Wertung: 8 von 10

„Absence“ ist das gelungene Debüt-Album der griechischen Band Shattered Hope. Sie spielen düsteren Death bis Funeral Doom.


Langsam schleppend kündet eine raue Stimme unverständlich von schmerzhafter Einsamkeit, von Verzweiflung und Leere – reißt in düstere Abgründe hinab. Leise Gitarren im Hintergrund, verspielte Sounds, die einen Moment Ruhe einkehren lassen, wie das Auge eines Wirbelsturms. Dann setzt der Sturm wieder ein mit Schreien, harten Gitarren. Der dem Funeral Doom eigenen Trotz wird hier gegen die Verzweiflung mit aller Gewalt aufgeboten, was das Tempo zwischendurch sogar über das Midtempo in Death Metal-Nähe treibt.

Schon beim ersten Hören hat mich die Scheibe in den Bann gezogen und begeistert. Dabei handelt es sich um eine Debüt-CD! Was die vier Griechen hier vorlegen, ist eine außergewöhnliche Death Doom oder Funeral Doom Scheibe. Kein Wunder also, dass die Band als Einfluss My Dying Bride und Shape Of Despair angibt – zumal sie dieses Jahr schon als Vorband von My Dying Bride in Erscheinung trat. In der Tat finden sich melodische eher Gothic artige Passagen wie bei Shape Of Despair und fast reine Death Doom-Passagen, die an My Dying Bride erinnern. Ein passenderer Vergleich ist allerdings eher Evoken, die ebenfalls eine Mischung aus Death und Funeral Doom spielen. Die Vergleiche sollen allerdings nicht bedeuten, dass die Band die Stile imitiert hat – sie weist durchaus einen eigenen Stil auf, den sie unbedingt weiter verfolgen sollte. Problematisch wird das Ganze nur an wenigen Stellen, die ich als eindeutig „zu dick aufgetragen“ empfinde – insbesondere im Track „A Traitor’s Kiss“ – hier wird ein bombastischer Sound aufgefahren, der so übertrieben wirkt, dass damit das Stück ruiniert wird. Hier sollte die Band ein wenig aufpassen, dass sie nicht in eine aufgesetzte Dunkel-Düster-Schiene abgleitet.

Eines meiner Lieblingsstücke der CD ist „Vital Lie“. Es beginnt langsam, melodisch mit viel synthetischem Sound, dann nach einer Ruhepause in der Mitte des Stücks, setzt rauer Sound ein, Death Doom Gitarren und Schreie, die den Sound förmlich zerreißen. Ein gelungener Track, der tief in die Abgründe des Doom reißt.

Insgesamt ist der Band eine außergewöhnliche Debüt-CD gelungen, die Fans des Dooms wärmstens zu empfehlen ist!

Trackliste

  • 01. Amidst Nocturnal Silence
  • 02. Vital Lie
  • 03. Enlighten The Darkness
  • 04. Yearn
  • 05. A Traitor’s Kiss
  • 06. Lament, in F# Minor
  • 07. The Utter Void

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