stormcrusher5Bereits zum fünften Mal in Folge veranstaltet der Stormcrusher e.V. im September 2015 das gleichnamige Festival im beschaulichen Wiesau. Das Lineup liest sich wie ein Who is Who der internationalen Old-School-Metal-Szene und deshalb war uns sofort klar, dass wir mit einem kleinen Trupp in die Oberpfalz einfallen würden. Die Konzerte finden allesamt in der neben dem gemütlichen Zeltplatz befindlichen Reithalle statt. Die vorher angekündigte zweite Stage gibt es aus organisatorischen Gründen nicht. In meinen Augen ist dieser Umstand aber ein Vorteil, so erhält jede Band die volle Aufmerksamkeit des Publikums.

Donnerstag

Den Startschuss zum Jubiläumsfestival markiert der Donnerstag mit einer Pre-Party auf der immerhin vier Bands und ein DJ den bereits angereisten Besuchern mächtig einheizen. Die Zeltplatzparty steht für unsere kleine Metaller.de-Meute an diesem Tag allerdings im Vordergrund, weshalb wir nur die Ösis von THULSA DOOM und die anschließende Mosher’s Night besuchen. Die Barbaren aus der Alpenrepublik machen ihre Sache wirklich gut, und für mich als bekennenden Conan-Fan sind sie auch ein optisches Highlight. Der 45-minütige Auftritt ist kurzweilig und lädt zum mitbangen ein. Abschließend muss ich aber sagen, dass mir die Jungs auf Platte noch einen Tick besser gefallen.

Die erste Nacht ist kalt und auf dem (ziemlich kleinen) Zeltplatz herrscht viel Betrieb, aber dennoch können wir ein paar Stunden erholsamen Schlaf einsacken und die Batterien aufladen um gestärkt in den ersten Großkampftag zu starten.

Freitag

Nach dem obligatorischen Kaffee und einem Brötchen, gehen wir direkt zum ersten Konterbier des Tages über. Wir sind hier immer noch auf einem Metalfestival, und wollen neben tollen Bands auch die Party mit vielen neuen und alten Freunden mitnehmen. Und so sei uns auch and diesem Freitag verziehen, dass wir nicht jede der Bands sehen können.

Die erste Kapelle zu der wir uns dann in der schon gut gefüllten Reithalle einfinden sind die finnischen Speed-Metal-Newcomer SPEEDTRAP. Die Jungs haben mit ‚Straight Shooter‘ eine wirklich packende zweite Platte vorgelegt, und auch Live überzeugt das Material auf voller Linie. Angefüttert von Songs des Debutalbums ‚Powerdose‘ ist der Gig nach 30 Minuten leider schon vorbei. THE SCAMS liefern uns danach eine halbe Stunde Garagenrock. Rotziger 70s Sound mischt sich Protopunk: ein Fest für Jünger von MC5 oder den Stooges. Weiter geht es mit Speed-Metal. Ebenfalls aus Finnland kommen RANGER, die mit zwei EPs und dem Album ‚Where Evil Dwells‘ bereits viel Staub im Underground aufgewirbelt haben. Leider hat die junge Band mit leichten Soundproblemen zu kämpfen, was aber durch eine energiegeladene Performance mehr als wettgemacht wird.

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* Zuletzt aktualisiert am 20. Oktober 2017 um 11:02 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Und nun wird es düster in der Reithalle zu Wiesau. ATTIC aus Gelsenkirchen entern die Bühne und präsentieren uns ihren, stark von Mercyful Fate und Kind Diamond beeinflussten, Heavy Metal. Ich durfte die Band bereits mehrmals live erleben und auch heute enttäuschen die dunklen Hymnen nicht. Mit ‚The Headless Horseman‘ nimmt der Auftritt dann ein furioses Ende. Ein absolutes Highlight und auch das Publikum ist hellauf begeistert. Danach gibt es die Thrash-Vollbedienung mit den fränkischen Urgesteinen von FINAL BREATH. Sänger Eumel hat die Crowd vom ersten Moment an voll im Griff und im Pit wird heftig gemosht und gefeiert. Den coolen Gig mit aggressiven Riffs und Shouts und dennoch enorm viel Groove beendet die Truppe schließlich mit ‚Mind Explosion‘.

WITCHBURNER stehen seit 1992 für kompromisslosen Black/Thrash. Auch 23 Jahre später liefern uns die Hessen das volle Brett und begeistern die Menge mit einem Querschnitt durch das bisherige Schaffen. Auch wenn ich persönlich den ehemaligen Sänger Andy vermisse, macht sein Nachfolger (immerhin auch schon seit 2011 an Bord) wirklich gut und lässt den Auftritt zu einem der besten an diesem Wochenende werden. So langsam steigen der Alkoholkonsum und die Vorfreude auf den Gig der deutschen Metal-Legenden von MACBETH. Die bereits zu Zeiten der ehemligen DDR aktiven Thüringer haben mit ‚Gotteskrieger‘ und ‚Wiedergänger‘ absolute Zuckerscheiben abgeliefert, und verstehen es wie keine zweite einheimische Band gute deutsche Texte zu schreiben. So wundert es mich auch nicht, dass die Halle mehr als gut gefüllt ist. Kein Hit fehlt und auch die Songs des neuen Albums ‚Imperium‘ zünden prächtig. Daumen hoch für diesen tighten Auftritt!

