Slayer – Reign In Blood

SLAYER - Reign in Blood

SLAYER – Reign in Blood

„Immer mitten in die Fresse rein“, so könnte das Motto von Slayers Meisterwerk “Reign In Blood” lauten. Gleich zu Beginn knallt man mit “Angel Of Death“ richtig drauflos.

Dieses Stück ist nicht nur einer der besten Slayer-Songs, sonder zugleich auch der umstrittenste, da der Text vom ehemaligen KZ-Lagerarzt Dr.Josef Mengele handelt und oft fehlinterpretiert wird. Noch schneller (248bpm!) geht’s dann mit “Necrophobic“ ab. Etwas ruhiger wird es dann mit “Altar Of Sacrifice“, das man unbedingt mit dem folgenden “Jesus Saves“ verbinden sollte, die beiden gehören aufgrund ihrer Texte einfach zusammen. “Criminally Insane“ ist mein persönlicher Favorit, allein das Drumming am Anfang verbreitet eine unheimliche Stimmung, und ein paar der Riffs kann man auch bei einigen Death Metal Bands wieder finden. “Epidemic“ und “Reborn“ klingen sehr ähnlich, was aber bei fast allen Slayer-Songs so ist. Der vorletzte reguläre Song “Postmortem“ stellt eigentlich nur das Intro zum Hammer “Raining Blood“ dar. Dieser Song beginnt mit einem Donnerschlag und endet in einer waren Soliorgie von Jeff Hannemann und Kerry King. Hammer!!!

Die beiden Bonustracks “Agressive Perfector“ und der Remix von “Criminally Insane“ sind ebenfalls sehr gut gelungen. Produziert wurde das Album von Rick Rubin (u.a. Red Hot Chili Peppers, AC/DC) der bis 1986 nur jeweils ein Album von den Beastie Boys und von LL Cool J produziert hatte. Am Sound gibt es nichts zu meckern, einzig die Spielzeit von 28:58 Minuten (Ohne Bonustracks) ist viel zu kurz, allerdings ist es auch ein Vorteil, da man das Album komplett durchhören kann, selbst wenn man nur wenig Zeit hat.

Da kein Label Reign In Blood veröffentlichen wollte, unterschrieben Slayer bei Rubins Label American Records, dass 1986 noch Def American hieß. Von mir gibt’s auf jeden Fall fünf von fünf Punkten, da dieses Album einfach nur geil ist! Dieses Album ist und bleibt ein Meisterwerk, das bis heute Bands aus allen Metalrichtungen inspiriert. THRASH TILL DEATH!!!

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Score: 10
Genre: Thrash Metal
Web: http://www.slayer.net
Label: Def American / American Records

Autor: Tobias

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GrasPop Metal Meeting mit u.a.: Iron Maiden, Aerosmith, Ozzy Osbourne, Slayer, Black Label Society, Hammerfall, Blind Guardian, Korn

Vom 22. – 24. Juni war’s wieder soweit! Alle Anhänger des harten Gitarrengenres schauten auf das kleine belgische Städtchen Dessel, kurz hinter der holländischen Grenze. Hier hatte sich wieder einmal (mittlerweile zum 11. Mal) die Elite aus knallhartem Metal und erdigem Hard Rock zusammengefunden, um den aus ganz Europa angereisten Fans die Mähne vom Kopf zu blasen.

