SuidAkrA – folkiger Celtic Black Death Pagan Metal

Exklusiv-Interview mit Arkadius (SuidAkrA) vom 06.12.2006

SuidAkrA - folkiger Celtic Black Death Pagan Metal
SuidAkrA – folkiger Celtic Black Death Pagan Metal
OM: Hallo zusammen! Ihr habt grade euer achtes Album „Caledonia“ veröffentlicht. Wie verliefen die ersten Reaktionen?

SuidAkrA: Die Reaktionen waren gerade nach dem letzten Album seitens der Presse und Fans überraschend positiv. Ich denke vielen gefällt die Tatsache, dass „Caledonia“ viel folkiger und ausgereifter als ihr Vorgänger klingt. Schade finde ich persönlich dass wir im Rock Hard Soundcheck trotz Guter Einzelkritik (8,5 Punkte) mal wieder im letzten Drittel gelandet sind.

Nach 8 Alben weiß ich auch nicht was wir machen sollen, um besser abzuschneiden.

OM: Euer letztes Werk „Command To Charge“ war sehr modern geprägt und wurde nicht von wenigen Stimmen als Metalcore betitelt. Auf „Caledonia“ vernimmt man jetzt jedoch wieder eine erstarkte, folkloristische Prägung, die an die älteren Tage erinnert. In welchem Zusammenhang steht dieses mit dem Wiedereinstieg eures alten Gitarristen und Sängers Marcel?

SuidAkrA: Nachdem wir mit dem Vorgängeralbum „Command To Charge“ einen gewissen Abstand zum eigentlichen Sound hatten, konnten wir so neue Energie und Ideen, vor allem im folkigen Bereich schöpfen.

Wobei ich die Bezeichnung Metalcore für dieses Album völlig unzureichend finde, es kann durch aus sein dass, das eine oder andere Element in die Musik eingeflossen ist, jedoch klingt „Command To Charge“ für mich nach SuidAkrA.

Die Resonanzen des letzten Albums hatten in keinster Weise etwas mit der musikalischen Ausrichtung auf „Caledonia“ zu tun, weil wir nach wie vor hinter diesen Album stehen. Man kann sagen dass es ohne „Command To Charge“ kein „Caledonia“ gäbe.

Marcel bringt sicherlich, allein durch seinen Gesang und Melodien, wieder verstärkt den Folkeinfluss in unseren Sound mit ein. Allerdings bietet uns ein Konzeptalbum natürlich die Möglichkeiten viele Folkelemente in unseren Sound mit einzubauen. Es hat sich schon recht früh abgezeichnet dass „Caledonia folkiger ausgefallen wird.

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OM: Das aktuelle Cover erstellte Kris Verwimp, der auch schon den alten Covers durch zauberhafte Fabel-Darstellungen eine schöne Hülle verlieh.

Wie wichtig ist euch ein gutes Cover als Spiegel des Albums?

SuidAkrA: Das Cover eines Albums ist für uns genau so wichtig wie die Texte und die Musik. Es dient als eine Art Aushängeschild des Albums. Wenn die Leute das Artwork sich ansehen, sollen sie in etwa schon wissen was sie erwartet.

Bei „Caledonia“ z.B. stellt die vordere Figur einen Piktischen Gott dar und zeigt deren Naturverbundenheit. Kris hat mit den Energiestrahlen mehr Bewegung in das Cover gebracht und somit zusätzlich eine mystische Atmosphäre geschaffen. Im Hintergrund sieht man klein aber detailliert das angreifende Römische Reich. Meiner Meinung nach, hat sich Kris mal wieder selbst übertroffen

OM: Caledonia erzählt vom (kulturellen) Kampf der schottischen Pikten, die ein kleines und naturliebendes Volk sind, gegen das große römische Imperium. In wie weit kann oder soll man eure Gedankengänge zu diesem Thema auf die aktuelle Weltsituation projizieren? Auch hier wird Welt- und Großmächten nachgesagt, sie würden kleine Völker überrennen und auch der Konflikt der Kulturen wird immer wieder erwähnt.

