Das Album entstand während eines Abstechers nach Russland, im April des vergangenen Jahres. Aufgezeichnet wurde im Moskauer DOM Theater. Wie alle vorherigen Tonträgerdemonstrationen in Gänze improvisiert. Aus dem Stegreif treten in Erscheinung: Gitarre, Bass, Schlagzeug, Violine, Posaune und Elektronisches. Zudem der nachdrücklich aufwühlende, von Worten bereinigte Gesang von Charlotte Cegarra. Das Publikum ist – im Rahmen hiervon der Konzentration des Daheimhörers zum Vorteil – nachträglich entfernt, nicht wahrnehmbar.

„Egor“ gebührt das größte Kompliment, welches man einem rein improvisierten Stück (bzw. vier Stücken) einstweilig zusprechen kann: Man darf zuhören ohne jemals aushalten zu müssen. So langgezogen still wie viele Passagen auch daherkommen mögen, hält es die Versunkenheit des willigen Zuhörers beharrlich aufrecht. Man wähnt sich spannende Minuten lang verzehrend fern, bis ein einnehmendes, sich dicht aufbäumendes Schallmassiv den Bann intensiviert. Die Band stellt einen flüsternd und grollend krümelnden Höhenzug direkt ins Wohnzimmer. Das ist mal schön, mal schön beunruhigend.

Das Gemisch aus Ambient, Drone, Jazz, Post Rock und so weiter, birgt in seinen lauteren Abschnitten den Reiz von Godspeed You! Black Emperor, ist eine Art Umwandlung von Bohren & der Club of Gore für den Opernsaal und in stillen Momenten das oft verlockendere, großräumigere Ding im Vergleich zu den kammermusikalischen Horror Jazzern. Soundwise nicht ausgeschlossen, dass die Mount Fuji Doomjazz Corporation auf ihrer Durchreise das Russische Raumfahrtprogramm nutzte, um mit Sun Ras Heimatplaneten Saturn einen Impulsapparat zu nutzen.

Nach knapp 70minütigem verschüttet Sein ohne geborgen werden zu wollen, führt das durchdringende Geräusch von zerspringendem Glas zur abrupten Wiederkehr von der Expedition. Kurze Kontrolle der korrekten Platzierung und Unversehrtheit aller Gliedmassen – und Empfehlung aussprechen. Gefallen in steigender Tendenz begriffen. Diese Platte ist das ideale Utensil zur avantgardistischen Nachtgestaltung.

Tracklist:

  • 01. Лифт Машины (Elevator Of The Machine)
  • 02. Стучать Кулаком Лестница (Knock By The Stairs)
  • 03. Космонавт Распутина (Cosmonaut [Rasputina])
  • 04. Стекло Уничтожено (Glass is Destroyed)