Verglichen mit dem Vorgängeralbum „Elysium“ (2011) erkennt man auf „Nemesis“ ganz deutlich den Entwicklungsprozess der Band. Die einzelnen Musiker sind enger zusammengewachsen und scheinen auch mehr Spaß am Songwriting zu haben. Anders ist wohl nicht zu erklären, wie so viele gute Ideen entstehen konnten. Als Opener dröhnt der straighte Up-Tempo-Hammer „Abandon“ aus den Boxen. Es geht direkt und ohne großes Vorspiel in die Vollen und man spürt sofort das enorme Selbstbewusstsein der Band. Timo Kotipeltos glasklarer Gesang geht eine bewundernswerte Symbiose mit Keyboard und Gitarren ein. Ähnlich stark klingt in diesem Zusammenhang auch das bereits veröffentlichte „Unbreakable“, welches sich gut in den Verlauf des Albums eingliedert, auch wenn es auf der Vorab-EP nicht hundertprozentig zündete.

Es folgt das rotzige „Stand my ground“, das die Band von ihrer aggressiven Seite zeigt. Zunächst thrashig und im Refrain dann sehr melodisch und eingängig. Einer der stärksten Songs auf dem Album. Und auch Fans von hymnischen Chören und fetten Arrangements werden auf „Nemesis“ bedient. Ob man da nun das flotte „Halycon days“ oder das geheimnisvoll wirkende „Out of the fog“ nimmt ist eigentlich egal.

In der zweiten Hälfte des Albums geht das Tempo dann etwas zurück und das Ganze verliert ein wenig an Energie. Lediglich das bombastische „Castles in the air“ kann mit seinen ausladenden Arrangements und verspielten Soli in etwa das Niveau des Anfangs halten. Die einzige Ballade des Album „If the story is over“ ist ganz nett, aber nichts Besonderes und Textzeilen wie „fantasy can become reality“ gehören eigentlich verboten.

Nichtsdestotrotz handelt es sich bei „Nemesis“ sicher um den stärksten Output der letzten Jahre, vielleicht sogar seit „Infinite“ (2000). Endlich hat die Band die alte Spielfreude wiedergefunden und quält sich nicht mehr so sehr durch die Alben wie beispielsweise noch auf „Polaris“ (2009). Der frische, schon fast poppige Sound lässt das Album leicht und unbeschwert klingen ohne dabei die Aggressivität und Kraft der Songs zu übertünchen. Und wäre da nicht das relativ schwache Ende des Albums, hätte es auch eine höhere Bewertung geben können.

Tracklist:

  • 01. Abandon
  • 02. Unbreakable
  • 03. Stand my ground
  • 04. Halcyon days
  • 05. Fantasy
  • 06. Out of the fog
  • 07. Castles in the air
  • 08. Dragons
  • 09. One must fall
  • 10. If the story is over
  • 11. Nemesis

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