Wertung: 7 von 10

Relativ böse schauen die Jungs von SpellBlast auf dem Promo-Foto drein. Könnte ich auch glatt ernst nehmen, wenn ich mich nicht mit ihrer Scheibe „Horns of Silence“ beschäftigt hätte.


Mit teilweise extravaganten musikalischen Ergüssen lassen sich die Italiener wieder einmal nichts vorschreiben und machen nur was ihnen passt. SpellBlast spielen flotten, kräftigen Power Metal mit manchmal etwas überraschender Instrumentalisierung, folkloristischen Einschüben und einer hohen, aber bestimmt nicht nervigen Stimme. Die Musik beinhaltet witzige spielerische Gimmicks und hat stellenweise echten Partyfaktor. Die Texte handeln von eigenwilligen Bäumen, Goblins, Einhörnern, Drachen und Schlachtfeldern. Prinzipiell ist das vielleicht nichts Neues, doch erfreut es sich in einigen Kreisen einer konstanten Beliebtheit. Und mal so unter uns: Sollen die Jungs lieber von der neuen Autobahnerweiterung oder der Unverträglichkeit von Schwindelgefühl und Dachdeckerausbildung singen? Nein, das ist schon in Ordnung so. Insgesamt haben wir hier ein relativ eigenständiges Album, bei dem mich lediglich die stellenweise zu starke Anlehnung des Stückes „Sign of the Unicorn“ an den Klassiker „The Last Unicorn“ stört. Zu diesem Song fehlt mir ein klares Bekenntnis, ob es den genialen Ursprung ehren soll oder etwas zu wenig dezent übernommen wurde. Schade ist es, das dieses Album viele Songs des Vorgängers „Ray of Time“ enthält, da sich die neueren Stücke deutlich positiv von den älteren abheben. Manchmal kommt es zu der einen oder anderen „Durststrecke“ in den Songs, bei denen vielleicht ein wenig mehr Met im Trinkhorn gut getan hätte. Technisch einwandfrei landen sie leider teilweise mit den ausgearbeiteten Harmonien nicht ganz in den Ohren der Götter. Trotzdem handelt es sich hier um ein Album mit echten Höhepunkten. Der General sagt: Diese dubiose Mischung aus Blind Guardian und Finntroll macht Laune, nicht nur als „World of Warcraft“- Hintergrundmusik. Und auf der Homepage der Band kann man in das Album reinhören und sich selbst einen ersten Eindruck machen.

Anspieltipps: “In the Name of Odin“, “Glory to the Gem” und “Goblins‘ Song”