Wertung: 5 von 10

Was 1999 als Ein-Mann-Show begann, hat sich mittlerweile zu einer beachtenswerten Black Metal-Formation entwickelt. Seit über zehn Jahren sind die Jungs um Gründer Shamgar mit mehr oder weniger großem Erfolg in der europäischen Metal-Szene unterwegs.


Den Wechsel zum neuen Label Whirlwind Records sowie das Bandjubiläum nahmen die Holländer Slechtvalk nun zum Anlass ein Best-Of Album zu veröffentlichen, bevor Ende Mai das neue Full-Lenght Album “A Forlorn Throne” in die Läden kommt.

Die Frage, inwieweit ein Best-Of Album nach drei Studio Alben und einer Split CD eine Berechtigung hat, sei mal dahin gestellt. Für mich kommt die Platte allerdings gelegen. Hatte ich doch bisher noch keine Berührung mit der Musik von Slechtvalk. Diese Compilation gibt dem Hörer einen guten Überblick über das bisherige Schaffen der Band und bietet mit über 70 Minuten Spielzeit wirklich value for money.

Die ersten Stücke stammen vom Erstling “Falconry” (2000) und stehen für kitschigen Pseudo-Black Metal mit überzogenem Keyboard-Einsatz und einem schlechten Drum-Computer. Im Großen und Ganzen ist der Sound hier unterirdisch, was sich vor allem dadurch äußert, dass der Gesang kaum zu vernehmen ist und jede noch so kleine kantige Stelle durch Keyboards und Double-Bass platt gebügelt wird.

Hörbar wird die CD erst ab dem vierten Lied “Storms” von der Split CD mit Kekal. Zwar werden hier auch Keyboards und Synthies eingesetzt, jedoch deutlich differenzierter. Dieser Stil setzt sich auch auf den folgenden Stücken vom Album “The War That Plagues The Land” (2002) fort. Das von Hand eingetrommelte Schlagwerk und die deutlich zurückgenommenen Keyboard Parts wirken sich positiv auf die Musik aus. Auch wechselt der Gesang hier häufiger von hohem kreischendem Gesang zu tiefem Grunzen. Eine Facette, die bisher nicht hörbar war. Der Einsatz von mehrstimmigen Chören gibt den Songs zusätzliche Tiefe.

Die ausgewählten Songs vom Album “At The Dawn Of War” (2005) stellen qualitativ so etwas wie einen Quantensprung dar. Der Sound ist hier wesentlich besser als noch zuvor, die einzelnen Instrumente kommen klar zum Ausdruck und der Gesangsstil hat sich gefestigt. Der Einsatz von Synthies ist auf ein Minimum zurückgefahren, dafür werden vermehrt Chöre eingesetzt. Höhepunkt dieses Teils der Bandgeschichte ist sicherlich das Stück “Thunder Of War”, welches 2005 auch als Single veröffentlich wurde und zu dem sogar ein Video gedreht wurde.

Zum Abschluss gibt es noch einen Vorgeschmack auf das kommende Album “A Forlorn Throne” (2010). Mit “Hounds Of Battle” und “Towards The Dawn” präsentieren uns Slechtvalk zwei ansprechende Songs, die aufzeigen, wohin es musikalisch gehen wird. Weg von kitschigem Melo-Black Metal mit überladenen Keyboards und hin zu erdigerem Black Metal mit Folk und Viking Einflüssen.

Fazit: “An Era Of Bloodshed – Best Of Compilation” ist ein netter Überblick über das bisherige Schaffen der Band. Die musikalische Weiterentwicklung zwischen den Alben lässt sich klar erkennen und die neuen Stücke machen Lust auf das neue Album. Klare Höhepunkte und Überraschungsmomente sucht man hier allerdings vergebens. Um einen kurzen Ausblick in die Zukunft zu geben: Auf dem kommenden Album müssen die Jungs von Slechtvalk beweisen, ob sie in der Lage sind, ordentlichen Black Metal zu spielen und ihren eigenen Stil zu entwickeln. Ansonsten wird diese Band auf ewig in der Mittelmäßigkeit verschwinden.

Tracklist:

  • 01. My Bleeding Heart (Falconry)
  • 02. Consumed By Flames (Falconry)
  • 03. In Hell I Burn (Falconry)
  • 04. Storms (Chaos And Warfare)
  • 05. From Behind the Trees (The War That Plagues The Land)
  • 06. My Last Call (The War That Plagues The Land)
  • 07. An Thus It Burns (The War That Plagues The Land)
  • 08. Thunder Of War (At The Dawn Of War)
  • 09. On The Eve Of Battle (At The Dawn Of War)
  • 10. Cries Of The Haunted (Falconry)
  • 11. Hounds Of Battle (neuer Song)
  • 12. Towards The Dawn (neuer Song)
  • 13. War Of The Ancients (The War That Plagues The Land)
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