Wertung: 8 von 10

Wer jetzt denkt, hier käme das neueste Hardcore-Brett aus dem Hause Revelation (u.a. „Shai Hulud“, „Himsa“, „Ignite“) und blind (bzw.


taub) zugreift, der darf sich auf eine Überraschung gefasst machen, denn Temper Temper haben mit Hardcore ungefähr soviel am Hut wie Ratzinger mit vorehelichem Geschlechtsverkehr!

Revelation Records haben sich mit dem Quintett aus Milwaukee einen düster-sexy Tanzflächenfüller an Bord geholt.

Mit ihrem selbstbetitelten Debüt ist es Temper Temper gelungen, eine interessante, eigenwillige Mischung aus angesagtem Dance Punk, Post Rock und 80`s Pop zu kreieren. Dabei haben sie sich aus allen Stilen und Einflüssen das Gefälligste rausgepickt und einen eigenen Stil daraus entwickelt.

Die durchgehend tanzbaren Schlagzeugbeats (a la „The Rapture) bilden dabei das Gerüst, auf dem sich die rockende, teilweise punkige Gitarre, der lo-fi verzerrte Bass, eine fette 60iger Jahre Orgel und der schön heisere, angezerrte Gesang bewegen. Glücklicherweise steht hier der 80`s Elektro-Pop a la „Duran Duran“ nicht im Vordergrund, sondern steuert meist nur dezent seinen Teil zum Gesamtsound bei. Besonders geil im zweiten Stück „Terror Tongue And Cheek“. Wenn man mal den Eindruck bekommt Temper Temper würden sich in Elektro-Orgel-Pop-Gedudel verlieren, röhrt im nächsten Moment die Gitarre um die Ecke und fängt den Track auf.

In vielen Songs gelingt es Temper Temper einen Jam-Session-Charakter zu erzeugen, was hauptsächlich auf den Einsatz der Orgel zurückzuführen ist, die schon mal an „Deep Purple“ erinnert („My God Is Gold“). Der Fünfer aus Milwaukee verliert dabei aber nie den roten Faden und das Gefühl für den Song. Und ein gutes Gespür für Ohrwürmer und großartige Melodien haben die Jungs allerdings! Es ist ohnehin fantastisch, wie tight und routiniert die Musiker auf ihrem Debüt rüberkommen, wenn man bedenkt, dass sie sich erst vor etwa drei Jahren zusammengetan haben!

Das Album wird von einer tendenziell düsteren Stimmung beherrscht, kommt dabei aber extrem lässig und eben absolut sexy und tanzbar daher. Neben einigen düsteren musikalischen Passagen wie in „Delicate Pimp“ und „Sin Spin Sin“, sind es auch eher die Texte, die dieses Gefühl transportieren, da sich Sänger Patrick Fuller über all die fertigen Missstände und sein Misstrauen gegenüber unserer modernen Konsumgesellschaft auslässt.

Produziert wurde das Ganze von Jim Diamond, der schon u.a. bei den „White Stripes“ und den „Von Bondies“ an den Reglern stand und zu deren Erfolg maßgeblich beigetragen hat; und auch Temper Temper passend in Szene gesetzt hat.

Ein sehr gelungenes Debüt einer vielversprechenden jungen Band, von der wir bestimmt in nächster Zeit noch einiges hören werden!

Anspieltipps:

Trust Me

Terror Tongue And Cheek

Loaded Life

Heart Like A Fist

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen