Wertung: 7 von 10

Die Welle an altlastigem Metal lässt dieser Tage nicht nach. Vorreiter dieser New Old Shool Death Metal-Welle ist mitunter das deutsche Label F.D.A. Rekotz, dessen Kopf Rico Unglaube dieses Jahr eine Vielzahl an hochkarätigen Death Metal-Scheiben auf die Szene losgelassen hat. Die Amerikaner Skeletal Remains hauen mit “Beyond The Flesh” zum Ende des Jahres ihr Debütalbum raus und sorgen hiermit für ein weiteres Highlight aus dem Hause F.D.A.


Schon ein Blick auf das Cover genügt, um zu erahnen, auf was man sich in der nächsten halben Stunde einstellen darf: Untote stehen in einer von Fackeln erleuchteten Gruft um einen Altar, auf dem ein Skelett gebettet liegt. Auch das Bandfoto der vier Herren hätte so bereits in einem Fanzine aus dem Jahr 1989 zu finden sein können. Es riecht also nach todesmetallischem Geballer, wie es vor über zwanzig Jahren nicht schöner hätte sein können.

Die Platte startet ohne langes Vorgeplänkel mit dem Song “Extirpated Vitality”. Ein drückender Sound mit einem Riff, das direkt in den Nacken geht. Nach einem kurzen Mid-Tempo-Part geht es in die Vollen, und Erinnerungen an die frühen Death und Morbid Angel kommen auf. Frontsau und Gitarrist Chris Monroy sorgt mit seinem schäbigen und rotzigen Gekeife für das richtige Retro-Feeling. Sein Gesang ist ein bösartgier Hybrid aus dem unverkennbaren Vocals von Death Metal-Legende Martin van Drunen von Asphyx und Morgoth-Sänger Marc Grewe. An einigen Stellen erinnert sein Geschrei auch an das anfängliche Growling von Death Metal-Urvater Chuck Schuldiner. Der nächste Track “Desolate Isolation” stellt ein Highlight des Albums dar. Hier wird im Mid-Tempo Ur Death Metal zelebriert und es ist schwer, sich dem Drang nach exzessiven Headbanging zu widersetzen. Mit einem an Bolt Thrower erinnerndem Riff prügelt man sich durch das nächste Stück “Reconstructive Surgery”. Dass Skeletal Remains auch ohne Gesang ordentlichste Nackenzerstörung betreiben können beweist das Instrumentalstück “Carrion Death”. Wie eine Walze rollt der Song über den Hörer hinweg und hinterlässt nichts als Zerstörung. Treibende Riffs, wildes Drumgeprügel und ein Solo zum Ende machen dieses Stück auch ohne das Zutun des Sängers zu einem weiteren Highlight des Albums. Mit knapp über fünf Min ist das Stück “Anthropophagy” der längste Song von “Beyond The Flesh”. Auch hier wird nach dem bekannten und wohl auch bewährten Muster gewerkelt. Mid Tempo wechselt sich mit schnellen Parts ab, Griffbrettgefrickel rundet den Song ab und über allem rotzt sich Chris Monroy fast die Innerein heraus.

Nachdem dann nach über 30 Minuten purem Old-School-Death die letzten Töne des Stücks “Sub-Zero Termination” aus den Boxen schallen, ist man als Hörer geneigt, die Play-Taste direkt erneut zu betätigen. Skeletal Remains haben ein Album geschaffen, das jeden, der auf frühen Death Metal steht, begeistern dürfte. Songs, die im Gedächtnis bleiben, ein Sänger der in jedem Fall den genannten Szenegrößen in nichts nachsteht. Ich bin von den Amerikanern durchweg begeistert und bin gespannt ob die Herren im kommenden Jahr auch live überzeugen können.

Tracklist

  • 1. Extirpated Vitality
  • 2. Desolate Isolation
  • 3. Reconstructive Surgery
  • 4. Carrion Death (Instrumental)
  • 5. Traumatic Existence
  • 6. Anthropophagy
  • 7. Homocidal Pulchritude
  • 8. Sub-Zero Termination

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