Wertung: 10 von 10

Für die einen mit das Größte seit Erfindung des Tonträgers. Für andere ein unnötiger Hype. Meinetwegen Hype, als Aufmersamkeitslenkung in Richtung wirklich großartiger Musik.


Wer keinen Zugang zu den vorangegangenen Veröffentlichungen fand, der wird an „The Thousandfold Epicentre“ erst recht scheitern. Ein echter Brocken, der seine Vorzüglichkeiten nur langsam enttarnen lässt. Zwar gibt es auch hier auf Anhieb zündende Momente zuhauf, diese sind jedoch nach zahlreichen Durchläufen ebenso steter Veränderung und Steigerung unterworfen. Urteile nach einmaligem Hören nicht gestattet. Das Album wirkt wie ein Monster, das in dein Ohr kriecht, um zu wachsen, um seine Tentakel in jeglichen Organen auszubreiten. Man geht mit dem Album schlafen, man wacht damit auf. Es bleibt. Macht süchtig. Mehr noch als „Come, Reap“ und „The Time Of No Time Evermore“. The Devil’s Blood bleiben sich musikalisch treu, und klingen doch wiederum ganz anders, wie schon nach dem Schritt zwischen EP und Debut.

Ach ja, das leidige Thema der angeblichen Spiritualitäts-Spinnereien, man kann auch sagen Authentizität. Wird nicht gerade im Metal-Bereich ständig der so genannte Spirit gesucht und vermisst? Hier ist er doch. Was man dabei herausfiltert, ist jedem selbst überlassen. Ein wirkliches Eintauchen in „The Thousandfold Epicentre“ kann jedoch unmöglich zum Ergebnis haben, es handele sich lediglich um ein weiteres, gutes Rockalbum. Gerade weil hier die Spiritualität eine enorme Rolle spielt, und das hört man. Oder eben nicht.

Mal flauschige, mal raue Gitarrenteppiche führen hinab in das Wirbeln erlebnisreicher Bilderwelten. Immens aufgeschichtete Songs, mit allerlei offensiven und versteckten psychedelischen Details. Das Album ist in einem treibenden Fluss begriffen, der im End-Tryptichon aus dem akustischen „Everlasting Saturnalia“, dem finsteren Untier „Madness Of Serpents“ und der temperatursteigernden Meditation „Feverdance“, in der zunehmende Intensivierung ohne finalen Ausbruch funtioniert, mündet. Darüber thront die klar verbesserte, da vielseitigere Gesangsinterpretation von MOS.

Unfassbar gut. 11 miteinander verschmolzene babylonische Säulen, selbstredend inverted, ohne absehbaren Endpunkt. Mal sehen, vielleicht in zehn Jahren das „Pet Sounds“ des Occult Rock. Ha ha ha, it’s Magick.

Tracklist:

  • 01. Unending Singularity
  • 02. On The Wings Of Gloria
  • 03. Die The Death
  • 04. Within The Charnal House Of Love
  • 05. Cruel Lover
  • 06. She
  • 07. The Thousandfold Epicentre
  • 08. Fire Burning
  • 09. Everlasting Saturnalia
  • 10. The Madness Of Serpents
  • 11. Feverdance

TOPSCORE

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