Wertung: 6 von 10

Mit ihrem zweiten Album “Dermal Harvest” haben Skineater aus Schweden wieder ein eingängiges Album eingeprügelt, das sowohl melodische Hooklines und brutales Gemetzel in sich vereint. Für Fans von At The Gates, den frühen In Flames, aber auch klassischen Death Metal-Größen wie Grave oder Unleashed dürfte die Platte interessant sein.


Das Cover wirkt auf den ersten Blick etwas verwirrend: Ein von Stacheldraht und Haken durchzogender Mann, vor Schmerzen schreiend, mit Hautfetzen, die von seinem Körper herabhängen. Man könnte also Brutal Death Metal der amerikanischen Art erwarten. Aber die Schweden überraschen mit einem Mix aus traditionellem Schwedentod mit einer gehörigen Spur Brutalität, aber auch eingeflochtenen Melodien. Ohne Vorwarnung legen Skineater mit dem Song “He Was Murdered” los. Nach dem ersten Schreck dieser musikalischen Todesfaust beginnen die Mannen aus Schweden mit einer eingeflochtenen depressiven Melodie dem Song seine Struktur zu verleihen. Dies geht dann sogar soweit, dass sich der Nacken im Verlauf des Stückes immer mehr zu bewegen beginnt. Die Überraschung nach Anblick des Covers ist definitiv gelungen.

Weiter geht’s mit dem Stück “Dismantling”, welches mit einem treibenden Riff eingeleitet wird und in den durch den Opener bekannten Songverlauf übergeht: Harte Strophen, melodischer Refrain. In diesem Song gehen Skineater sogar soweit, dass sie für ein paar Sekunden die Distortion auszuschalten, um im Anschluss wieder das tödliche Gaspedal voll durchzutreten. Ein Solo am Ende rundet den Song noch ein weiteres Mal ab und macht “Dismantling” zum ersten Highlight des Albums. Mit mittlerer Geschwindigkeit legen die Schweden bei “Your Life Is Mine” los. Dieser Song besticht erneut mit klassischem Death Metal-Gewemse in der Strophe und melodischen Riffs im Refrain. Eine Mischung, die mir persönlich immer mehr gefällt. Erst mit “Made Of Godsick” wird der Melodieanteil eine Spur zurückgeschraubt und Fans altbekanntem Schwedentod werden voll auf ihre Kosten kommen. Ähnliches ist beim folgenden “Through The Empire” zu verzeichnen. Auch hier wird mehr Wert auf Härte gelegt, und so sorgen die fünf Jungs von Skineater weiter für ein sehr abwechlungsreiches Album. Der Song “Stab” beginnt wieder mit einem sehr eingängigen Riff und verfällt erneut in die Struktur der ersten Songs auf dem Album. Es werden wieder Melodie und cleane Gitarren eingebaut. Auch dieser Song ist sehr abwechslungsreich und die technischen Fähigkeiten der Schweden werden hier ein Stück weiter in den Vordergrund gerückt, was der Solopart im Mittelteil überzeugend unter Beweis stellt. Ein weiteres Highlight auf “Dermal Harvest”. Für einen kleinen Lückenfüller sorgt das kurze Stück “Drifting”. Auf der Zielgeraden des Albums sorgt der Titel “Solitude Discord” noch einmal für eine kleine Überraschung: Ein an modernen Black Metal erinnerndes Riff wechselt sich mit kantigen Schwedentod-Tönen ab. Eine interessante Mischung, die trotz gewisser Nackenzuckungen leider nicht an die ersten Stücke des Albums herankommt.

Nach dem ersten Blick auf das Cover war ich nicht sicher, ob es stimmt, was über die Gruppe aus Schweden berichtet wird, und ob es mir zusagen würde, was mich erwartet. Doch nach mehreren Durchläufen bin ich positiv überrascht. Mit “Dermal Harvest” legen die mir bislang unbekannten Skineater ein abwechslungsreiches, modernes Death Metal-Album hin, das nicht auf Keyboards oder sonstige Instrumente zurückgreifen muss, um Melodie in ihre Songs zu bringen. Wer sich sowohl bei frühen Melodic Death Metal als auch bei traditionellem Schwedentod heimisch fühlt, kann im Januar beherzt zugreifen und dürfte nicht enttäuscht werden.

Tracklist

  • 01. He Was Murdered
  • 02. Dismantling
  • 03. Your Life is Mine
  • 04. Made Of Godsick
  • 05. Through The Empire
  • 06. Stab
  • 07. Drifting
  • 08. Thousand Dead Faces
  • 09. Bring Them
  • 10. Solitude Discord
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