Das Album beginnt gleich recht „deftig“ mit einem Herbert Grönemeyer-Diss. „Herbert halt´s Maul“ tönt es aus den Boxen, das ist für die Eltern der Zielgruppe, die überwiegend aus Gymnasiasten-Punks und Physik-Studenten bestehen müsste, bestimmt gaaaanz furchtbar provokant. Sowohl die Musik als auch der Text dieses Openers erinnern frappierend an die Terrorgruppe, einzig und allein die Trompeten machen einen Unterschied aus. Okay,okay ein Song wie „Strand Im Ruhrgebiet“ kann schon mit lässigem Pott-Charme überzeugen, mit dem man mich auf jeden Fall immer rumkriegen kann. Auch das eingängige „Alkoholsucht“ ist neben nervigen pseudo-lustigen Liedern wie „Tanz!“, eine missratene Mischung aus Ska und Neue Deutsche Welle, einer der Hits des Albums.

Musikalisch zeigt sich die Band auf „Von A bis B“ gereift und nahezu gelassen. Dies geht natürlich zu Lasten der Spritzigkeit und eines symphatisch-dreckigen Sounds. Ich könnte mir gut vorstellen, dass nicht jeder der alteingesessenen Fans diesen Weg mitgeht. Im Umkehrzug könnten jedoch neue Hörerschichten erschlossen werden, die die Band bislang nur als prollige und primitive Fun-Kapelle abgetan haben.

Fazit: Wer sich bei bestem Grill-Wetter knapp 42 Minuten lang die Ohren mit guter Laune Musik durchblasen will, kann hier getrost zugreifen. Für Ska-Experten wird hier jedoch absolut nichts neues geboten, zu vorhersehbar und altbacken klingt die Sondaschule 2010.

Tracklist:

  • 01. Herbert halt’s Maul
  • 02. Kleine Pillen
  • 03. Lied für mich
  • 04. Strand im Ruhrgebiet
  • 05. Nie mehr teilen
  • 06. Nur weil ich Dich mag
  • 07. Hängematte
  • 08. Tanz!
  • 09. Costa liebt Dich
  • 10. Da hilft Dir auch kein Traurig
  • 11. Bis einer heult
  • 12. Alkoholsucht (Morricone Version)