„Monoliths and Dimensions“ ist ihr siebtes Album, für das sie sich vier Jahre Zeit ließen. Diese Zeit scheint sich gelohnt zu haben – mit diesem Album ist ihnen der vorläufige Höhepunkt ihres Schaffens gelungen. Schon beim ersten Hören fällt auf, dass sie sich weiterentwickelt haben und zahlreiche Elemente in ihre Musik integriert haben, ohne ihren Stil zu verlassen: Mit dieser Scheibe bekommt der Drone Doom plötzlich noch ganz andere Dimensionen. Diese außergewöhnliche, musikalische und klangliche Dichte ist auch der Zusammenarbeit mit zahlreichen Musikern für dieses Album zu verdanken. Nach Angaben der Plattenfirma Southern Lord, hatte das Duo z. B. Unterstützung von dem Komponisten Eyvind Kang, dem australischen Gitarristen Oren Ambarchi, von Dylan Carlson und Steve Moore von Earth dem Bläser Stuart Dempster, von weiteren Bläsern und Streichern und einem Wiener Frauenchor sowie von der Sängerin Jessika Kenney.

Das erste episch-lange Stück „Aghartha“ enthält Droneakkorde, die so extrem lang gezogen werden, bis der Ton fast nur noch steht. Hier ist ein Sprecher zu hören, der in ruhigeren Passagen, sehr trocken mit wenig Hall spricht, begleitet von Geräuschen. Stellenweise eher wie ein Dark Ambient-Stück.

Das zweite Stück „Big Church“ unterscheidet sich drastisch, beginnt schon mit dem Frauenchor, der schräge Akkorde singt und fast wie ein Synthesizer klingt. Hier sind allerlei Stimmen und akustische Instrumente zu hören – alles komponiert um die Droneakkorde, die wie ein weiter Klangteppich das Arrangement begleiten und sich immer wieder in den Vordergrund drängen.

Die Nummer drei „Hunting & Gathering“ klingt nun eher wieder nach Sunn O))) so, wie wir sie kennen – bis vielleicht auf den Klargesang gegen Ende des Stücks.

Das letzte Stück „Alice“, das ebenfalls epische Länge aufweist, enthält einen Jazz-Einschlag, der mich beim ersten Hören sehr überrascht hat. Zunächst beginnt das Stück ohne die üblichen Droneakkorde, sondern eher wie ein Dark Ambient-Stück ruhig – die Gitarre klingt mit einem Hall, der Weite und Unendlichkeit suggeriert. Man nimmt sich die Zeit, die Akkorde verklingen zu lassen – nur um wieder anzusetzen. Leere und Weite – ein akustisches Szenario. Ab etwa der Hälfte der Spielzeit ist eine Trompete zu hören, die sich mit Rauschen und nun wieder drone-mäßigen Gitarrenklängen vermischt. Die Trompete verleiht dem Stück plötzlich eine jazzartige Komponente. Sie fügt dem Szenario einen anderen Klang zu – jazzige Disharmonien drängen sich in den Vordergrund, Rhythmus ist zu hören… ein Straßenmusikant, der seine traurigen Melodien spielt, irgendwo in dieser Weite stehend an einer verlassenen Hausecke…

Die CD lässt die bisherigen Sunn O))) Alben weit hinter sich. Absolut herausragendes, richtungsweisendes Genre-Album!

!TOPSCORE!