Die Schweden PORTRAIT haben mit ‚Crossroads‘ im Jahr 2014 ihr bisher reifstes Werk vorgelegt und begeistern auch heute die Menge in der Reithalle. Die zweite Hälfte des Gigs fällt aber einer längst überfälligen Essenspause meinerseits zum Opfer. Auf dem Vorplatz der Reithalle findet sich eine, an der Größe des Events gemessen, riesige Auswahl an Fressbuden. Für jeden ist etwas dabei und so vertreibe ich mir die Zeit bis zur nächsten Band mit einem Flammkuchen und netten Gesprächen. Pünktlich um 22:45 finde ich mich schließlich wieder in der Halle ein um mir meine letzte Band für diesen Freitag anzusehen. TANK haben leider mit Soundproblemen zu kämpfen und packen mich an diesem Abend irgendwie nicht, was aber denke ich eher den schwindenden Kräften und der späten Stunde als der Qualität der Band geschuldet ist. Immerhin: der ehemalige Dragonforce-Sänger ZP Theart am Gesang und auch der Rest der Truppe spielen eine tolle Show. Game-Over für heute, nach einer halben Stunde Tank geht es Richtung Schlafsack; GRAND MAGUS, die heute den Headliner geben, habe ich ohnehin schon einige Male live gesehen.

Samstag

Der letzte Festivaltag beginnt für uns um die Mittagszeit mit den Berliner Thrashern von SPACE CHASER. Inzwischen dürften die Jungs um Frontsau Siggi jedem Freund von crossover-geschwängertem Auf-die-Schnauze-Thrash bekannt sein. Auch wenn aufgrund der frühen Uhrzeit noch nicht so wirklich viele Headbanger den Weg in die Reithalle gefunden haben, herrscht eine super Stimmung. Mit der Anthrax-Coverversion ‚Metal Thrashing Mad‘ die laut Siggi heute zum letzten Mal Live gespielt wird, endet der Gig der Hauptstädter.

Danach ist kurze Verschnaufpause angesagt und die nächste band auf meinem persönlichen Zettel heißt ACCU§ER. Die Westfalen spielen eine groovige halbe Stunde Thrash. Leider hat sich die Halle aufgrund des tollen Wetters mittlerweile etwas geleert, doch die Anwesenden feiern Hits der Marke ‚Who dominates who‘ frenetisch und ausgelassen mit. Im Anschluss bietet uns die Berliner Death-Metal-Walze POSTMORTEM eine erfrischende halbe Stunde Todesblei. Was uns die Schweden DEAD LORD danach präsentieren ist wirklich Headlinerverdächtig: Rock n Roll as it should be! Die Mannen um Hakim Krim spielen sich in einen Rausch und die Reithalle ist total am Ausrasten, Feiern und Tanzen. Die Mischung aus Songs des Debuts und der neuen Scheibe ‚Heads Held High‘ packt sogar die größten 70s-Verweigerer. Chapeau und auf ein baldiges Wiedersehen!

Als wir uns wieder vor die Bühne begeben, ist es Abend geworden und METAL INQUISITOR stehen bereit für eine Lehrstunde klassischen Heavy Metal. Die Koblenzer starten ihr Programm mit dem Ohrwurm ‚Doomsday for the Heretic‘ und haben die Reithalle von Anfang an in der Tasche. El Rojo, Blumi und der Rest der Inqisitoren kommen super an und die 40 Minuten ‚Teutonic Steel‘ vergehen schneller als im Flug. Immer wieder sehr sehr geil! Dass ich mich danach auf die Norweger AUDREY HORNE freuen darf, ist dem Umstand geschuldet dass die Jungs um Toshi momentan mit Dead Lord auf Tour sind. Mit dem nicht mehr ganz so frischen Album ‚Pure Heavy‘ im Gepäck, feuert uns der Fünfer Hit um Hit um die Ohren. Glücklicherweise speist sich das Set auch aus vielen Songs des Überalbums ‚Youngblood‘. Die Reithalle feiert eine tolle Classic-Rock-Party und beim letzten Song gesellen sich auch noch die Dead Lord Jungs mit auf die Bühne um den Abschluss der gemeinsamen Tour gebührend zu feiern.

Das Festival setzt so langsam zum Endspurt an. Die dänischen Thrash-Urgesteine von ARTILLERY feierten in den Jahren 1999 und 2009 ihre Comebacks. An alte Glanztaten wie ‚Terror Squad‘ oder das Jahrhundertalbum ‚By Inheritance‘ konnten die Nordlichter aber nicht anknüpfen. Live hat das aber dennoch seinen Reiz, auch wenn heute nicht der schmerzlich vermisste Flemming Rönsdorf hinter dem Mikroständer steht. Die Reithalle ist zum Bersten voll und wir konnten uns nur noch einen Platz nahe dem Ausgang ergattern. Dies ist vielleicht der Grund weshalb der Sound nicht wirklich zufriedenstellend daher kommt. Nichtsdestotrotz markieren Artillery den Ausklang eines äußerst geilen Old-School Festivals.

Humane Getränke- und Essenspreise und eine tolle familiäre Atmosphäre zeichnen das Stormcrusher zudem aus. Und wir sind 2016 – mit einem ebenfalls atemberaubenden Lineup und neuer Location – wieder am Start!

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