SuidAkrA: Das finde ich ja toll dass das auch mal jemand fragt! Gerade der Punkt macht das Thema so spannend – finde ich. Denn es gibt einem schon viel Stoff zum Nachdenken: warum wiederholen sich solche Dinge, ist die Vorherrschaft der römischen Kultur, die ja beachtlichen Einfluss auf die kulturelle Entwicklung Europas hatte, vielleicht der Grundstein gewesen für viele Soziale und kulturelle Probleme die wie jetzt haben? Man findet beim genaueren Hinschauen viele wohlbekannte Mechanismen wieder: eine extremes Ausmaß an Korruption, die Überzeugung die einzig wahre Lebensweise zu haben, also nichts anderes wie die Verblendung der Amerikanischen Regierung, die glaubt im nahen Oste die Demokratie durchsetzen zu können, oder die Manipulation der Massen durch Ablenkung von den wichtigen Themen. Letzteres funktioniert auch heute noch wunderbar – ich glaube viele Menschen würden sich viel mehr engagieren wenn sie nicht von der medialen Flut so zugedröhnt würden. Damals hiess das Konzept „Brot und Spiele“ und sollte die Aufmerksamkeit der Massen auf die Spiele in der Arena lenken und „Brot“ steht heutzutage für unseren Wohlstand, den wir, trotz allem Jammerns, immer noch haben – was uns wiederum träge und teilnahmslos macht. Das alles geht schon sehr ins Detail, aber z.B. der Text von „On Torrid Sand“ geht auf diese Themen schon etwas konkreter ein… Dieser Aspekt ist allerdings nur ein Teil des Themas, weil auch die Kultur der Pikten, oder das was noch bekannt ist, ein Interessanter Punkt ist – und auch hier habe ich es mir nicht nehmen lassen die Unterschiede klar zu machen. Einfach weil es spannender ist Gegensätze zu zelebrieren – genau wie in unserer Musik.

OM: Nach Last Episode und Century Media beheimatet euch mit Armageddon Music jetzt das dritte Label. welche Konsequenzen habt ihr aus den eher schlechten Erfahrungen der Vergangenheit gezogen?

SuidAkrA: Also bisher haben Armageddon Gute Arbeit für uns gemacht. Wir sind auf jeden Fall mehr zufrieden, als mit „Century Media“, weil uns einfach mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ich habe durch die Labelwechsel gelernt dass man tierisch auf die Schnauze fallen kann. So habe ich z.B. früher unsere Labels immer gelobt und dann sind wir auf die Nase gefallen, daher bin ich da vorsichtig geworden. Aber ich kann dich beruhigen, bisher ist bei uns alles im grünen Bereich! Ich meine wenn wir nicht zufrieden wären, hätten wir kein weiteres Album aufgenommen.

OM: Was haltet ihr von Religionen? Ist der mythologische Teil eurer Texte eine Fantasie, oder steckt dahinter auch ein „Fünkchen“ Glaube?

SuidAkrA: Ich bin kein religiöser Mensch – Religion ist für mich nur eine Lebenshilfe und ein Versuch die Welt zu erklären, was sich notwendigerweise in Kulturen gebildet hat.

Ich glaube die Faszination zur Mythologie ist eher eine Sehnsucht oder eine Verherrlichung des Zustands der Unwissenheit. Ich bilde mir ein, dass das Leben damals intensiver war weil man viel weniger von unwirklichen Dingen abgelenkt war, die das heutige Leben so sehr ausfüllen. Und ich spiele gerne mit dem Gedanken, dass man auch glücklich sein kann ohne das Streben nach mehr Wissen und die Erforschung der Natur. Die Naturvölker, die heute noch irgendwo leben sind schließlich auch glücklich – also ich würde jetzt nicht mit ihnen tauschen wollen aber letztendlich ist ihr Leben genauso lebenswert wie unseres. Jeder weiss dass die technologischen Errungenschaften auch ihren Preis haben und dass wir uns langsam überlegen müssen ob wir wirklich bereit sind diesen Preis zu bezahlen. Das hört sich vielleicht etwas nach Träumerei an, aber ich bin mir durchaus bewusst, dass das Leben damals alles andere als Zuckerschlecken war – nicht umsonst war die durchschnittliche Lebenserwartung nur bei 35 Jahren!

Also kurz gesagt: die Mythologie in unseren Texten übt einerseits Kritik am Fortschritt und soll andererseits die Schönheit des Unerklärlichen zeigen.

