Wertung: 7 von 10

Seit über 43 Jahren am Musik Machen, 28 herausgebrachte Alben, nochmal soviele Singleauskopplungen – Steve Miller ist mit seiner Band immer noch im Geschäft und veröffentlicht mit „Let Your Hair Down“ ein halbstündiges Potpourri aus langsamen Bluesballaden und uptempo Rocknummern.


Ein Urgestein veröffentlicht ein weiteres Album, ob als echte Bereicherung oder nur ein Lebenszeichen muss der Hörer für sich selbst entscheiden. Oftmals merkt man dann den Bands an, dass nach so langer Zeit und so vielen herausgebrachten Songs ‚die Luft raus ist‘ und das Album höchstwahrscheinlich nur Aufhänger für eine neue Tour sein soll. Natürlich kann man sich nicht immer wieder selbst übertreffen, sodass eine Band dann oftmals in das eigene Durchschnittsniveau rutscht, welches aber im Gegensatz zu herkömmlichen Bands immernoch höher liegt. So ein Fall liegt vor.

Steve Miller und seine Mitmusiker spielen routiniert nette Blues- und Rockstücke, die sehr eingängig sind. Relativ unaufgeregte Schlagzeug/Bass/Rhytmusgitarrengrundlage, Gesangslinien zum Mitschunkeln und ab und zu ein paar nette Solieinlagen zur Auflockerung. Die Bandbreite erstreckt sich davon von funkigen („Snatch It Back And Hold It“) über Chicago Blues („Sweet Home Chicago“) hin zu schnellen Rock’N’Roll („The Walk“) Nummern. Wunder in der Abwechslung darf man nicht erwarten, enttäuschende Langeweile breitet sich aber auch nicht aus.

Was bleibt nun zu sagen zu so einem ‚Urgesteindurchschnittsalbum‘? Wer was mit Bluesrock anfangen kann, darf zugreifen. Muss aber nicht. Ich gebe mal eine halbe Gitarre mehr, weil es mir doch sehr gut gefällt und auch Durchschnittsalben hörbar sind. Anspieltipp: „The Walk“

Tracklist:

  • 01. Snatch It Back And Hold It
  • 02. I Got Love If You Want It
  • 03. Just A Little Bit
  • 04. Close Together
  • 05. No More Doggin‘
  • 06. Pretty Thing
  • 07. Can’t Be Satisfied
  • 08. Sweet Home Chicago
  • 09. Love The Life I Live
  • 10. The Walk