.

Alles in allem war es ein gelungenes Debüt für das „Drum Hard“. Die Auftritte von Sending Artax und Insane waren auf jeden Fall schon ein Schritt in die richtige Richtung, und man darf gespannt sein, was in Zukunft in diesen Mauern los sein wird.

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