OM: Über die so genannte Pagan-Metal-Szene tauchen immer wieder Gerüchte auf, dass sie recht viele rechtsextreme Bands beheimate. Habt ihr schon Erfahrungen mit derlei Bands oder Fans gemacht?

SuidAkrA: Glücklicherweise bisher noch nicht.

Uns ist aber bewusst dass es diese Bands und Fans gibt. Wir machen Musik, weil wir Spaß am kreativen Prozess und an der Darbietung auf der Bühne haben, ohne eine spezielle Aussage damit treffen zu wollen. Zwar findet sich auch das aktuelle Weltgeschehen, meist im übertragenen Sinne, hin und wieder in unseren Texten wieder, aber dabei geht es eher um das Leben an sich, als um eine politische Aussage. Es ist eher störend, wenn sich eine Band über politische Aussagen definiert, besonders wenn es sich um eine radikale Aussage handelt, da aus unserer Sicht das Wichtige doch immer noch die Musik sein sollte. Im Endeffekt muss das jede Band selber entscheiden.

OM: Ihr habt live auch schon mit der Vegan Straight Edge-Band Maroon gespielt. Prallen dort Welten aufeinander, oder sind es auch ganz „normale“ Metal-Heads?

SuidAkrA: Hmm. Irgendwie hast du da falsche Informationen 🙂

Ich kenne die Band da ich mit einen von ihnen Kontakt hatte, aber bisher haben wir nie so richtig mit ihnen gespielt, ausser auf dem Summer Breeze, aber bei solchen Festivals würde ich nicht von zusammenspielen sprechen hahaha. Ich habe sie dort leider verpasst sowohl back als auch on-stage. Ich bin da aber sehr offen, nur weil sie andere Musik machen heisst es nicht dass sie keine normalen Metal Heads sind.

OM: Was macht ihr so in eurer Freizeit? Gibt es vielleicht Nebenprojekte?

SuidAkrA: Ich bin Student und bis auf Marcus, der einen normalen Job hat hat sich der Rest Selbstständig gemacht. Lars der als Drummer und Drumtech arbeitet spielt neben SuidAkrA in einer Rock ‚n Roll Band namens „Hellviks“.

Ich bin gerade dabei einige Synthesizer Sachen für mich aufzunehmen, dam ich klassische Musik sehr interessier, aber die meiste Zeit geht dann doch für SuidAkrA drauf.

OM: Ihr habt jetzt schon vielen Festivals und Gigs für das Jahr 2007 zugesagt. Wie verhalten sich Live-Auftritte und Studio-Alben auf der Waagschale?

SuidAkrA: Wir freuen uns immer wieder aufs Neue ins Studio zu gehen, aber genauso geht es im Livesektor zu. Nach einem Studiobesuch sind wir sehr heiß das neue Material live zu spielen! Wir wollen nächstes Jahr auf dem

Live Sektor richtig loslegen. Geplant sind zahlreiche Konzerte im Ausland, sowie eine 10-tägige Tour durch

Russland. Leider wurde die geplante Wacken Road Show 2007 abgesagt, also werden wir in Deutschland

nur einige Einzelgigs spielen, bevor es dann auf die Sommerfestivals zugeht. Wir werden natürlich

versuchen so oft wie nur möglich „Caledonia“ live zu präsentieren.

OM: Zunächst möchte ich noch ein kleines, bekanntes Spiel anzetteln! Ich nenne euch fünf Begriffe und ihr sagt, was euch spontan dazu einfällt:

Braveheart: Genialer Film, hat seine Oskars verdient.

Asatru: Sehr Interessante polytheistische Religion, vor allem Interessant wegen ihrer Naturverbundenheit.

Casting-Shows: Wenn man sie nicht ernst nimmt dann ist es lustiger als die meisten Comedy Shows in Deutschland.

Met: Lecker, aber nicht unser Ding… Dann eher Jacky Cola !

Emo(core): Ist nicht ganz unser Ding daher kann ich nicht viel zu sagen. Ist wie alles im Leben Geschmackssache

OM: Zu guter letzt gehört natürlich euch das Wort. Ich bitte um eine poetische Meisterleistung!