Als wir nach relativ fließender Autofahrt das Ziel erreichten, folgte jedoch die erste Ernüchterung: Die Parkplätze lagen ein gutes Stück vom Campinggelände entfernt, was bedeutete, dass der gesamte Krempel ewig weit geschleppt werden musste. Wir schnappten uns so viele Sachen wie möglich und machten uns auf den Weg zum Eingang, um unsere Bändchen abzuholen und die Zelte aufzubauen. Leider hatten genau diese Idee auch gut 10.000 andere Leute (die Campingplätze werden nämlich beim Graspop offiziell erst um 8.00 Uhr Freitagmorgen geöffnet und um 14.00 Uhr spielt bereits die erste Band!). Dies zog eine gut 3stündige Wartezeit nach sich, in der wir uns mit unserem Gepäck Millimeter für Millimeter voranschoben. Am Kassenhäuschen angekommen, gab ich meine Karte ab und erfuhr dort, dass ich mit der Karte kein Bändchen bekomme (ich hatte ein aus dem Internet bestelltes Ticket, das lediglich gedruckt war), sondern dafür ein original Graspopticket benötigte, was wiederum außerhalb des Geländes an einem Container umzutauschen war. Klasse! Jedoch durfte ich meine Sachen beim Kassenhäuschen liegenlassen und erhielt den Hinweis, dass ich mich dann nicht mehr anzustellen bräuchte, sondern sofort durchkommen dürfe, um mein Bändchen und meine Ausrüstung abzuholen. Gesagt, getan, doch als ich auf dem Rückweg an einem Ordner mit den Worten „I just had to change my ticket“ vorbei wollte, verwies der mich auf die Schlange, in der ich zuvor bereits 3 Stunden auf meinen Einlass verweilt hatte. Ich vergewisserte mich, ob das ein schlechter Scherz sei, aber seine Antwort blieb unbeirrt. Scheiße! Also Zähne zusammen und durch! Keinen Bock, noch einmal drei Stunden zu warten und erst um 15.00 Uhr anzufangen, mein Zelt aufzubauen. Was wurde geschimpft und gemeckert, aber nach 20 Minuten hatte ich mich wieder zu dem Kassenhäuschen durchgekämpft. Jetzt endlich erhielt ich mein Bändchen und war ein freier Mann! Nachdem meine Begleiter und ich nun dann auch irgendwann mal damit fertig waren, unseren Krams aus dem Auto zu holen und unsere Zelte nebst Pavillon aufzubauen, waren wir angekommen und die Vorfreude auf das Wochenende stellte sich wieder ein. Würde Ozzy wirklich kommen oder kurz vorher wieder absagen? Welche Stücke wird Maiden spielen? Wie schlagen sich Aerosmith live? Spielt Korn dasselbe Set wie am Ring? Wird das Wetter mitspielen? Alles Fragen, auf die wir eine Antwort haben wollten.

Auf letzteres erhielten wir prompt in Form eines kräftigen Schauers eine Rückmeldung, die sich für das gesamte Festival als gültig erweisen sollte. Sonnige Abschnitte und kräftige Regenschauer im Wechsel bei mittleren Temperaturen.

Nachdem das erste Grillfleisch verdrückt war, ging es auch endlich los zum Gelände, um sich Within Temptation zu Gemüte zu führen. Zwar bin ich kein großer Gothicmetal – Fan und habe die Truppe auch schon auf diversen anderen Events live gesehen, aber hier war „Heimspiel“ angesagt, was sich in der Resonanz der Fans und der Spielfreude der Akteure wiederfand. Selten habe ich diese Band derart ausgelassen spielen sehen und auch die neuen Songs des aktuellen Albums (bei „What Have You Done“ unterstütze Keith Caputo Sharon del Adel per Videoeinspielung beim Gesang) konnten live auf voller Länge überzeugen! Getragen natürlich von dem glasklaren Sound, der von dem Tontechniker auf die Mainstage gezaubert wurde. Was mich jedoch während des Konzertes immer wieder irritierte, waren die Einblendungen auf den Videoleinwänden die den Schriftzug „NO CROWDSURFING“ beinhalteten. Kein Crowdsurfen auf nem Metalfestival? Hallo, geht’s noch? Arg gewöhnungsbedürftig!

