Wertung: 7 von 10

Demnächst im Kino: Seremonia. A (hypothetic) Film by Aki Kaurismäki. Starring Erno Taipale, Ilkka Vekka, Ville Pirinen and Noora Federley.


Eine karge Spelunke in Turku. Kyösti, ein erfolgloser Bluesgitarrist, der dort das Toiletten-Management übernimmt, spült gekrümmt an der Theke sitzend mit ein paar Vodka sein Voileipä herunter. Die arbeitslose Suvi schlurft mit aufgerissenen Augen starren Blicks herein, signalisiert dem Kneipier ihren Getränkewunsch wortlos mit einem Nicken. Sie nimmt an einem freien Tisch Platz und löst in dem Sima eine nicht weiter erkennbare Substanz. Fasziniert von der abwesend wirkenden, düster gekleideten Dame, geht Kyösty an ihren Tisch. „Black Sabbath?“ fragt er. Sie nickt. Er zeigt auf den ihr gegenüberstehenden Stuhl, sie nickt, er setzt sich. In wiederum emotionslosem Tonfall fragt er: „Singst du?“ Suvi zuckt mit den Schultern. Band gegründet. Der einzig weitere Gast der Wirtschaft hat von dem Gespräch Wind bekommen: „Rock Band?“ Kyösti und Suvi nicken. Der knurrige Taxifahrer und Trinker Ukko übernimmt das Schlagzeug. Später stößt noch der obdachlose Straßenmusikant Yrjö als Bassist dazu. Suvi kleidet alle in Schwarz, hängt ihnen umgedrehte Kreuze um und weiht die Männer in allerlei finsteres Wissen ein. Jedenfalls geben die vier, nach etlichen Zeremonien und so was wie Abenteuern, am Ende ihr erstes Konzert. Zur Mittagszeit, vor zwei Dutzend Hafenarbeitern, in der Gaststätte, wo alles begann.

Mittlerweile hat die Gruppe sich Synthesizer und eine selten genutzte Flöte zugelegt, um den Fuzz beladenen Gitarrensound in seiner psychedelischen Wirkung zu unterstützen. Suvi singt Finnisch. Das Riff aus „Uhrijuhla“ ist „N.I.B.“ entlehnt, das von „Rock’n’Rollin Maailma“ liegt irgendwo zwischen „Sunshine Of Your Love“ und „In A Gadda Da Vida“. Black Sabbath feat. Garage-Proto-Punk plus oder minus Pseudo-Progressive-70ies-Merkmalen.

Antikristus 666“ klingt aus, während Suvi, Kyösti, Yrjö und Ukko, der einen Backstein auf der Klaviatur des Synthesizers platziert, den Refrain weiterhin monoton rezitierend, den Raum verlassen. Die Hafenarbeiter folgen, singend: „Antikristus kuusi kuusi kuusi“! Abspann.

Obskurer Scheiß. Neu. Ginge aber auch glaubhaft als rare Wiederentdeckung aus den 70ern auf rateyourmusic.com durch. 7+ für den Prima Soundtrack!

Tracklist

  • 01. Seremonia
  • 02. Uhrijuhla
  • 03. Rock ’n‘ Rollin Maailma
  • 04. Huutava Taivas, Kuiskaava Maa
  • 05. Aamuruskon Kaupunki
  • 06. Kosminen Ruumisvaunu
  • 07. Lusiferin Käärmeet
  • 08. Antikristus 666
  • 09. Kiirastulen Tähtisumu
  • 10. Hautakiven Varjossa

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