SuidAkrA: Ein fettes „Danke“ an Dich und alle, die SuidAkrA bis hierhin unterstützt haben!

Jeder, der sich irgendwann in den vergangenen 12 Jahren mit SuidAkrA identifizieren konnte, sollte in

„Caledonia“ auf jeden Fall reinhören!

Wir sehen wir uns sicher bei einem unserer Gigs in 2007.

…Na wenn das keine poetische Meisterleistung ist 😉

OM: Doch, definitiv! 🙂

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die weitere Zukunft!

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Datum: 06.12.2006
Autor: Floppy

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Suidakra – Eternal Defiance

Suidakra - Eternal Defiance
Suidakra – Eternal Defiance
Nur wenige deutsche Bands vereinen in ihrer Musik so viele verschiedene Stilrichtungen wie Suidakra. Aber gerade das macht auch ihren Charme aus. Mal düster, mal bombastisch, und das Ganze gepaart mit einem ordentlichen Folk-Einschlag. So kann man den Vierer um Sänger Arkadius durchaus charakterisieren. Und mit ihrem neuen Album „Eternal Defiance“ beweisen Suidakra einmal mehr, dass es sehr wohl möglich ist, sich einerseits weiter zu entwickeln, aber dennoch seinen Wurzeln treu zu bleiben.

Musikalisch steht das neue Album auf einem soliden und bewährten Gerüst. Die nahezu perfekte Symbiose aus klassischen Heavy Metal-Einflüssen, melodiösem Death Metal und keltischen Folk-Elementen verpasst „Eternal Defiance“ den urtypischen Suidakra-Sound. Die Gitarren bauen sich fett wie eine Wand vor dem Hörer auf, das Schlagzeug kommt treibend und auf den Punkt genau gespielt daher und der überwiegend krächzende Gesang ist das I-Tüpfelchen. Auch der weibliche Gesang, der wieder einmal von Tina Stabel übernommen wurde, fügt sich sehr gut ins Gesamtgefüge ein. Mit „The Mindsong“ hat es sogar ein komplett von ihr eingesungener Song auf das Album geschafft.

Neu ist allerdings die Einbeziehung orchestraler Arrangements wie man sie sonst nur aus Filmmusiken kennt. Deutlich zu erkennen ist das direkt im Intro „Storming the walls“ und dem darauf folgenden „Inner Sanctum“. Man hat sofort das Gefühl, Zeuge einer epischen Schlacht zu werden, und möchte gleich selbst zum Schwert greifen und mitkämpfen. Und auch im weiteren Verlauf des Albums wird man immer wieder hin und her gerissen zwischen brutal heruntergespielten, ultraschnellen Gitarrenriffs und bombastischen und fett angelegten Chören. Als Beispiele hierfür seien „Beneath the Red Eagle“ und „Rage for Revenge“ genannt. Suidakra haben ihrem Sound wieder eine neue Facette hinzugefügt ohne dabei das Grundgerüst zu ändern oder an Härte zu verliefen. Ganz im Gegenteil, denn es fällt auf, dass die traditionellen Instrumente wie Dudelsack oder Pfeifen nicht mehr so dominant sind wie noch auf frühen Werken wie „The Arcanum“ (2000) oder „Auld Lang Syne“ (1998). Man hat in Sachen Härte also durchaus zugelegt, was den Stücken im Ganzen sehr gut tut. Das gesamte Album ist musikalisch auf einem sehr hohen Niveau und es gibt so gut wie keine Ausschläge nach unten.

Beim lyrischen Konzept lassen Suidakra ebenfalls nichts anbrennen. Die Story basiert auf der Geschichte und der Mythologie der walisischen Erzählung „The Dream of Macsen Wledig“, in der es um Flavius Magnus Maximus geht, welcher Mitte des vierten Jahrhunderts nach Christus römischer Kaiser war. Das ist insofern passend zum Band-Image, als dass eben jener Kaiser lange Zeit als Feldherr im damaligen Britannien stationiert war und daher Teil der keltischen Sagen ist. Bei der Umsetzung des Konzeptes zeigt die Truppe um Sänger Arkadius, dass sich die jahrelange Erfahrung im Songwriting eben doch auszahlt. Insgesamt wirken die Songs kompakt, durchdacht, in sich geschlossen und können sowohl im Gesamtgefüge des Albums wie auch einzeln stehen.

