Eine für Osnabrücker Verhältnisse recht ungewöhnliche Veranstaltung fand am 10. Oktober im Schall&Rauch statt: Das Teuto-War – Festival “zu Ehren des großen Heerführers Arminius“ sollte als Feierstunde zum 2000jährigen Jubiläum der „Schlacht im Teutoburger Wald“ dienen.

Organisator Kay Bandlow hatte durchaus hochkarätige Bands organisiert. Den Schlachtaufmarsch zelebrierte die Black Metal – Kapelle „On Horns Impaled“. Die Hagener, beileibe keine unbekannte Band, gedachte des Cheruskerfürsten Arminius mit einem halbstündigen (Kunst-)Blutbad. Musikalisch handelt es sich hierbei um stinknormalen Black Metal, wie er im Buche steht, das Auftreten erinnerte dann doch sehr stark an die schwedische Black Metal Band Watain, welche ja für ihre Blutschweinereien auf der Bühne bekannt ist.

Der Blutrausch sollte fortgesetzt werden durch die Hagenower Wikinger “Strydegor”. Leider muss ich schon ganz zu Anfang sagen, dass der Sound bei dieser Band unter aller Kanone war: das Schlagzeug war viel zu laut, der Gesang zu leise.

Die Band selber gefiel mir dann trotzdem sehr gut, eigenständiger Viking Metal mit polternden Drums und großartigen Gitarrenmelodien. Dennoch machte der grottige Sound den Auftritt ein wenig zunichte.

Nach den folgenden Asenblut und Nidhogg wurde es immer voller vor der Bühne, als der erste Co-Headliner des Abends die Bühne betrat. Hierbei handelte es sich um die Baden-Württembergische Melodic Black Metal Band Lyfthrasyr, die vor allem optisch eigentlich gar nicht ins Konzept passten. Dies störte jedoch niemanden, statt dessen feierte das Publikum die Band gut ab. Die Haare flogen und die Pommesgabeln reckten sich gen Himmel – die Schlacht war alsbald im vollen Gang.

Fimbulvet, die Wikinger aus dem schönen Taunus, bauten in Ruhe auf und dekorierten ihren Mikrofonständer mit einem ausgestopften Rotfuchs, bevor sie sich ins Schlachtgetümmel warfen. Marschsignal war „Der Ruf in goldene Hallen“, das Massaker wurde unter anderem begleitet von „Klang des Waldes“ oder „Helias Bann“.

Dem Höhepunkt näherte sich der Abend jedoch mit Varg aus Coburg, die den Schuppen wahrhaftig zum Kochen brachten, während der Platz vor der Bühne langsam knapp wurde.

Mit dem kraftvollen Intro ihres Debut-Albums “Wolfszeit“ starteten sie ihr Set auf der, wie für eine Varg-Show üblich, mit Fackeln verzierten Bühne.

Es wurde schnell deutlich, dass Varg der absolute Publikumsfavorit war, obwohl Frontmann Draugr aus beruflichen Gründen nicht selbst das Mikrofon bedienen konnte. Mit Rico von der deutschen Pagan/Black Metal Band Minas Morgul war jedoch ein vollwertiger Ersatz gefunden worden, der seine Vocals excellent beherrschte und auf keinste Weise wie eine Aushilfskraft wirkte.

Die Setlist enthielt darüber hinaus all das, was auf einem Varg-Konzert erwartet werden darf: Von „Skal“ über „Donareich“ und „Schildfront“ bis hin zum legendären „Wolfszeit“ fehlte keines der Highlights aus dem Bandrepertoire.

Nach einer guten Stunde verließ die Horde den Ort ihrer (Un-)Taten, um die finale Schlacht den thüringischen XIV Dark Centuries zu überlassen.

Obwohl einige der Gäste sich nach dem Auftritt von Varg in Richtung heimatliche Lagerstatt begaben, gaben XIV Dark Centuries wie auch die übriggebliebenen Fans in der verbliebenen Stunde alles. Mit insgesamt 14 Werken, darunter „Skithingi“, „Julenzeit“, „Gragrarful“, „Teutonentanz“ und „Auf zur Schlacht“, begeisterten sie die Menge und sicherten den Anhängern Arminius’ ein furioses Spektakel.

Zum Abschluss des Abends dankte Veranstalter Kay Bands und Besuchern, um im Anschluss ein „Teuto—War Holzschild“ zu versteigern.

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