Das Cover ist ein Meisterwerk für sich. Von der Band selbst gestaltet lässt es doch eher vermuten, dass hier ein trübsinniger Turner am Werk war. Bis auf das sterile Weiß hält sich die Leistung im Booklet selbst leider nicht. Dafür gibt das Cover einen perfekten Eindruck der Songs.

Steorrah sind zwar nur zu dritt (mittlerweile hat die Band ein weiteres Mitglied), haben dafür doppelt so viel Potential. Sänger Andreas März setzt seine Stimme außerhalb der Death Metal-Passagen in klarer Form ein, er begleitet sich dazu auf der Akustikgitarre. Die sonst so düstere Musik bekommt dadurch etwas Verspieltes. Depressionen und Einsamkeit werden dennoch nicht vertrieben. Hier wird die Melancholie unterstützt von den Texten, die wie Gedichte eines depressiven Robert Frost klingen. Andreas März hat neben der Musik auch die Poesie im Blut.

Gängige Ohrwürmer findet man auf dieser CD nicht. Die Band setzt auf Anspruch. So haben die Songs durchaus auch jazzige Passagen und Drummer Christian Schmidt bringt das klassische Piano gekonnt unter.

Man muss offen für Musik sein, um dieses Album zu hören. Ansonsten findet man keinen Zugang. Abseits der Norm liefern Steorrah mit „An Eroticism In Murder“ ein avantgardistisches Gesamtkunstwerk, bestehend aus Kunst, Lyrik und Musik. Das Album als CD zu titulieren ist eine verfehlte Beschreibung.

Tracklist

  • 01. Intro: Ex obscuritas
  • 02. Arboretun
  • 03. An Enigma In Semiotics
  • 04. Merely An Interlude
  • 05. Sundials (An Eroticism)
  • 06. Sindials
  • 07. Renaissance
  • 08. Whitsun, Bloody Whitsun
  • 09. Elaine’s Song
  • 10. Bright’s Disease
  • 11. Outro: Ad Obscurita