Damit reiht sich „Eternal Defiance“ als Album Nummer elf in die Veröffentlichungsliste ein und überzeugt auf ganzer Linie. Der Sound wurde logisch weiterentwickelt und das ganze Album strotzt nur so vor Energie. Fans der Band können beruhigt zugreifen. Und wer den Vorgänger „The Book of Dowth“ (2011) mochte, der kann auch mit „Eternal Defiance“ nichts verkehrt machen.

Tracklist:

01 .Storming the walls
02. Inner Sanctum
03. Beneath the read eagle
04. March of conquest
05. Pair Dadeni
06. The Mindsong
07. Rage for Revenge
08. Dragon’s Head
09. Defiant Dreams
10. Damnatio Memoriae
11. Mrs. McGrath (Bonus Track)

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Label: AFM Records
Genre: Celtic Metal
Releasedate: 2013-05-24
Web: http://www.suidakra.com
Punkte: 9

Autor: Erle

Suidakra – Caledonia

Suidakra - Caledonia
Suidakra – Caledonia

Was passiert, wenn römische auf schottische Kultur trifft, wollen uns SuidAkrA mit ihrem neuen (mittlerweile achten) Album nahebringen. Das Ergebnis ist wahrlich nicht schlecht, hätte aber in manchen Punkten noch besser ausfallen können.

Was sofort positiv auffällt, ist der wieder anwesende Marcel, der bei SuidAkrA neben der zweiten Gitarre auch für die cleanen Vocals zuständig ist, die man auf der „Command to charge“ leider vermissen musste. Auf diesem Silberling fungiert er nun wieder als Gegenpart zum Gekeife von Arkadius und rundet den Gesang sehr gut ab. Im ersten Track, der 8-Minuten Hymne „Highland Hills“, wird man schon mal mit ruhigem Wassergeplätscher und Dudelsackgepfeife empfangen um danach mit stampfenden Drums und vorantreibenden Gitarren in die Welt der schottischen Mythologie entführt zu werden. Die Stücke sind, bis auf ein paar Ausnahmen, durchweg sehr flott gehalten. Das Zusammenspiel der einzelnen Personen ist sehr gut aufeinander abgestimmt. Die Drums treiben gehörig, die Gitarren sägen einem die Schädeldecke ab und der Bass kommt mit ordentlichem Druck daher.

Die oben erwähnten Ausnahmen sind genauer gesagt die Stücke „The ember deid (Part II)“, welches noch mit schönem Cleangesang unterlegt ist, sowie „Ramble“, komplett ohne jegliche stimmliche Untermalung und das „Outro“. Hier und da findet man, wie im ersten Stück vereinzelt eingestreute Dudelsackeinlagen, die vor allem im Stück „Forth-Clyde“ sehr herausstechen. Meiner Meinung nach hätten ein paar mehr dieser angesprochenen Einlagen absolut nicht geschadet und dem Album eine noch bessere stilistische Note eingebracht. Vom erwähnten Stil her ist es übrigens sehr Folk-lastig gehalten (man erkennt einfach einen gewissen „schottischen Einschlag“), was bei dem Konzept, welches SuidAkrA hier verfolgen, sehr gut zu Selbigem passt.

Auch sind diverse Pagan-Einflüsse auszumachen, welche allerdings ziemlich spärlich ausgefallen sind. Das ist keinesfalls schlecht zu bewerten, denn gerade dadurch heben sich SuidAkrA von anderen deutschen Bands ab, die auf die zurzeit sehr beliebte Pagan-Schiene aufgesprungen sind.Was allerdings das gute Bild etwas trübt, ist, dass auf diesem Album keine wirklichen Höhepunkte zu finden sind. Die Stücke sind durchweg gut produziert und sauber abgemischt, es fehlt aber einfach der musikalische Tiefgang auf dieser Scheibe. Das Konzept aber ist gut gewählt und durchaus sehr ansprechend (zumindest für Leute, die sich für so etwas interessieren).Meine persönlichen Anspieltipps sind die Tracks „Envoke the demon“ und „Forth-Clyde“.

