Wertung: 8 von 10

Spritus Mortis legen mit dem Album „The God Behind The God“ ihr drittes Album vor, in dem sie sich musikalisch deutlich weiterentwickelt haben. Vielleicht ist dieser Schritt dem Anfang 2009 neu hinzugestoßenen Sänger Sami Hynninen (auch bekannt unter dem Pseudonym Sir Albert Witchfinder ehemals Reverend Bizzarre) zu verdanken.


Spirtus Mortis haben eine lange Bandtradition – so sind sie seit 1987 aktiv und fester Bestandteil der Doomszene. Ihre Musik wird als grundständiger Old School Doom geschätzt, der wenig spektakulär oder innovativ ist. Die neue CD ist daher für mich eine positive Überraschung, verlässt sie doch deutlich den engen Rahmen, in dem sich die Band sonst bewegt.

Musikalisch bemerkenswert ist, dass sich nun rhythmische Wechsel zwischen langsamen Doompassagen und schnelleren Heavy Metal Passagen vollziehen, die die Musik interessant machen. Trotzdem verlassen sie den traditionellen Doom nicht: Man glaubt überall bekannte Gitarrenriffs à la Candelmass, Saint Vitus oder Reverend Bizzare auszumachen, die gekonnt in der Musik verarbeitet werden. So sind auch die einzelne Stücke recht unterschiedlich, variieren im Stil erheblich zwischen Heavy Metal, langsamem Doom und sogar Rock (letztes Stück) – das macht die CD auch beim zweiten und dritten Hören noch interessant.

Etwas näher eingehen möchte ich auf das – für mich – eindeutige Highlight der CD das Titelstück „The God Behind The God“. Das Stück weist die epische Länge von fast 12 Minuten auf. Es beginnt mit langsamen, schleppenden Doomakkorden – dazu ist ein Sprechgesang zu hören, der Elemente der neutestamentarischen Geschichte Jesu aus der Sicht von Spiritus Mortis enthält – „The false prophets of the old testament vomiting a thousand lies … fearlessly encountering the god behind the god“. Schließlich wechselt der Sprechgesang ganz zum Sprechen – auch hier mit religiösem Inhalt. Das Ganze untermalt mit sparsamen Doomakkorden, die teilweise ganz in den Hintergrund treten und zur Untermalung der Sprache zusammen mit dem Schlagzeug den Sprachrhythmus nachzeichnen. Dann plötzlich rückt die Sprache in die Ferne. Sie wird mit Hall und Delay versetzt, was ihr einen abgehobenen, metaphysischen Klang verleiht, was offenbar den Gott hinter dem Gott repräsentieren soll. Zum Schluss wird der Gesang, in dem nur die Phrase „the god behind the god“ wiederholt wird, noch schleppender, zäher – man hat fast den Eindruck, als ob eine Schallplatte zu langsam laufen würde – ein Versinken im Sumpf, ein langsamer Untergang, ein Verklingen …

Eine musikalisch gut umgesetzte, abwechslungsreiche CD – allerdings mit keinen allzu großen Innovationen. Für Fans des Heavy Dooms aber ein Muss.

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