Wertung: 8 von 10

Die Schweizer Band Shever besteht aus vier Frauen, die in Down- bis Midtempo mit “Rituals” ein erstklassiges Album vorlegen, das stimmungsvoll zwischen ruhigeren und bitterbösen Passagen wechselt.


Die Bandgeschichte beginnt 2004 und neben einer EP ist „Rituals“ das zweite Album der Band, das eine Länge von 50 Minuten aufweist. Der Gesang ist meist etwas growlig im Sludgestil, aber durchbrochen von Klargesang und mehrstimmigen Stellen, die der Musik sehr viel Abwechslung verleihen. Die Gitarre ist leicht verzerrt und sehr präsent.

Besonders bemerkenswert ist aus meiner Sicht der vierte Track „Souls Colliding“, der mit einer epischen Länge von neueneinhalb Minuten, keine Minute langweilig wird. Der Track ist (wie der Titel der CD verpricht) oft ruhig, intensiv – man kann das Ritual förmlich spüren, aber mit einer Spannung, dass man den Eindruck hat, dass gleich ein Gewitter losbrechen würde. Die Vocals sind zunächst ruhig in Klargesang gehalten, werden aber schon bald verzerrt und wieder sludgeartig rau und unverständlich. Das Tempo steigert sich zunächst langsam bis zum Midtempo – offenbar dem Höhepunkt des Rituals – um dann gegen Ende wieder abzuflauen. Ein Blasinstrumentensound ist dann zu hören, der langsam und bedächtig dahinschreitet – das Ritual scheint zu Ende gegangen zu sein.