Da, anders als bei „Rock am Ring“, die Bands nicht alle zeitgleich spielen, sondern jeweils um eine Stunde versetzt sind, blieb den Roadies immer gut Zeit, die Bühne ab- bzw. neu aufzubauen. In der Zeit hatten die Besucher des Festivals die Möglichkeit, in eines der beiden Marquees (große Zelte mit fester Bühne) zu gehen, um sich eine andere Combo anzugucken, die dort gerade startete. Ansonsten war man bestrebt, den anderen Verlockungen des Festivalgeländes nachzukommen, die sich in einer Marktecke (mit sämtlichem Schnickschnack, den der Metaller und die Gothicdame so braucht), einem Gewinnspiel in Form von „Eisblockhacken“ (in einem riesigen Eisblock sind diverse Wertgestände eingefroren, die es freizupickeln gilt!) und natürlich Unmengen von Trink- und Fressbuden äußerten. Schlau, wer sich da schon im Voraus mit Trink- und Essenscoupons eingedeckt hatte (Trinkcoupon 2 EUR, Essenscoupon 1 EUR). Ausgeschenkt wurde „Maes“, was bei 0,3l für 1 Coupon über die Theke wanderte und durchaus genießbar war. In Sachen Essen hatte ich ein kulinarisches Erlebnis mit einer belgischen Braadworst! Aufgemacht wie ein Hot Dog mit Brötchen, frischen Röstzwiebeln + Ketchup und Mayo fand sich in der Mitte eine Wurst von der Größe eines Ochsenp..mels wieder, die einfach der Wahnsinn war. Jedem, der einmal das Graspop besuchen sollte kann ich nur raten: ESST DIESE VERDAMMTE BRAADWORST! SOWAS HABT IHR NOCH NICHT GEGESSEN! Einfach lecker…

Aber wieder zurück zur Musik. Mein nächster Anlaufpunkt war Chris Cornell (Ex – Soundgardenfronter und angehender Ex bei Audioslave), der nach seinem Titelsong für den „Casino Royal“ Bond seine Solokarriere weiter vorantreibt und dabei auf gute Resonanz stößt. Jedenfalls erwartete ihn am späten Nachmittag ein gut gefüllter Zuschauerraum vor der Bühne, der ihn dazu anspornte seine anfängliche Zurückhaltung, gepaart mit leichter Unsicherheit, schnell abzulegen und sich voll reinzuhängen. Eingängige Riffs, ein druckvoller Sound und eine grandiose Stimme taten dann ihr Übriges, um die Menge zu begeistern und ebenso mitzugehen zu lassen.

Richtig gespannt war ich allerdings auf den heutigen Headliner des Abends: Aerosmith. Eines der wenigen noch existierenden (und weiterhin erfolgreichen) Urgesteine der Musikbranche. Gekonnt passten sie ihre Musik und den Sound der Neuzeit an, ohne dabei sich selbst zu verraten oder ihre Wurzeln aus dem Blick zu verlieren. Bei über 30 Jahren Bandgeschichte und (bis auf einige Hänger) fast durchgehendem Erfolg ist es selbstverständlich, dass diese Band nicht nur eine Menge an Erfahrung besitzt, sondern auch einen Sack voll „Hits“ mit im Gepäck hatte. Davon machten sie dann auch gleich Gebrauch, als sie die Bühne erklommen und die Besucher sich gleich um 20 Jahre zurückversetzt fühlten, woran Paradiesvogel Steven Tyler nicht ganz unschuldig war. Mit einer typischen 70er Brille, Schlaghose, Plateauschuhen, einem engen Shirt und einem schrillbunten Satinbademantel darüber ausgestattet, war der Frontmann sofort Mittelpunkt des Geschehens. Er fegte über die Bühne, lief den Steg ins Publikum hinein, spielte nebenbei eine fetzige Bluesmundharmonika und scheute sich auch vor Tuchfühlung mit den Fans nicht. Wer Tyler kennt, weiss, dass er für seinen Mund weltweit bekannt ist und es schon furchteinflößend wirkt, wenn man gut 3 Meter von ihm entfernt steht und er einem genau ins Gesicht singt! Da ist nur Mund zu sehen und was er zum Abendessen hatte, könnte man wahrscheinlich auch noch erraten…