Fazit: Ein gutes Album, welches zwar an die „Arkanum“-Zeit erinnert, aber leider nicht mit solchen Krachern, wie auf eben genanntem befindlich, auffährt. Wer SuidAkrA mag, sich mal ein Album abseits der ganzen Pagan-Bands antun möchte, oder einen Einstieg in das Genre wagen möchte, für den ist diese CD in jedem Fall empfehlenswert.

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Label: Armageddon Music
Genre: Black/Death Metal
Releasedate: 2006-11-17
Web: http://www.suidakra.com
Punkte: 7

Autor: Skygge

Suidakra – Command To Charge

Suidakra - Command To Charge
Suidakra – Command To Charge

“Command To Charge” (Befehl zum Angriff) so heißt das 7. und neuste Album der Deutschen Metal Band „SuidAkrA“. Mit der weltweiten Veröffentlichung ihres letzten Albums „Signs For The Fallen“ im Jahre 2003, bauten die Jungs von SuidAkrA ihre Fangemeinde weiter aus und werden nun versuchen, mit ihrem siebten Studioalbum so richtig durch zu starten.

Mit “Command To Charge” ist ein Album entstanden, durch das die Band sich so modern und zugänglich wie nie zuvor präsentiert. Erstmalig sind auch die Klänge eines Highland Bagpipe Dudelsacks zu hören, was den einen oder anderen Hörer mit Sicherheit Freude bereiten wird. Der abwechselungsreiche Aufbau des Albums ist eine einzigartige Gradwanderung zwischen melodischen Klängen und brachialen Metal Sounds, welche die Anhänger der härteren Musik mit Sicherheit aufhorchen lässt.

“Command To Charge” ist das bisher ausgewogenste, innovativste, druckvollste und abwechselungsreichste Album von „SuidAkrA“, was die CD zu einem waren Hörerlebnis macht.

Besonders bemerkenswert: 2 Musik-Videos, mit auf der CD inkludiert!

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Label: Armageddon Music
Genre: Black/Death Metal
Releasedate: 2005-04-25
Web: http://www.suidakra.com
Punkte: 8

Autor: Patrick

Ultima Ratio Festival 2007 mit u.a.: Helrunar & Suidakra & Moonsorrow & Korpiklaani

Endlich wieder ins Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Endlich wieder Metal..

Die Turbinenhalle war auch nicht schwer zu finden, Parkplatz vorhanden etc. Alles gut also…bis dann die Schlange kam. 80 Minuten anstehen machen es einem wahrlich schwer die ersten Bands zu sehen.

Wolfchant und Minas Morgul mussten also auf meine Anwesenheit verzichten. Klasse, da ich letztere schon gerne gesehen hätte. So ging es aber auch vielen der Umstehenden. Unmut kam auf und hier ist definitiv Verbesserung nötig. z.B. könnte man einen separaten Presseeingang machen und vielleicht das Personal bei den Kontrollen erhöhen.

Das die Halle nun mal einen schmalen Eingang hat, kann man dem Veranstalter ja nicht vorwerfen, aber hier kann und sollte für einen schnelleren Einlass beim ersten Ansturm gesorgt werden.

Genervt also vom langen warten und den unverbesserlichen Typen, die immer noch Shirts einer gewissen norwegischen Band tragen müssen, deren Chef schon länger im Knast sitzt, wurden erstmal die Merchstände inspiziert.

Die Preise waren OK und die Auswahl auch nicht schlecht. Nur das ich auch hier Scheiben oben nicht genannter Band finden musste. Gut, es ist nicht verboten, aber die Einstellung dieses Menschen doch schon so radikal, dass man ihn auch im rechten Feld einstufen kann. Damit könnte man den Verkauf solcher Scheiben auch unterbinden, was man ja sonst auch sehr gut in den Griff bekommen hat. Ich hab jedenfalls keine politisch unbelehrbaren Idioten rumlaufen sehen. Ebenso wenig, wie Symbole oder Bandshirts aus dem Lager auftauchten. Kommen wir dann auch gleich zu einem weiteren Kritikpunkt. Bier und Cola (0,33) für 3 Euro. Ebenso ein lächerlich kleines Stück Pizza. Klasse Sache! Aus Insiderkreise hört man aber, dass die Preise wohl auf den Mist der Hallenbesitzer gewachsen sind. Das kann man den Veranstaltern also nicht vorwerfen. Genauso sollen selbige Besitzer wohl einigen Fress- und Metbuden die Konzession entzogen haben, aber davon hab ich nichts mitbekommen.

