Die britischen Altmeister haben dabei nicht nur musikalisch ihre Spuren im Sound der Graviators hinterlassen, denn Sänger Niklas Sjöberg klingt mehr als einmal wie eine dreckigere Version Ozzys. Darüber hinaus sind deutliche St. Vitus und Pentagram Einflüsse zu vernehmen, zu denen sich eine gute Prise Stoner Rock gesellt. Letzterer drängt im an Kyuss erinnernden und fast durchgehend im Uptempo gehaltenen „Roller“ gar den ansonsten regierenden Doom in den Hintergrund und schwingt voranpreschend das Zepter.

Die Produktion der Scheibe sorgt mit hemmungslos scheppernden Drums, standesgemäß sägenden Fuzz-Gitarren und den darüber thronenden Vocals dafür, dass die Songs mit ungemeiner Wucht aus den Lautsprechern krachen.

The Graviators schicken sich bereits mit ihrem Debut an, nach Witchcraft und Graveyard, zum nächsten großen Doom-Export ihrer Heimat zu werden, wobei sie jedoch weit weniger psychedelisch als ihrer Landsmänner zu Werke gehen und verstärkt auf die Macht der Riffs und des Grooves setzen. Sie sind dabei mit diesem Album zwar weder in irgendeiner Weise innovativ, noch erfinden sie das Rad neu, doch sie haben durchaus mehr zu bieten als altbacken wirkende Heldenverehrung. Bei allen Verweisen auf die Urväter schaffen sie es sowohl authentisch als auch irgendwie unverbraucht und frisch zu klingen und das mit einem Sound der so auch direkt in den 70ern hätte entstanden sein können.

Letztlich verhindern die mangelnde Abwechslung und die kompositorisch zum Teil dann doch etwas sehr deutlichen Anlehnungen an die alte Garde eine sehr gute Wertung. Wenn die Jungs am Ball bleiben und es schaffen bei der nächsten Veröffentlichung etwas mehr Eigenständigkeit in ihren Sound zu bringen ist durchaus noch mehr drin.

Tracklist:

  • 01. Keep em Commin‘
  • 02. Storm Of Creation
  • 03. Back To The Sabbath
  • 04. Juggernaut
  • 05. Shapes Of Babylon
  • 06. Mountain Man
  • 07. Saturnus ’84
  • 08. She’s A Witch
  • 09. Roller
  • 10. Planet Gone