Unter dem Motto “Support your local Bands” hatte sich ein ehrgeiziger Musiker das Ziel gesetzt, für den Nachwuchs in der Osnabrücker Bandszene eine Plattform zu schaffen. Selbstverständlich war dies ein Anlass für OsnaMetal.de, einen derartigen Idealismus zu unterstützen..

Und so kam es am 11. Februar im Bastard Club zu einem denkwürdigen Zusammentreffen der Freunde guter Volksmusik, eingeleitet durch die zarten Klänge der Band DigaNt.

Bei dieser handelt es sich um eine noch relativ junge Band, welche bis auf den Gitarristen Riske als Schüler des Ratsgymnasiums zu verorten sind. Selber titulieren sie ihre Musik als (Art)-Punk, was sich als eine ziemlich treffende Bezeichnung herausstellte. Und auch die Geschichte des Namens erweist sich als ziemlich eigenwillige Komposition, welche als Kürzel der Bandgeschichte „Deiky is gone and Nils too“ bedeutet und sich auf ehemalige Bandmitglieder bezieht.

Durch derartige Vorinformationen neugierig gemacht, stand ich pünktlich zu Setbeginn an der Bühne, als die Band mit „What you want“ ihr erstes Stück einleitete.

Grob kann man ihre Musik als Punk bezeichnen, allerdings mit mehr Melodik, als man es erwarten würde, mit weniger Wucht und eher bemüht, auch leisere Töne einzuschlagen, was einem ziemlich eigenwilligen Stil gleichkommt.

Eigenwilligkeit scheint überhaupt ein Merkmal dieser Band zu sein, was deutlich wurde, als beide Gitarristen Freddy und Riske zu Beginn des zweiten Stückes „How to kill“ leicht überdimensionierte Sonnenbrillen hervorholten, was den Heiterkeitseffekt der Band um so mehr steigerte.

Das Publikum blieb zwar bis auf vereinzelte Personen eher bewegungslos, aber der Band durchaus zugeneigt. Was wohl auch darauf zurückzuführen ist, dass ca. 40 Leute aus dem privaten Umfeld der Musiker eigens angereist waren, um „ihre“ Band zu unterstützen.

Die Quintessenz: Eine gute Band, der man zwar deutlich anhörte, dass dieses ihr zweiter öffentlicher und der erste „große“ Auftritt überhaupt war, deren Potential aber unbestreitbar vorhanden ist. Mal sehen, was daraus noch wird.

Nach einer Umbaupause kamen dann SMUDT auf die Bühne.

Auch hier wieder eine interessante Etymologie des Bandnamens, welcher sich aus den Anfangsbuchstaben der einzelnen Bandmitglieder (Sebastian, Michael, Ulf, Dennis, Timo) bildet. Eigentlich eine wenig ergiebige Methode, doch bei SMUDT hat sie funktioniert.

Was noch besser funktioniert ist jedoch die Musik. Die fünf Ibbenbürener haben das traditionelle Punkinstrumentarium kurzerhand um einen zweiten Bass bereichert. Was herauskommt ist abwechslungsreicher Punk mit ergiebigen Texten. Letzter Punkt wurde eindrucksvoll bestätigt, als das Quintett mit „Lyric Disease“ einen sehr schön selbstironischen Setbeginn hinlegte.

Auch der Rest des Sets war erfolgreich. Das Zusammenspiel der zwei Bässe führte zu einem aggressiven und energischem Klang, der jedoch durch ausreichend Melodien Kapazitäten genug hat, auch etwas zarter besaitete Gemüter zu erfreuen. Da dies alles noch mit sinnhaltigen Texten dekoriert war (was ja unter „Punk“ heutzutage keineswegs mehr eine Selbstverständlichkeit ist), spielte auch das Publikum mit.

Zwar hatte sich nach DigaNt die Halle zu einem großen Teil geleert. Zurück blieben aber immer noch schätzungsweise 40 Leute, die mit Spaß an der Musik dabei waren und vereinzelte Tanz- und Pogoeinlagen brachten dann schon ein wenig Stimmung in den Raum, bis sie mit „Favorit Rock Song“ eine Hommage an den guten Musikgeschmack dieser Zeit ablegten und ihr Set beendeten.

Als nächstes enterten The Vaders die Bühne. Und selbstverständlich darf hier der Hinweis auf den scheinbaren Status Ibbenbürens als Geburtsstätte regionaler Helden wie der „Donots“ nicht fehlen.

Dass auch The Vaders diesem Status mit schnellem, krachenden Streetpunk zu einer Legitimation verhelfen, darf nach diesem Abend ruhig angenommen werden.

Es war krachend, es war laut, es war schnell und es war einfach gut. Mit einer Pöbelstimme und rotzigem Sound haute die Combo ein Set raus, welches es in sich hatte.

Zwar mag diese Band im Vergleich u ihren Vorspielern nicht mit einem derart kreativen Namen aufwarten, aber das hat wohl angesichts der Inhalte keinen gestört. Die Bewegungslust, welche SMUDT im Publikum wachgerufen hatte, verstärkte sich hier und auch die Band hatte sichtlich Spaß am Spielen.

Neben eingängiger Musik noch ausgereifte Texte – The Vaders bewiesen, dass sie nicht ohne Grund mittlerweile einen gewissen Bekanntheitsgrad haben, und so ließen sie es sich nicht nehmen, richtig auf die Pauke zu hauen.

Letztendlich ein erfolgreicher Abend, und die Aussicht, dass aus einer Einzelveranstaltung dieser Art eine regelmäßige Institution werden könnte, ist bestechend.

Bleibt zu hoffen, dass es weiterhin gelingt, etablierte Namen und Nachwuchskünstler auf eine Bühne zu bringen!

Setlist DigaNt:

01 What you want

02 How to kill

03 Ende

04 Learn

05 Personal Drug

06 Revenge

07 Don`t ever judge me

08 Faceless

09 My little song

Setlist SMUDT:

01 Lyric Disease

02 Here comes the hate

03 No member

04 Brand New world

05 Monster Truck

06 Road to nowhere

07 Japan

08 Knock out

09 Blitzkrieg Bop

10 It used to be punk

11 Addicted to porn

12 Raypack

13 Nighttrip

14 SMUDT

15 For you

16 I don`t wanna die

17 Casino

18 Favorit Rock Song

Setlist The Vaders:

n/a

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Location: xxxxx
Datum: xxxxx
Autor: xxxxxxxx


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