Aber genug gemeckert, mit Waylander durfte die, für mich zumindest, erste Band des Tages begutachtet werden. Seltsam waren die Iren ja schon etwas, mit ihrer Bemalung. Schade nur das, außer den blauen Gesichtern, nicht viel auf der Bühne zu sehen war. Bewegung kam keine auf und auch sonst war die von einer Flöte untermalte Musik eher langweilig. Einzig die Intros waren recht nett. Irgendwie wirkte die Band auch unkoordiniert und nicht sehr motiviert, was sich lediglich beim Abschlusssong ein klein wenig änderte.

Danach betraten Thronar aus Holland die Bühne. Diese Band sollte also Ersatz für die krankheitsbedingt ausfallenden Equilibrium sein. Da müssen die sich aber anstrengen und genau das taten sie auch. Klar werden sie vom Status den Jungs aus Bayern nicht gerecht, aber sie bemühten sich mit ihren epischen Songs wenigstens ein gutes Bild zu machen. Und das gelang auch. Nach und nach wurden die Songs besser, die Stimmung gelöster und die Band entpuppte sich doch als durchaus hörenswert. Klar ist, dass man mit einer solchen Band das Zugpferd Equilibrium nicht ersetzen kann. Ärgerlich für die Fans, die deswegen gekommen waren und sich jetzt mit einer unbekannten Band abspeisen lassen mussten. Hier hätte man von Seiten des Veranstalters vielleicht mit einem Gimmick oder einem Freibier oder so die enttäuschten Fans etwas entschädigen können. Aber gut, das ist nur die Idee eines kleinen Schreiberlings.

Und eben jener Schreiberling musste jetzt mal Mittag zu sich nehmen. Deswegen mussten Heidevolk auch zunächst ohne meine Anwesenheit spielen. Die letzten zwei Songs fanden dann aber doch noch Gehör und ich ärgerte mich, dass ich Sandwich und Bier dieser Band vorgezogen hab. Die Musik war gut und die Show der Leute um die zwei Sänger ambitioniert. Schade, dass ich die verpasst hab, aber ich denke die Band wird es mir verzeihen. Immerhin war die Halle ziemlich voll und es wurde fleißig gebangt. Wo wir gerade bei der Halle sind. Für Leute die noch nie da waren: Die Halle ist cool. Emporen auf denen man sitzen kann. Merchstände hinter den Eingängen und eine ruhige Chilloutzone mit Garderobe. Die Location ist also gerade für längere Konzerte ziemlich cool. Diesen Endruck gewann ich auf meinem Weg durch die Halle während Helrunar ihren deutschen Black Metal zum Besten gaben. Da ich dieser Musik nicht sonderlich viel abgewinnen kann, möge man mir verzeihen, dass ich die Show so langweilig fand, dass ich erstmal ein Bier am Auto trinken musste.

Auf dem Weg zurück dann schon wieder Schlange stehen. Klasse, aber diesmal wenigstens nicht so lange. Keine Ahnung warum man nur eine Tür aufmachen muss. Na egal, ich war ja rechtzeitig zu Suidakra zurück, die eine richtig gute Show ablieferten. Mir war die Band aus früheren Begegnungen ja doch eher als etwas hüftlahm auf der Bühne in Erinnerung. Hier bewiesen die 4 Monheimer, verstärkt durch Axel am Dudelsack, durchaus Bühnenqualitäten. Es wurde gebangt, mitgegrölt und auch die Mitsingspielchen fanden Anklang. Schöner, harter, epischer Folk-Metal, so wie es sein muss. Bislang ein absolutes Highlight, aber es sollten ja noch Bands folgen.

