Stairset & Morgentot & Zaunpfahl im Ostbunker

Für „5,- european fucking Dollar“ war für den Samstagabend des 4ten Februar ein buntes Spektakel im Ostbunker angekündigt worden. Die Osnabrücker Punk-Prominenz von Morgentot war erschienen, um den Anwesenden lustige Liedchen zu fiedeln. Und weil das alleine selbstredend zu nur geringem Vergnügen führt, holte man sich kurzerhand noch zwei weitere Bands mit ins Boot – pardon – in den Bunker..

Als wir verantwortungsbewusst um halb neun pünktlich erschienen, waren die Pforten des altehrwürdigen Gemäuers zwar noch geschlossen. Dafür war – zumindest erschien es so – eigens zu unserer Kurzweil eine Menge sittsam gekleideter und in Ruhe Kaffee trinkender Personen anwesend, welche uns mit tiefsinniger Konservation zu geistigen Ergüssen anregte…

Salopp ausgedrückt: Ein Haufen johlender, teilweise bereits gut alkoholisierter Punks waren schon in bester Feierlaune versammelt, um eines der in Osnabrück mit Verschwinden des AZ – Wagenplatzes seltenen gewordenen Punkkonzerte zu feiern. Und selbstverständlich wurde schon laut Musik gehört, um sich auf die kommende Party vorzubereiten.

Pluspunkt schon mal: Endlich mal ein Konzert, wo man schon im Vornherein davon ausgehen konnte, dass nicht wieder nur eine dröge umherstehende Menge bewegungslos die Tanzfläche fünf Meter vor der Bühne blockiert. Dachten wir uns zumindest und freuten uns auf einen lustigen Abend.

Nach einigen Bierchen und lustigem „in – Stimmung – Kommen“ wurde fast pünktlich Einlass gewährt. Kältebedingt leerte sich der Vorplatz dann auch recht schnell und dafür füllte sich der Konzertsaal um so mehr. Gemeinsam harrte man der „Überraschungsband“, von der schon jeder wusste, dass diese Stairset hieß. Kannte zwar kaum einer, aber das machte nichts, gute Laune hatte man so oder so. Und folglich kam es, dass fast zeitgleich mit Setbeginn der Band sich vor der Bühne eine pogende, tanzende und hüpfende Menge von bunt frisierten Gestalten einfand.

Dabei machten Stairset ihre Sache auch ziemlich gut. Die Jungens aus Dissen im Osnabrücker Umland gingen gleich auf die Partystimmung des Publikums ein, und mit diversen Eigenkompositionen sowie Covern wie „Song 2“ von Blur oder „Elke“ von den Ärzten sorgten sie dafür, dass die Hochstimmung des Publikums sich noch steigerte und gleich zu Beginn einige Sternköpfige sich erfolgreich als Stagediver versuchten.

12 Songs steuerten Stairset zu der Party bei, und obwohl man größtenteils wohl wegen Morgentot erschienen war, ließ das Publikum die Band erst unter Protest von der Bühne gehen.

Kurz darauf – man wollte die Stimmung ja ausnutzen – enterte dann mein persönliches Highlight des Abends die Bühne: Das Osnabrücker Quartett um Sänger Matthik, welches als intellektuelle Elite seiner Zunft bekannt ist, knallten mit „Der weiße Riese“ den Hörern gleich ein Stück ihres aktuellen, dritten Albums „Zeit ist Gift“ (2005) an die Ohren.

Und auch ihre weitere Setlist enthielt neben altbewährtem auch viele der neuen Stücke. Trotzdem Morgentot jedoch auf besagtem Album eher zahm klingen, bretterten sie von der Bühne aus auf das Publikum los, so dass sich die Stagediving – Quote rapide erhöhte. Da bringt es nichts, wie üblich die ungewohnt durchdachten Texten, welche wohl an „Tocotronic“ erinnern mögen, zu loben. In diesem Fall waren es wohl weniger die Texte, welche die Menge johlen ließen.

Wie so oft galt auch hier: Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist. Und so verließen Morgentot nach einem 15 Songs umfassenden Set die Bühne, um Platz zu machen für Zaunpfahl.

Diese Combo war eigens aus Rostock – genauer: aus Teterow in dessen Nähe – angereist, und wurde wie auch die beiden Bands zuvor mit frenetischer Begeisterung empfangen. Ihre Musik, von ihnen selbst umschrieben als „harcdcorebeeinflusster Deutschmetalpunkrockrap (inklusive leiser töne)“, aber wohl verständlicher beschreibbar als Punk mit Metaleinflüssen, traf auch im Ostbunker den Nerv des Publikums. Wen wundert es? Nach 300 Konzerten in zehn Jahren verfügt das Trio wohl auch über genug Liveerfahrung, um einheizen zu können.

Dies tat sie denn auch nach Kräften, was durch ein begeistertes Publikum bestätigt wurde. Pogo, Party, … – die Stimmung blieb bestehen, war womöglich noch besser als vorher.

Im Endeffekt bleibt wohl nur festzustellen, dass dies für Osnabrücker Verhältnisse ein sehr gelungenes Konzert war! Möglicherweise mit Sitten, welchen manchem als zu rau erscheinen mögen. Dafür aber einmal von Anfang an eine gute Stimmung, die Bands und Publikum gleichermaßen Spaß gemacht hat.

Setlist Stairset:

01 Intro

02 Fuck the system

03 Suicide

04 Why

05 Song 2 (Blur)

06 Sunrise

07 Psychodelic

08 Scream

09 No more tears

10 Waldschrat

11 Elke

12 Umpta

Setlist Morgentot:

01 Der weiße Riese

02 Auge um Auge

03 Totgelacht

04 Gedicht

05 Blick in die Seele

06 … Feuer spielt

07 Dein Krieg

08 Nur ein Moment

09 Trinklied

10 Q

11 Zu gut

12 Nur nicht aus Liebe weinen

13 Grauschleier

14 Ace of spades

Setlist Zaunpfahl:

n/a

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Autor: xxxxxxxx


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