Schon nach den ersten drei Songs war klar, wer bei Aerosmith das Geld verdient. Steven Tyler warf sich in schrill – geniale Posen, dass man beeindruckt und belustigt zugleich war, während ein ebenso unermüdlich ackernder Joe Perry an der Gitarre sein ganzes Können zelebrierte. Natürlich waren auch hier die üblich übertriebenen Posen mit von der Partie, aber hey – er is’n Rockstar, der darf das! Zumal sich das, was er aus seiner Sechssaiter zauberte, wirklich hören lassen konnte. Die erste Hälfte des Konzerts bestand aus einem reinen Hitfeuerwerk, das die Massen singen, tanzen und staunen ließ. Danach wurde es ein wenig experimenteller mit vielen Gitarrensoli und -frickeleien und Songs, die nur selten unter die 10 Minutengrenze fielen, was der Intensität allerdings keinen Abbruch tat. Im Gegenteil: Das Publikum war heiß und bejubelte jedes gekonnte Solo oder sonstige Spielereien frenetisch. Die Stunde des Joe Perry hatte geschlagen! Ob sangesähnliche Sounds mit einem Schlauch im Mund, spielen der Gitarre mit der Zunge, Soundverzerrung durch gekonnt eingesetzte Magnetfelder, etc. Alles wurde aus der Trickkiste geholt und bewirkte bei den Anwesenden offenstehende Münder und überschwänglichen Beifall. Auch Tyler setzte noch einen drauf, indem er lasziv auf dem Steg herumtanzte und dabei sein Shirt immer weiter nach oben zog, bis auf seinem Bauch der Schriftzug „LICK ME“ zum Vorschein kam. Die Jungs wissen wirklich, wie man ein Publikum bei Laune hält! Zum Abschluss gab es noch einmal ein geschnürtes Hitpaket und aus war die Maus. Zwar waren seit dem Konzertbeginn gerade einmal 100 Min. vergangen, jedoch wurde ich das Gefühl nicht los, dass Aerosmith gut 3 Stunden gespielt hatten, da ich jede einzelne Minute in mich aufgesaugt hatte. Das war mal eine Lehrstunde in Sachen Stageacting!

Bevor ich mich nun in Richtung Zelt aufmachte, schaute ich eben noch bei unseren Landsmännern von Blind Guardian rein. Mit der Umstellung tat ich mich in mehreren Punkten schwer, da Guardian 1. in einem der Marquees (Zelt) spielten, 2. die Bewegungsfreudigkeit der Band, trotz guter Besucherzahl, eher mäßig ausfiel und 3. der Sound auch nicht wirklich stimmig war. Vielleicht stand ich auch nur nicht mittig genug, aber es kann ja nicht sein, dass die Zuhörer direkt in der Mitte einen guten Sound haben und der Rest an den Seiten nur Matsch erhält. Jedenfalls sprang der Funken dieses Mal nicht richtig über, so dass ich mich nach gut der Hälfte des Konzerts verdrückte und unter dem Gesang des „Bard’s Song“ das Festivalgelände verließ.

Samstag, 23.06.

Der zweite Tag begann gleich mit einem Schock: Frisch aus dem Zelt geklettert, konnten wir unseren Pavillon auf dem Boden wiederfinden. Nicht, dass er des Nachts von einem Wind umgefegt worden wäre, nein, es waren auch sämtliche Stangen verbogen und durchgebrochen! Unsere deutschen Nachbarn klärten uns darüber auf, dass die Security morgens über den Platz gezogen sei und alle Pavillons dem Erdboden gleichgemacht hätten. Zwar hatten sie wohl tags zuvor bei unseren Nachbarn deren Pavillon bereits kritisiert, aber niemand hatte gemeckert, als wir ihn durch den Eingang trugen. Auch Schilder waren nirgends zu finden, geschweige denn ein Hinweis auf der Homepage. Demnach war diese Handlung mehr als dreist und unverschämt!

Nach den Aufräumarbeiten und einem gesunden Grillfrühstück wurde dann der Tag mit Stone Sour eingeleitet. Da das Zeiteisen auch schon auf einen zumutbaren Aufstehbereich um 15:00 Uhr verwies, konnten sich Corey Taylor und seine Mannen einer guten Besucherzahl erfreuen.

Weil die Combo an dritter Stelle die Mainstage betrat, war der Sound bereits gut gemischt, so dass die Gitarren drückten, das Schlagzeug knallte und über allem die überragende Stimme des Slipknotfrontmannes schwebte. Einzig und allein der Bass war etwas zu weit aufgedreht, was ein Dröhnen verursachte, wodurch die melodischen Abschnitte in der Stimme nicht sonderlich zum Tragen kamen. Dennoch war die Stimmung gut und die ersten Reihen gaben schon wieder Vollgas. Dies unterstützte Taylor durch seine bekannten Provokationen, während sich der Rest der Band auf seine Instrumente zurückzog, dort allerdings ordentlich Gas gab. Auch dieser Gig kam mir nach 45 Minuten leider viel zu kurz vor, war aber bis auf den Basssound (der zum Ende hin besser wurde) sehr gelungen.

