Ein mir bis dato unbekannter – und wohl in der OS-Szene auch neuer – Veranstalter mit Namen Igor von „Fucking Booking“ lud am Freitag den 29.10.2010 in´s ehemalige kleine N8, dem sogenannten Schall und Rauch zur „Set sail to Doom and Horror-Tour“. Hier bot sich ein recht abwechslungsreiches Programm aus melodischem Black Metal, Funeral Doom und Gothic Metal.


Die Osnabrücker Band Nachblut durfte diesen Abend eröffnen. Zunächst hielt ein Großteil des Publikums noch gehörig Abstand von der Bühne. Dies ist aber nicht weiter ungewöhnlich, weil im allgemeinen von Black Metallern vermutet wird, dass sie die Pest mit an Bord haben. Mit einem guten und klaren Sound konnten Nachtblut alle Bedenken aus dem Weg räumen und hatten innerhalb kürzester Zeit das Publikum auf ihrer Seite, nicht zuletzt durch die doch bemerkenswerte lokale Osnabrücker Fanschar. Die Lieder, die sich unterschiedlichen Stilrichtungen bedienen, sind sehr abwechslungsreich und konnten das Publikum teilweise regelrecht zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Das war ein Anfang, wie man ihn gar nicht erwartet hatte. Und auch, wenn einige Metaller jetzt sagen würden, ein Keyboard gehört nicht zum Black Metal, kann ich sagen, dass mit Nachblut Black Metal eben nicht nur Krieg ist, sondern auch schwarze Kunst. Vor allem die deutschen Texte lassen sich ungewöhnlicher Weise recht gut hören. Alles in allem eine beachtenswert professionelle Leistung.

Schwarzer Engel, die ein wenig an Rammstein erinnern, aber zusätzlich starke Dark Metal Einflüsse in ihrer Musik aufweisen, konnten das Publikum nicht gänzlich derart in Bewegung versetzen, wie der Opener. Die Lieder, die allesamt mit viel Text versehen sind, erforderten ganze Aufmerksamkeit, und selbst die Band agierte daher etwas bewegungsstarr auf der Bühne. Mit dem Lied „Geister und Dämonen“ wurde die neue Debüt-EP vorgestellt. Mir persönlich hatte der Auftritt zu wenig Biss, aber insgesamt sind sie beim Publikum letztendlich doch gut angekommen. Ich persönlich hatte im Vorfeld noch nichts von dieser Formation aus Stuttgart gehört, ins Billing dieses Abends passten sie aber allemal.

Nun zum ersten der beiden Co-Headliner: Mit der Band Ahab musste sich das Publikum erneut auf ganz andere Klänge einstellen. Dem mit Meeresrauschen beginnenden Intro folgte treibender, teilweise mächtig erdrückender Metal, wobei sich ruhige, richtig ruhige und härtere Passagen gekonnt abwechselten. Vor allem die Doom-Fans der Osnabrücker Metalfreunde hatten ihre wahre Freude an dem Dargebotenen, auch wenn die Präsenz auf der Bühne recht träge (eben passend zum Großteil des Gespielten) daherkam. Auf diese Art von Musik muss man sich ganz einlassen und so wurden die Songs nach hinten heraus immer besser. Das über 10minütige Epos „Redemption Lost“ war dann auch ein absoluter Höhepunkt dieses Abends.

Für den Auftritt von The Vision Bleak wurde die Bühne erstmal richtig eingenebelt. Man konnte förmlich merken, dass das Publikum hungrig auf die Jungs aus Nordbayern war, weil sich bereist mit den ersten Noten vor der Bühne alles in Bewegung setzte. Mit dem zweiten Lied „Night Of The Living Dead” wurden dann schon kräftig die Haare geschüttelt. Immer wieder wurde der Hit „Wolfmoon“ gefordert. Neben „Kutulu“ war es denn auch dieses Stück, bei dem der Refrain lauthals von allen mitgesungen wurde. Ich persönlich hätte ruhig noch eine weitere Stunde dieser außergewöhnlichen Musik lauschen wollen. Leider wurde der Wunsch nach zusätzlichen Zugaben mir nicht erfüllt, obwohl noch zwei weitere Songs auf der Setlist gestanden haben sollen.

Trotzdem, wie das immer so ist, bei besonders guten Konzerten geht der Abend immer viel zu schnell vorbei. The Vision Bleak zeigten sich sehr fanfreundlich und gaben am Merch-Stand noch Autogramme. Und so ging ein rundum erstklassiger Konzertabend zu Ende mit tollen Bands und hervorragendem Sound.

Setlist Nachtblut:

  • Ijobs Botschaft
  • Schreckenschor
  • Die Blutgräfin
  • Ketzer
  • Mein Gebieter
  • Augenschein
  • Kreuzigung
  • Antik
  • Kreuzritter

Setlist Schwarzer Engel:

  • Ouvertüre
  • Apokalypse
  • Planet Hass
  • Krieg In Der Wüste
  • Der Schwarze Engel
  • Geister und Dämonen
  • Der Sturm
  • Sieh Die Lodernden Heere

Setlist Ahab:

  • O Father Sea
  • Old Thunder
  • The Divinity Of Oceans
  • The Hunt
  • Redemption Lost

Setlist The Vision Bleak:

  • Intro
  • Descend Into Maelstrom
  • Night Of The Living Dead
  • Carpathia
  • Black Pharaoh Part II
  • Kutulu!
  • I Dined With The Swans
  • A Romance With The Grave
  • Wolfmoon
  • Lone Night Rider
  • Brotherhood With Seth

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