Unter dem Motto Tanzen statt verschanzen luden die Zivildienstleistenden der Osnabrücker Lagerhalle zum „1. Osnabrücker Zivi-Festival“. Hintergrund war nicht nur eine ordentliche Portion Spaß, sondern auch der Benefizgedanke: Sämtliche Einnahmen sollten für ein Aids-Waisen – Projekt des Aktionszentrum Dritte Welt in Südafrike verwendet werden. So gab es denn ermäßigte Preise auch nicht für Studenten oder ähnlich benachteiligte Gruppen, sondern ausschließlich für Zivis.


Um den entstehenden Betrag zu vermehren, verzichteten sämtliche beteiligten Künstler auf ihre Gagen. Zu diesen gehörten neben einigen HipHop-Acts, die für OsnaMetal.de-Leser wohl nur am Rande interessant sind, Osnabrücker Bands, die sich schon einen guten Namen erspielt haben.

Zunächst begann der Reigen jedoch mit einem 18jährigen HipHop-Künstler Osnabrücks, der unter dem Titel Dizazta einige wortgewaltige Töne ins Publikum spuckte und dabei wohltuend von der gegenwärtigen Gangster-Rap-Welle absprang. Für Musikfreunde, die nicht festgefahren auf Musikschienen unterwegs sind, auf jeden Fall ein interessanter Auftritt (was, zugegebenermaßen, auf alle Künstler des Abends zutrifft.)

So etwa auf das rappende Duo Gut Durch, das HipHop-fremde Hörer (wie den Autor) ein wenig an die Fantastischen Vier oder ähnliche Interpreten erinnerte, aber mit dem Stück „Bundeswehr“, thematisch passend zum Credo der Veranstaltung, sich ebenso an Deichkinds „Arbeit nervt“ anlehnte.

Freunde von Saitenmusik kamen dann erstmals mit der Osnabrücker Skapunk-Gruppe Insolvent Insomniacs auf ihre Kosten. Waren schon bei den vorherigen Gruppen die vorderen Reihen in der gut gefüllten Lagerhalle ins Tanzen geraten, steigerte sich dies jetzt um so mehr. Die sieben MusikerInnen, die neben Bass, Schlagzeug und Gitarre mit zwei Saxofonen, Trompete sowie einem Keyboard (oder, stückweise, einem Akkordeon) auftrumpften, betätigten sich wieder einmal als Speerspitze des recht rar ausgestalteten Osnabrücker Ska-Himmels. Dass sie sich ihre musikalischen Vorbilder zwangsläufig in der weiteren Umgebung suchen müssen, wertet die Musik jedoch eher auf als ab, und überhaupt wäre es vermessen, die abwechslungsreichen und groovig treibenden Skastücke einer derart jungen Bands ernsthaft kritisieren zu wollen. Daran dachte diesen Abend aber auch niemand.

Interessant wurde es dann mit King Juli, einem Künstler, der Rap mit Reggae verquickte und sich zudem massig Unterstützung auf die Bühne holte, darunter Papa Nico, vor allem bekannt vom Osnabrücker ChinChillerClan, sowie Mitglieder der Osnabrücker HipHopper X-Sidaz. Die Menge an Künstlern und sonstigen weiteren Personen, die sich nach und nach auf die Bühne begaben und dort feierten, heizte die Stimmung nur noch weiter an und die Entertainerqualitäten der Stimmgeber taten ihr Übriges.

So war denn auch die Menge bereit für den Headliner des Abends, die über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Groovin Goblins.

Diese bezeichnen Osnabrück auf ihrer Website als die „Stadt der unzufriedensten Kunden“. Na danke, denkt sich da jeder Hasestädter, dem ein kleines Fünkchen Lokalpatriotismus im Leib verblieben ist. Dachte sich wohl auch jeder der Anwesenden beim Zivi-Festival, denn unzufrieden zeigte sich das Publikum angesichts der Reggae/Ska/Funknummern der Goblins keineswegs. Obwohl die Band mit Gründungsdatum 2002 nicht nur eine der dienstältesten Osnabrücker Kapellen ist und die Mitglieder das an diesem Abend bisher vertretene Höchstalter noch ein gutes Stück nach oben hievten, bewiesen sie dennoch Pfeffer unter’m Allerwertesten. Und so feuerten die Groovin Goblins‚ eine groovende Partygranate nach der anderen ab und sorgten für eine fast komplett tanzende Halle.

Fazit des Konzertes: Etwa 350 zufriedene Besucher, fast 1000 Euro Spendengelder für das Projekt des „Aktionszentrum Dritte Welt“ – und der Beweis, dass auch Langhaarige feiern können 😉

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