So wie Eluveitie aus der Schweiz. Ich wusste gar nicht, dass es da Trolle gibt. Zumindest haben die sich zwei eingefangen und an den Bass und die Flöte gesteckt. Die beiden fegten auch entsprechend wild über die Bretter. Eine Augenweide, besonders der schwerstens tätowierte Flötentroll, der beim Bangen noch spielte. Schönes Ding. Auch beiden Frauen an Leier und Geige ließen sich nicht lumpen und so kreisten die Matten. Mit ihren zig Instrumenten war die Musik dann auch sehr facettenreich, schade nur das der Sound, welcher bei bislang jeder Band nicht optimal war, hier einiges wegmatschte. Trotzdem haben sich Eluveitie sicher einige Fans erspielt, die beim letzten Song „Dance Of Victory“ auch kräftig abgingen.

Vor den Schweizern betrat aber noch ein Mensch die Bühne, der wohl gerne Preise loswerden wollte. Die wollte nur keine haben, so dass etliche Nummern der Tombolalose verlesen werden mussten und vom Publikum in Fussballsprechchören durch die Halle getragen wurden. Man merkt, Metaller haben nicht alle Latten am Zaun und verflucht viel Spaß. Ha, hier bin ich zu Hause!

Danach gabs dann aber die freudig erwarteten Skyforger aus Lettland. Ja auch die Letten können Musik machen. Entsprechend eingekleidet legten die 5 dann auch los. Oldschooliger Pagan Metal, der mich streckenweise an die Headliner des letzten Jahres, an Ancient Rites erinnerte. Nur das Skyforger sehr viel weniger Arroganz an den Tag legten. Die Show war nicht die allerbeste, aber musikalisch war das dargebotene schon Ok, kein Highlight, aber anschaubar.

Zum „Highlight werden“ ist bei weiteren Headlinern wie Moonsorrow auch entsprechend schwierig. Die unglaublich spielfreudigen Finnen legten die Show des Tages auf die Bretter. Zum ersten mal stimmte der Sound, die Show und die Musik. Eigentlich habe ich Moonsorrow immer eher als Kopfhörer Musik empfunden, aber es geht tatsächlich auch Live, wie die Jungs um Fronter Henri Sorvalli eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Da ist die Messlatte für die folgenden Korpiklaani ziemlich hoch. Einerseits schade, aber andererseits wahrscheinlich auch besser für die Leute ist wohl der Verzicht auf Songs vom letzten Album. Aber weiter zur zweiten finnischen Band an diesem Abend. Korpiklaani begannen nach dem Intro engagiert ihr Set, um dann aber durch einen Defekt an den Gitarren gleich wieder zum Aufhören gezwungen waren. Die Band nahm es aber locker, reparierte den Defekt und begann einfach noch mal. Der Sound war aber, im Gegensatz zu Moonsorrow wieder recht matschig. Außerdem wirkte die Band nicht mehr so richtig motiviert und die Show irgendwie hüftlahm. Der Stimmung im Pit tat das keinen Abbruch, so dass fröhlich nach Bier verlangt wurde. Ein paar Flaschen gab es bei „Beer Beer“ dann auch für die Meute. Es wurde kräftig gefeiert, besonders die Band, die sich überflüssigerweise nach dem Gig ausführlich beklatschen ließ.

Da wäre ja fast noch ein Song drin gewesen, wenn man die Zeit besser genutzt hätte. Gut, aber wir wollen nicht unken. Als die Finnen dann gegangen waren, gingen auch die Zuschauer.

Schade eigentlich, da mit Kivimetsän Druidi noch eine dritte Band aus Finnland am Start war.

Die Truppe sah aus, als hätte sie jemand zusammengewürfelt. Ein Basser im Stile von Henry Rollins, ein Sänger/Klampfer, der aussah wie ein junger Tom G. Warrior, ein Keyboarder, der an Quasimodo erinnert, wenn er bangt und eine Sängerin, die unglaublich zombiemäsig schaut. Wenigstens Gitarrist und Drummer machten nen normalen Eindruck. Die Musik orientierte sich irgendwo an alten Ensiferum und Nightwish. Schade nur, dass die Frau nicht so wirklich ins Konzept passte. Der Operngesang war jedenfalls reichlich fehl am Platze. Ansonsten war es gar nicht verkehrt. Und Schade auch, dass die meisten Leute schon auf dem Weg nach hause waren, auf den wir uns dann gegen kurz vor 3.00 auch machten.

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Location: Turbinenhalle Oberhausen
Datum: 2007-11-03

Autor: Zwiebel


 


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