Nun die Qual der Wahl: Sollte ich zu einem der beiden Marquees gehen und mir sofort die nächste Band ansehen (wie es ein Großteil der Masse tat) oder beschränkte ich mich auf das Holen eines Bieres, um mir einen guten Platz bei Heaven & Hell zu sichern? Nach kurzem Hin und Her entschied ich mich für Letzteres, denn wie stünden die Chancen, diese Truppe noch einmal zu Gesicht zu bekommen? Wohl eher gering…

Bevor es jedoch soweit war, füllte sich mein gerade erst geleerter Becher wieder mit Flüssigkeit, die allerdings nicht den geringsten Alkoholgehalt aufweisen konnte und außerdem vom Himmel fiel. Dieser kräftige Schauer (mit Graupel versetzt) ermöglichte es mir, noch ein paar Reihen hinter mir zu lassen, so dass ich mit Spannung in der 3. Reihe stand und Black Sabbath Light mit Schreigott Ronnie James Dio als Frontmann erwartete. Als es dann endlich losging, war auch die Zahl der Interessierten wieder angestiegen. Heaven & Hell zeigten sich gut gelaunt und mit bester Spielfreude, was am deutlichsten an dem Dauergrinsen des kleinen Sangesriesen festzumachen war. Gitarrenguru Tony Iommi gab sich ganz Gentleman, spielte im schicken Edeldress gelassen und introvertiert auf seiner Klampfe und schenkte dem Publikum hin und wieder ein Lächeln und ein Paar Hörner. Eben ganz Iommi. Geezer Butler schüttelte dagegen kräftig seine dicke Mähne und Bill Ward gab auf seine alten Tage am Schlagzeug noch einmal alles. Nach gut einem Drittel des Sets setzte erneut ein starker Schauer ein, dem allerdings bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Anwesenden standhielten, woraufhin sie von Dio selbst Applaus ernteten. Mit einem kreischenden „Fuck the wheather!“ rief er die Meute zum Klatschen auf, wirbelte weiter über die Bühne und ließ es sich nicht nehmen, hinter seinen Mitmusikern Blödeleien (Nachäffen von Geezer Butler beim Headbangen/ ernste Miene beim Gitarrenspiel von Tony Iommi) zu veranstalten, was zur Folge hatte, dass allesamt herzhaft lachen mussten. Diese Jungs haben wirklich noch Spaß an der Sache und Feuer im Hintern, so dass es wahrlich eine Freude war, ihnen zuzusehen. Unter Jubeln und tosendem Beifall verließen die vier Altrocker dann nach gut 50 Minuten die Bühne, ließen sich allerdings von mehrstimmigen Sprechchören wieder zurück auf die Bühne holen.

Wohl eher ungeplant, denn einer der Roadies begann bereits das Equipment von Geezer Butler abzubauen. Dieser verzog sich jedoch schnell wieder, nachdem er seine Handgriffe rückgängig gemacht hatte, und überließ für drei weitere Stücke Heaven & Hell erneut die Plattform. Danach war dann wirklich Schluss und jeder in meinem Umkreis nickte anerkennend mit dem Kopf. Von diesem Enthusiasmus könnte sich manch junge Band mal gut ein paar Scheiben abschneiden!

Eine junge Band sind sie zwar weiss Gott nicht mehr, doch wissen Korn seit Beginn der 90er ihr Publikum zu begeistern – auch wenn sie von manchen schon für tot erklärt wurden und die beiden letzten Alben eher nur noch Mittelmaß zu bieten hatten. Aber wer fragt auf einem Konzert schon nach den Verkaufszahlen des aktuellen Albums, denn live sind die Jungs aus Bakersfield noch immer eine Macht! Der unverwechselbare Sound von Bassmonster Fieldy, der einem so gnadenlos in den Magen drückte, dass man befürchten musste, dass Selbiger plötzlich das Rückrad durchbricht und ein Jonathan Davis, der im Kilt so manisch und psychotisch auf den Brettern agierte, dass man schon Ausschau nach den Männern in Weiß hielt. Als besonderes Bonbon für die Fans wurden Korn zudem auf ihrer Europatournee von niemand anderem als Joey Jordison (Slipknot) an einem zweiten Schlagzeug begleitet. Meiner Meinung nach besser aufgelegt als am Ring knallten Korn den Anwesenden Hits aus 15 Jahren Bandgeschichte vor die Füße, worin solche Perlen wie „Ya All Want A Single“, „Falling Away From Me“, „Got The Life“ und natürlich „Blind“ enthalten waren, sowie ein neues Stück namens „Evolution“. 75 Minuten Hüpfalarm pur! Am Ende blieb nur die Hoffnung, dass das kommende Album „Untiteld“ wieder einschlägt, denn es wäre ein herber Verlust, wenn sich diese Formation auflösen würde!

