Wertung: 9 von 10

Was fällt einem zu Kaltenkirchen ein. Mir fällt nicht viel zu Kaltenkirchen ein, außer dass es dort eine eigene Autobahnabfahrt gibt und das es relativ zentral in Schleswig Holstein liegt. Jetzt muss ich aber einen Punkt dazu addieren, denn aus Kaltenkirchen stammen die The Pushups. Um die und ihr Album „Dressed Up, Straight On, Blown Down“ soll es hier gehen.


The Pushups machen seit 2001 in dieser Konstellation Musik und können auf eine bewegte Zeit zurückblicken. Neben diversen Auftritten im vornehmlich nördlichsten norddeutschen Raum zwischen Hamburg und Dänemark fielen auch Auftritte in Berlin an, sowie eine Tournee im Osten in 2005. Mit so viel Liveerfahrung und Klinkenputzerei ließ die erste Platte nicht lange auf sich warten und so konnte 2006 mit „Dead End Sign“ das erste Album mit zwölf Tracks veröffentlicht werden.

Das zweite Album „Dressed Up, Straight On, Blown Down“ gehört zu der Art Alben, die gleich von Beginn an neugierig machen und gute Laune verbreiten. Kompromissloser Druck nach vorne, Arschtritt-Punkrock oder Punk Rawk’N’’Roll, wie die Jungs es nennen, steht hier auf dem Programm und lässt wenig zu wünschen übrig. Dabei wirkt der Sound der Kaltenkirchener sehr ausgereift und stark nach geschreddertem Sound zwischen 80er Jahre Punk, Motörhead oder Nashville Pussy. Dabei bleibt lässig bis grooviger Rock’N’Roll der Hauptstil.

Gesungen wird ausschließlich in Englisch, wobei Sänger Dennis Elvers gewaltig loslegt, was durch seine raue Stimme einen dreckig kruden Charme bekommt, der genau diese Arschtrittmentalität untermalt, unterstützt vom herb männlichen Choral nach feinster Kneipenmanier. Aber auch an den Instrumenten zeigen sich die Pushups spielfreudig und lassen einige satte Soli die Kreation verfeinern. Anders als bei einigen anderen Bands werden diese ungezwungener verteilt, wirken daher nicht als Mittel zum Zweck.

Und genau wegen dieser Ungezwungenheit wirkt dieses Album wie aus einem Guss, mit einem kleinen Makel, in Form der offenbar unvermeidbaren traurigen Ballade vom „Downtown City Blues“. Nach den ersten drei sehr satten und schnellen Tracks wird hier ganz unnötig radikal auf die Bremse getreten und es plätschert für satte 6.39 Minuten so vor sich hin.

Wenn ich aber den Rest betrachte, wäre es unfair, zu viel auf so einen Ausrutscher zu geben und der darüber hinaus meiner subjektiven Abneigung gegen Balladen anzukreiden ist, denn der Rest ist wirklich kurzweilig und macht Laune.

Mit „Dressed Up, Straight On, Blown Down“ ist den Jungs von The Pushups ein gut bis sehr gutes zweites Werk gelungen, das absolut 4,5 Gitarren verdient hat.

Trackliste:

  • 01. Roseate Dreams
  • 02. Get Going Now
  • 03. SOS
  • 04. Downtown City Blues
  • 05. Liars Do Not Cry
  • 06. These Days
  • 07. Dare Devil Trip
  • 08. Soundtrax
  • 09. CRS
  • 10. Blackout
  • 11. We Don’t Need A Stash
  • 12. Butterflies
  • 13. Alien
  • 14. 12 Bar Rock’n’Roll

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