Wertung: 7 von 10

Wie bereits im Interview im Februar angekündigt, zogen sich Sightbill Ende letzten Jahres ins Studio zurück, um ihren ersten richtigen Silberling unter professioneller Anleitung zu kreieren.


Das Endergebnis heißt “Diversity” erblickte im März das Licht der Welt und überrascht mit einigen hitverdächtigen Tracks: Wer es gern ruhig und entspannt mag, liegt bei Sightbill genau richtig. Das erste Stück kommt mit dem Namen “Stuck” daher und entführt uns mit schleppendem Rhythmus in die Welt von Sightbill. Nette Melodien auf der Akustikklampfe in Verbindung mit einer soliden Rhythmussektion, abgerundet von einer tollen variablen Stimme seitens Ann-Christin. Song No. 2 hält bereits den ersten “Hit” parat. “Believe Me” zeichnet sich durch eine sehr melancholische Grundstimmung aus, die durch eine ohrwurmgefährliche Bassmelodie nach dem Chorus noch fett unterstrichen wird. Ein perfektes Lied zum “aufs Sofa lümmeln” und aus dem Fenster schauen. Einfach zum Träumen! Mit dem dritten Track erwartet uns das erste von vier deutschsprachigen Liedern. “Es Ist Richtig” (auch als Livemitschnitt auf der YouTube-Seite der Band zu sehen) kommt flotter als seine beiden Vorgänger daher, behandelt aber inhaltlich (wie fast alle anderen Nummern auch) ebenfalls die Problematik zwischenmenschlicher Gefühle und Gedankengänge rund um Beziehungen. Anfangs fand ich den Gegengesang während des Refrains ein wenig gewöhnungsbedürftig, dies legte sich jedoch nach mehrmaligem Durchhören und passt eigentlich auch ganz gut, zumal es einen neuen Ansatz aufzeigt. In direktem Vergleich aber eher einer der schwächeren Songs. Bei “You Think…” tritt zunächst Felix mit seinem Bass in Aktion und läutet einen Rhythmuspart ein, in den Peter am Schlagzeug und Ann-Christin mit Gitarre einsteigen. Echt gut gemacht und definitiv der groovigste Track auf dem Album. Im Anschluss wartet “Hit” Nr. 2 betitelt mit “Lass Los Und Lebe” auf den Hörer. Drummer Peter tauscht hier sein Schlagzeug gegen ein Paar Bongotrommeln und unterlegt gefühlvoll den ebenso intensiven Gesang von Sängerin Ann-Christin. Eine Gänsehautballade, die zum Träumen einlädt. Mein persönlicher Favorit von “Diversity“! “Get Me Out” ist der Beweis für die facettenreiche Stimme der charmanten Frontfrau, da sie hier mit einer rauchigen Reibeisenstimme agiert und dem Song damit den nötigen Tiefgang verleiht. Der dritte “Deutschtrack” hört auf den Namen “Ich Nehm’ Dich Mit”. Diesem kann ich jedoch nicht wirklich viel abgewinnen und zählt für mich eher in die Kategorie Lückenfüller. Ebenso geht es mir mit dem folgenden “We are all alive”. Kein Part, der wirklich im Ohr hängen bleibt, kein direkter Höhepunkt und nur mäßige Dynamik.Dieses ändert sich jedoch wieder schlagartig mit “What’s Happend With You”. Fetzig beginnend, wird man sofort wieder wach gerüttelt und im Chorus mit einem Midtempowechsel überrascht, der der Dynamik sehr zuträglich ist und diesen Song so abwechselungsreich gestaltet. Macht Spaß zu hören, zumal Sightbill gegen Ende des Liedes noch mal ein paar Kohlen nachlegen und das Tempo stark anziehen. Mit “Make My Day” verhält es sich ähnlich wie bei “Es Ist Richtig”. Kein wirklich schlechter Song, kann jedoch mit den anderen meiner Meinung nach nicht mithalten. Der letzte Track des Albums (“Hier Mal Ein Lied”) ist von Reggaerhythmen geprägt und wartet wieder mit einer ohrwurmverdächtigen Bassmelodie auf. Ein schöner runder Abschluss, der nach dem Stoppen des CD-Players im Ohr hängen bleibt und die Versuchung weckt, gleich wieder auf “Play” zu drücken.Fazit: Ein gut gelungener Wurf der aufstrebenden Sightbill! Bis auf 3-4 etwas schwächere Songs kann das Album überzeugen und lässt keine Zweifel über den Ausgang des letztjährigen Contest, wo die Hiddenhausener 3er-Combo gleich zweimal abräumten, aufkommen. “Diversity” eignet sich bestens für gemütliche Nachmittage, Autofahrten, ein langes Sonntagsfrühstück oder Freizeitaktivitäten unter freiem Himmel (zumindest habe ich das so empfunden).

Anspieltipps:

1. Lass Los Und Lebe

2. Believe Me

3. What’s Happened With You