Die wahre Attraktion des Abends stand jedoch noch an und wurde durch „Maiden“ – Chöre angekündigt. Iron Maiden befinden sich seit der Rückkehr Bruce Dickinsons anno 2000 in ihrem zweiten Frühling und haben fast mehr Erfolg als Mitte der 80’er Jahre (jedenfalls ist ihr aktuelles Album „A Matter Of Life And Death“ das höchstplatzierte in ihrer Bandgeschichte – und das in mehreren Ländern.) Schon Tage zuvor gab es Uneinigkeiten in unserem Lager, wer denn nun wohl der eigentliche Headliner dieses Festivals sei: Iron Maiden oder doch Ozzy Osbourne? Für Ozzy spricht, dass er am letzten Tag spielt, was eigentlich immer dem Hauptact zugesagt ist, allerdings geht die Runde beim Bandshirts zählen mit 27:3 eindeutig an die Eisernen Jungfrauen!

Als dann Steve Harris mit seiner Crew endlich die Bretter betrat und „Different World“ aus den Boxen ertönte, war auf dem Festivalgelände der Teufel los. Viele sangen von Anfang an die Lieder komplett mit und schüttelten Fäuste und Nacken, während in den ersten Reihen ums bloße Überleben gekämpft wurde. Der Druck in der zweiten Reihe war schon immens, doch egal, denn so nah kommt man sonst auf keinem Konzert ran. Gerade einmal 5 Meter trennten mich von dem Großteil der Band, da Frontmann Dickinson am Bühnenrand mal wieder seine Monitore malträtierte und der Rest seine Gitarren in die Luft reckte, während Bandchef Harris mit seinem Bass die Leute in den ersten Reihen „beschoss“. Die ersten 5 Stücke stammten allesamt vom aktuellen Album und zwar in genau der selben Reihenfolge, wie es auf der CD der Fall ist. Danach fegte dann der „Trooper“ über die Bühne und es wurde klar, dass Iron Maiden wieder nicht an Accessoires gespart hatten, denn nach diesem Klassiker, bei dem Bruce Dickinson fahneschwenkend in der üblichen Infanterieuniform über die Stage stapfte, wechselte fast bei jedem nachfolgenden Song das Backdrop und zeigte das passende Albumcover. Doch zunächst erstmal ein Schock für alle regelmäßigen Konzertbesucher und Kenner dieser Truppe, denn „Fear Of The Dark“ ist nun wahrlich kein Lied, dass man im ersten Drittel erwartet. Doch dem war so! Gefeiert wurde es trotzdem, als würde sich das Konzert dem Ende neigen, aber was sollte denn nun noch kommen? Normalerweise ist dieser Track seit Jahren DER Höhepunkt jedes Maiden – Konzertes.

Nach ungefähr der ersten Hälfte des Sets wendete sich die Stimme der Band an das Publikum und lobte die Belgier als spitzenmäßige Boxenbauer, da ihm seine Monitore seit gut 10 Jahren fabelhafte Dienste leisteten und man dreimal raten dürfte, woher diese Prunkstücke kommen. Genau! Belgien. Dankbarer Jubel brach los. Routiniert trieben die Jungfrauen das Set weiter voran und reihten Hit an Hit, während die Banger vor der Bühne alles gaben, was die Zotteln so aushielten. Unter dessen arbeiteten Dickinson und Janick Gers auf der Mainstage fieberhaft an einem neuen Rekord für zurückgelegte Kilometer bei einem Gig; zumindest schien es so.

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Datum: 2007-06-22
Autor: Scoom


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